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Nach Jahren der Dementis: Israelischer Stabschef bestätigt Waffenlieferung an syrische Dschihadisten

Nach Jahren der Dementis: Israelischer Stabschef bestätigt Waffenlieferung an syrische Dschihadisten
Gadi Eisenkot, der scheidende Stabschef der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF), hat sein ganz eigenes Verhältnis vom Völkerrecht.
Es galt bisher nur als Gerücht, jetzt hat es der IDF-Generalstabschef offiziell bestätigt: Israel hat dschihadistische Milizen mit Waffen ausgerüstet. Im Gegenzug wurde erwartet, dass die Milizen ein Vordringen der syrischen Armee und Hisbollah auf die Golanhöhen verhindern.

Der Name ist Programm: Gadi Eisenkot, der scheidende Stabschef der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF), hat in einem Abschiedsinterview mit der Sunday Times erstmals offen zugegeben, dass Israel proaktiv auf Seiten der syrischen Rebellen in den syrischen Konflikt verwickelt war. Tel Aviv hatte dies zuvor immer vehement bestritten.

Israelischer Kampfjet F-35 (Symbolbild).

Der General, der sich Ende des Monats vom aktiven Militärdienst zurückzieht, gestand offiziell ein, dass Israel "Rebellen mit leichten Waffen zum Zwecke der Selbstverteidigung" versorgt.

Seit Jahren kursierten Gerüchte über enge militärische Beziehungen zwischen den bewaffneten Militanten und der israelischen Regierung.

Die Fach-Zeitschrift Foreign Policy berichtete im September 2018, dass Israel Waffen und Geld an mindestens 12 Rebellengruppen in Südsyrien geliefert hat. Die Vereinbarung mit den oft dschihadistisch geprägten Milizen beinhaltete laut Darstellung von israelischen Beamten auch die Zahlung von monatliche Zulagen in Höhe von 75 US-Dollar pro Kämpfer, zusätzlich zu den Geldern, die ihre Anführer erhielten, um weitere Waffen auf dem Schwarzmarkt zu beschaffen.

Im Gegenzug wurde von den Rebellen erwartet, dass sie die Vertreter der Hisbollah und des Irans daran hindern, auf den von Israel besetzten Teil der Golanhöhen vorzurücken.

Die "Operation Guter Nachbar" begann offiziell im Juni 2016 und soll laut israelischen Medienberichten erst Ende 2018 beendet worden sein. Im Rahmen dieser Verpflichtung unterstützte Israel die Rebellen offen, behauptete aber bisher stets, dass die Hilfen rein humanitärer Natur seien. Israel behandelte nach eigenen Angaben verwundete syrische Milizionäre und ihre Familien in seinen Krankenhäusern, lieferte rund 1.524 Tonnen Nahrung, 250 Tonnen Kleidung, 947.520 Liter Treibstoff sowie riesige Mengen an medizinischem Bedarf.

Im November 2018 enthüllte Generalmajor Gershon Hacohen, ein ehemaliger Oberbefehlshaber der IDF, dass sich der damalige Verteidigungsminister Moshe Ya'alon persönlich mit einer Gruppe syrischer Rebellen getroffen hatte. Ya'alon war von 2013 bis Mai 2016 Verteidigungsminister im Kabinett von Netanjahu.

Bis zu dem Interview von Eisenkot leugnete Israel jedoch energisch jede darüber hinausgehende Beteiligung. Ein Bericht der Jerusalem Post vom September 2018 über die IDF, in dem bestätigt wurde, dass Israel "syrische Rebellen" mit Waffen ausrüstet, musste umgehend von der Webseite entfernt werden. Die Zeitung erklärte damals RT auf Nachfrage, dass sie von der IDF mit Verweis auf "Sicherheitsgründe" gezwungen worden sei, den Artikel zu entfernen.

In einem weiteren Interview mit der New York Times bestätigte Eisenkot, dass Israel eine groß angelegte (völkerrechtswidrige) Bombenkampagne in Syrien durchgeführt hat, um den militärischen Einfluss des Irans in der Region zu verringern. Allein 2018 warf die IDF angeblich 2.000 Bomben auf "iranische Ziele in Syrien" ab. Die Einsätze auf dem Territorium des Nachbarlandes wurden nach Darstellung des IDF-Chefs zu "fast täglichen Ereignissen", nachdem die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu der Ausweitung der Operation im Januar 2017 zugestimmt hatte.

In dem Interview fällt auch ein bemerkenswerter Satz. Eisenkot betont, dass Israel sich perspektivisch ganz auf den Iran konzentrieren sollte:

Wir müssen unsere Bemühungen auf unseren tödlichsten Feind, den Iran, konzentrieren, und nicht auf sekundäre Feinde wie etwa die Hamas im Gazastreifen. Denn wenn man viele Jahre lang gegen einen schwachen Feind kämpft, schwächt dies auch einen selbst.

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