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Kündigungswelle in Weißrussland: Mehrere TV-Moderatoren werfen das Handtuch

Kündigungswelle in Weißrussland: Mehrere TV-Moderatoren werfen das Handtuch
Alexander Lukaschenko bei seiner jährlichen Ansprache an das weißrussische Volk und die Nationalversammlung in Minsk, Weißrussland, am 4. August 2020 auf einem Bildschirm in einem Elektronikgeschäft. Source: Reuters
Nach der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl in Weißrussland kündigten bekannte Moderatoren mehrerer Fernsehsender im Laufe der vergangenen Tage ihre Jobs. Sie behaupten, sie könnten derzeit nicht länger neutral bleiben und in die Kamera lächeln.

Die Kündigungswelle begann noch während des Wahlkampfes, als mehrere Präsidentschaftskandidaten festgenommen wurden. Einige Moderatoren wurden entlassen, da sie die Handlungen der Sicherheitskräfte öffentlich verurteilt hatten.

Protestierende bilden Ketten in der Stadt Minsk am 9. August

Der bekannte Moderator Jewgeni Perlin, der beim staatlichen Sender Belarus-1 tätig war, war einer der ersten, der in den sozialen Medien mitteilte, dass er seinen Job gekündigt hatte: "Ich beschloss, dass meine heutige Sendung auf Belarus-1 die letzte war. Niemand hat diese Entscheidung beeinflusst, ich habe sie selbst getroffen." Perlin war seit dem Jahr 2009 beim Sender angestellt. Laut dem Journalisten rufen seine Unterhaltungssendungen nicht mehr "jene Emotionen hervor, für die sie gedacht waren".

Wladimir Burko, langjähriger Moderator der militärischen Sendung Arsenal, teilte am Mittwoch auf Instagram mit, dass er den Sender verlässt: 

Selbst in meinem Albtraum hätte ich nie gedacht, dass die Soldaten und die Ausrüstung, über die ich sprach, gegen mein Volk eingesetzt werden könnten. Gegen die friedliche Bevölkerung des Landes, gegen Frauen und – Gott behüte – gegen Kinder.

Die Moderatorin Olga Bogatyrewitsch postete ein Bild von ihrem Kündigungsschreiben. "Wir sind wenige, aber wir sind da", kommentierte sie.

Ein weiterer Moderator, Artemis Achpasch, kündigte seinen Job ebenso und wandte sich anschließend an seine Ex-Kollegen auf Instagram:

Immer, wenn Sie vom Bildschirm aus Lügen über jene Ereignisse verbreiten, die sich gerade abspielen – wie fühlen Sie sich, wenn Sie nach Hause kommen?

Auch andere Prominente kritisierten Gewalt gegen friedliche Bürger in ihrer Heimat. Die vierfache Biathlon-Olympiasiegerin Darja Domratschewa zeigte sich bei Instagram bestürzt. Sie appellierte an die Polizei, die Gewalt zu beenden. Die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch forderte Lukaschenko zum Rücktritt auf. "Verzieh Dich, bevor es zu spät ist!", sagte die 72-Jährige in einem Interview. "Aus meiner Sicht hat der Machtapparat dem Volk den Krieg erklärt", sagte sie. Niemand habe sich eine solche Gewalt in Weißrussland vorstellen können.

Der 65-jährige Alexander Lukaschenko hatte sich am 9. August nach 26 Jahren im Amt zum sechsten Mal in Folge zum Präsidenten erklären lassen. Im ganzen Land hat es bisher rund 7.000 Festnahmen gegeben.

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