icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Staatsanwaltschaft ermittelt: Tunesischer Abgeordneter verherrlicht Enthauptung

Staatsanwaltschaft ermittelt: Tunesischer Abgeordneter verherrlicht Enthauptung
Blumen, Kerzen und ein Plakat mit der Aufschrift "Ich bin ein Lehrer, ich bin Samuel" am Eingang einer Mittelschule in Conflans-Sainte-Honorine, 30 Kilometer nordwestlich von Paris, am 17. Oktober 2020.
Die tunesische Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen einen Parlamentarier eingeleitet, der die brutale Ermordung eines Lehrers bei Paris verherrlicht hatte. In Frankreich werden heute landesweit zahlreiche Solidaritätsdemonstrationen erwartet.

Man werde gegen den unabhängigen Abgeordneten Raschid Chiari aufgrund seiner Aussagen ermitteln und seinen Posten im Parlament prüfen, sagte der stellvertretende Staatsanwalt und Gerichtssprecher in Tunis, Mohsen Dali, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TAP am Samstag. Bei dem Beitrag Chiaris handele es sich ohne Frage um die Verherrlichung einer terroristischen Tat.

Während in Frankreich Schock und tiefes Entsetzen über die Enthauptung eines Lehrers vorherrschen, hatte Chiari die Tat am Samstagmorgen auf seiner Facebook-Seite verteidigt. "Den Gesandten Gottes zu beleidigen", sei "das größte Verbrechen", schrieb er dort. Wer es begehe, müsse die Konsequenzen tragen.

Der französische Minister für Bildung, Jugend und Sport Jean-Michel Blanquer spricht am 17. Oktober 2020 vor den Medien in Paris. Am Vortag war ein Lehrer von einem Angreifer enthauptet worden, der in Conflans-Sainte-Honorine, 30 km nordwestlich von Paris, von Polizisten erschossen wurde.

Am späten Freitagnachmittag hatte ein Angreifer einen 47 Jahre alten Lehrer in einem Pariser Vorort brutal ermordet. Der Lehrer hatte Anfang Oktober im Unterricht das Thema Meinungsfreiheit aufgegriffen und Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed gezeigt. Anlass war die erneute Veröffentlichung des Satiremagazins Charlie Hebdo dieser Karikaturen. Die islamische Tradition verbietet es, den Propheten abzubilden. In manchen Kreisen lösen die Karikaturen immer wieder Proteste aus.

"Ich kann auf meine Immunität und mein Parlament verzichten, aber ich werde nicht auf meine Überzeugung für das Verbrechen verzichten", schrieb Chiari nach der Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft in einem weiteren Facebook-Post. Der Prophet sei "wichtiger und größer als Ruhm, Parlament, Politik und die ganze Welt". In den Kommentaren hagelte es Kritik und Entrüstung.

Das Antiterrorgesetz Tunesiens verbietet es, terroristische Taten und ihre Täter innerhalb und außerhalb Tunesiens öffentlich und ausdrücklich zu loben und zu verherrlichen. Zuwiderhandlungen können mit Haftstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Chiari gewann bei den Wahlen 2019 einen Sitz im Parlament als Teil einer rechten religiösen Bewegung, bevor er unabhängiger Abgeordneter wurde.

In Frankreich werden nach dem brutalen Mord landesweit zahlreiche Solidaritätsdemonstrationen erwartet. Die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo rief für Sonntagnachmittag gemeinsam mit der Organisation SOS Racisme und Lehrergewerkschaften zu einer Demonstration in Paris auf. Auch in zahlreichen anderen Städten wie Marseille oder Bordeaux wollen Menschen auf die Straße gehen.

Mehr zum Thema:

(rt/dpa)

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen