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Verbrechen der Mudschaheddin an Serben im Bosnienkrieg: 25 Jahre auf der Suche nach Gerechtigkeit

Verbrechen der Mudschaheddin an Serben im Bosnienkrieg: 25 Jahre auf der Suche nach Gerechtigkeit
Muslimische Ex-Kämpfer und ihre Anhänger schwenken im Februar 2008 in der Stadt Zenica islamistische Fahnen. Sie protestieren gegen die Deportation des Syrers Al Hussein Imad, bekannt als Abu Hamza. Er war einer der Anführer der Mudschaheddin-Einheiten im Krieg in Bosnien-Herzegowina.
Islamistische Kämpfer, die sogenannten Mudschaheddin, die ab 1992 auf Seiten der bosnisch-muslimischen Streitkräfte im Bürgerkrieg kämpften, sollen für zahlreiche Verbrechen an Serben verantwortlich sein. Bis heute wurde niemand von ihnen zur Rechenschaft gezogen.

von Marinko Učur, Doboj-Banja Luka

Jedes Jahr im September besuchen Überlebende und Vertriebene von Vozuća, einem einst überwiegend von Serben besiedelten Ort in Bosnien-Herzegowina, ihre ehemaligen Häuser, die heute größtenteils als Ruinen verlassen stehen. Vozuća gehört heute zur Föderation Bosnien und Herzegowina, einem der beiden Entitäten des Staates Bosnien-Herzegowina, in dem vorwiegend muslimische Bosniaken und katholische Kroaten leben. In der anderen Entität, der Republika Srpska, leben vorwiegend orthodoxe Serben.

Bei einem mutmaßlich islamistischen Anschlag in Zvornik, Bosnien und Herzegowina wurde 2015 ein Polizist getötet und zwei weitere verletzt. Der Attentäter war mit dem Ruf

Die ethnische Struktur des Gebiets nach dem Bürgerkrieg erheblich verändert

In diesem Jahr feierten sie den 25. Jahrestag des Marsches "Auf den Wegen des Exodus", als sie vor dem Ansturm der muslimischen Kämpfer von der Einheit "El Mudžahid" ("El Mudschaheddin") ihre Häuser verlassen hatten, um mit dem nackten Leben davonzukommen. Die ethnische Struktur dieses Gebiets hatte sich nach dem Bürgerkrieg erheblich verändert, sodass Vozuća heute hauptsächlich von Muslimen bewohnt wird. Die Erinnerung an ihre alte Heimat und ihren Geburtsort motivierte viele Bürger Vozućas, auch in diesem September jenen Ort aufzusuchen, in dem sie aufgewachsen sind und ihre Jugend verbracht haben. Die Erinnerungen an den Krieg und den Exodus verblassen nicht, doch der Wunsch nach Heimat überwiegt. Unter ihnen war auch Miladin Stojanović, der sogar an jenen Ort zurückgekehrt ist. 

Ich bin von Belgrad an meinen Heimatort zurückgekehrt, weil hier alle, meine Eltern, mein Großvater und mein Urgroßvater lebten. Hier wurden auch mein Vater und meine Mutter beerdigt. Aus diesem Grund bin ich aus Belgrad zurückgekehrt. Ich wollte dort nicht bleiben und die Gräber meiner Liebsten hier allein zurücklassen. 

Die serbische Bevölkerung von Vozuća und der breiten Umgebung war vom 10. bis zum 24. September 1995 massivem Leid ausgesetzt, als 30 serbische Dörfer niedergebrannt und 1.920 Familien mit insgesamt 7.680 Familienmitgliedern aus ihren jahrhundertealten Siedlungen vertrieben wurden. 459 Soldaten der Armee der Republika Srpska und Zivilisten wurden getötet, 130 werden noch heute vermisst. Radenko Stanković, der sich jedes Jahr aus Belgrad auf den Weg macht, um der Opfer zu gedenken, sucht seit zweieinhalb Jahrzehnten nach den sterblichen Überresten seines Vaters Branko. Er war damals 72 Jahre alt. Die Hoffnung, dass er diese finden wird und sie würdevoll begraben kann, hat er noch nicht verloren:

Wir sind noch heute auf der Suche, sie haben uns DNA-Proben zur möglichen Identifizierung entnommen. In Banja Luka, Doboj und Tuzla haben wir ihn unter unidentifizierten sterblichen Überresten gesucht. Ich stehe in Kontakt mit vielen, die über gute Informationsquellen verfügen, allerdings ohne Erfolg. Sie sind einfach nicht ausfindig zu machen.

Neben der Tatsache, dass sie ihre vermissten Familienmitglieder nicht finden können, fällt ihnen jedoch die Erkenntnis am schwersten, dass die Täter, die diese Verbrechen begangen hatten, sowie deren Auftraggeber noch immer nicht ihre verdiente Strafe erhalten haben. Der Kommandeur der muslimischen Einheiten, Rasim Delić, wurde im Jahr 2008 vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) zu einer symbolischen Strafe von drei Jahren verurteilt. Im Jahr 2010 ist er jedoch zwischenzeitlich verstorben.

Muslime beim Betreten der mit saudischen Geldern finanzierten König Fahd-Moschee in Sarajevo

Radikale Kämpfer aus den islamischen Ländern wie Saudi-Arabien, Syrien, Pakistan oder Afghanistan kamen nach Bosnien-Herzegowina 

Der Prozess gegen Sakib Mahmuljin, den Befehlshaber der muslimischen Armee, in dessen Reihen die islamistischen Krieger der Einheit "El Mudschaheddin" gekämpft hatten, steht kurz vor dem Abschluss. Nach einem vierjährigen Gerichtsverfahren versucht Mahmuljins Verteidigung zu beweisen, dass er keine Befehlsverantwortung für die radikalen Kämpfer aus den islamischen Ländern wie Saudi-Arabien, Syrien, Pakistan oder Afghanistan hatte, die während des Krieges in Bosnien-Herzegowina beispiellose Verbrechen gegen die lokale serbische Bevölkerung begangen hatten. Das Schlusswort der Staatsanwaltschaft von Bosnien-Herzegowina in diesem Marathonprozess wurde für den 14. Oktober 2020 angesetzt.

Im September 1995 zeichneten Kameras einen Besuch des muslimischen Kriegsführers Alija Izetbegović in Vozuća auf. Er kam in Begleitung des Angeklagten Mahmuljin, just nachdem der Ort besetzt und die serbische Bevölkerung vertrieben oder getötet worden war. Izetbegovićs Tod im Jahr 2003 verhinderte eine mögliche juristische Aufarbeitung seiner Verantwortung für die Verbrechen der ausländischen Kämpfer. Auf der Aufzeichnung von 1995 ist zu hören, wie Izetbegović Folgendes sagt: 

Liebe Soldaten, ich gratuliere euch noch einmal für den Sieg. Ich danke auch im Namen unseres Volkes für das, was ihr getan habt. Ich bin gekommen, um euch zu sehen. Ihr habt eine sehr wichtige Sache vollbracht. Dieser Sieg von Vozuća ist eine wichtige Episode in unserem Kampf. Warum? Einerseits fusionierte er zwei lange Zeit getrennte Korps unserer Armee, andererseits verband er Zenica und Tuzla, unsere zwei großen Zentren. Ihr habt eine große Aufgabe erfüllt. Möge die Barmherzigkeit alle erreichen, die in diesem Kampf gefallen sind, und im Namen dieses Volkes, vielen Dank. Ihr bleibt sein Stolz und seine Hoffnung. 

Die Kämpfer erwiderten die Worte mit "Allahu Akbar"-Rufen.

Heute, 25 Jahre nach diesen Ereignissen und dem vergeblichen Kampf um Gerechtigkeit und Wahrheit sowie der Suche nach Vermissten, hat der Terrorismusexperte Dževad Galijašević keinen Zweifel daran, wer die Mudschaheddin in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts auf den Balkan, das damalige Epizentrum der religiösen und ethnischen Konflikte, gebracht hatte. Der Autor mehrerer fachspezifischer Bücher ist überzeugt, dass die Islamisten seinerzeit auf Geheiß der bosnisch-muslimischen Regierung in Sarajevo gekommen und nie wieder zurückgegangen seien. 

Die Einheit El Mudschaheddin wurde als militärische Formation der Armee von Izetbegović in der Republik Bosnien-Herzegowina praktisch legalisiert. Diese Einheit verübte überwiegend in Zentralbosnien Verbrechen, doch gegen Kriegsende, im September 1995, begangen sie schreckliche Massenverbrechen auf dem Berg Ozren, insbesondere beim Angriff auf Vozuća", erklärt Galijašević gegenüber RT Deutsch.

Auf dem Foto sind illegale Migranten zu sehen, die Anfang März aus der nordöstlichen Stadt Tuzla zum Migrantencamp Blažuj bei Sarajevo gebracht wurden. Die Hilfsorganisationen in Tuzla waren durch den anhaltenden Zustrom an ihre Grenzen gestoßen. Viele der Migranten sollen aus Pakistan stammen.

Der radikale Islam kam im großen Stil auf den Balkan

Wegen der Verbrechen während dieser Militär-Operation sowie weiterer Gräueltaten der islamistischen Kämpfer an serbischen und kroatischen Soldaten und Zivilisten ist bisher lediglich der Kommandeur der bosnisch-muslimischen Streitkräfte Rasim Delić in Den Haag zur Rechenschaft gezogen und als Kriegsverbrecher verurteilt worden. Er wurde in erster Instanz zu drei Jahren Haft verurteilt, in der Zwischenzeit ist er jedoch verstorben. Sein Generalstabschef Enver Hadžihasanović und der Kommandeur der 7. muslimischen Gebirgsbrigade, Amir Kubura, wurden ebenfalls verurteilt.

192 Soldaten und Zivilisten serbischer Nationalität wurden in Vozuća gefoltert und rituell abgeschlachtet. Diese Art von Verbrechen, derartige Massenverbrechen und eine solche Brutalität, wurde weder von den Taliban, den IS-Kämpfern noch von der al-Qaida oder der al-Nusra-Front während der Kriege im Irak, Syrien oder in Afghanistan erneut angewandt. Es war also das grausamste Gemetzel, das leider unter dem Schutz der NATO stattgefunden hatte", erläutert Galijašević gegenüber RT Deutsch.

Er fügte hinzu:

Vor dem Angriff auf Vozuća, sieben Tage zuvor, begannen die Luftangriffe im Rahmen der NATO-Operation 'Deliberate Force'. Sie bombardierten praktisch alle Kommunikationszentren auf Ozren, zielten auf Schützengraben und Positionen schwerer Waffen. Praktisch unter dem NATO-Schutz schlachteten die Mudschaheddin ungestraft ab. Niemand von ihnen wurde für diese Verbrechen je zur Rechenschaft gezogen – weder Abu Mali, Kommandeur der Einheit El Mudschaheddin, noch seine Mitkämpfer, obwohl wir sie alle kennen. Viele von ihnen erhielten die Staatsangehörigkeit von Bosnien-Herzegowina und wurden bereits am 11. September 2001 beim Angriff auf die 'Twin Towers' und das 'Pentagon' in den Vereinigten Staaten eingesetzt.

So kam der radikale Islam im großen Stil auf den Balkan, und nun ist die Angst vor ihm auch in vielen europäischen Ländern präsent. Die potenzielle Gefahr liege laut Galijašević heute an der Schwelle Europas und gehe nun von Migrantengruppen aus, unter denen sich wahrscheinlich Überbleibsel aufgelöster IS-Gruppen aus dem Nahen Osten versteckten.

Die vertriebenen Bewohner von Vozuća und Ozren werden weiterhin und offenbar noch lange nach Gerechtigkeit für ihre Liebsten suchen.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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