Schweden will Militär gegen kriminelle Banden einsetzen

Schweden will Militär gegen kriminelle Banden einsetzen
Schwedische Flagge in der Altstadt von Stockholm. Im skandinavischen Land wurde die Wehrpflicht für Frauen und Männer wieder eingeführt.
Schwedens Regierung will schärfer gegen Schießereien und Banden vorgehen. Neben strengeren Gesetzen kann sich der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven, wenn nötig, auch den Einsatz der Armee vorstellen. Die Bandenkriminalität nimmt seit Jahren zu.

Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität erwägt der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven den Einsatz der Armee. „Es wäre nicht meine erste Wahl, das Militär einzusetzen. Aber ich will alles Nötige tun, um der schweren, organisierten Kriminalität den Garaus zu machen“, sagte der Sozialdemokrat der schwedischen Nachrichtenagentur TT

2017 gab es in Schweden nach einem Polizeibericht über 600 Schießereien mit 41 Toten und 135 Verletzten. Meist ging es dabei um Drogen und um Bandenrivalitäten. Im internationalen Vergleich ist die Mordrate in dem skandinavischen Land zwar niedrig, in den vergangenen Jahren nahm die Bandenkriminalität jedoch zu. Im Januar gab es bereits in Malmö und in Stockholm Schießereien mit jeweils einem Toten. Beide werden mit Gangs verbunden. Besonders die Stadt Malmö im Süden des Landes gilt als Hochburg der Bandenkriege. Die Aufklärung zahlreicher Morde wird dadurch erschwert, dass die meisten Opfer selbst Kriminelle sind und Augenzeugen bei Befragungen durch die Polizei nicht kooperieren.

Viele Bürger sind besorgt, dass die Polizei der Verbrecher nicht mehr Herr wird. Die Regierung hat deswegen mehr Geld für die Polizei und schärfere Waffengesetze angekündigt. Auch sollen Ermittler einfacher Telefongespräche und E-Mails überwachen dürfen. Die innere Sicherheit dürfte bei der Parlamentswahl im September ein wichtiges Thema werden. 

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