Skandal: UN-Bericht bestätigt ISIS hat freie Hand in US-besetztem Gebiet in Syrien

Skandal: UN-Bericht bestätigt ISIS hat freie Hand in US-besetztem Gebiet in Syrien
Ein irakischer Kämpfer steht nach dem Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat neben deren Schild. Die USA scheinen es aber nicht so eilig mit der endgültigen Zerschlagung des IS zu haben.
Eigentlich müsste der sogenannte Islamische Staat bereits militärisch besiegt sein. Im Irak hat es geklappt, nur in Syrien halten sie sich noch. Nun zeigt der letzte UN-Bericht für den Sicherheitsrat, dass sich der IS neu gruppiert und sogar wieder am Ölgeschäft teilgenommen hat. Und das alles unter den Augen der USA.

Dass der "Islamische Staat" (IS) und andere terroristische Gruppierungen zu besiegen sind und man die Kämpfer zurückdrängen kann, haben die syrischen Regierungstruppen mit Unterstützung Russlands und Irans gezeigt. Das von dem IS gehaltene Gebiet schrumpfte im vergangenen Jahr so schnell, wie es sich anfänglich auch verbreiten konnte.

Doch der letzte UN-Bericht für den Sicherheitsrat belegt, dass die entschiedene Bekämpfung des IS und anderer Terrororganisationen Anfang 2018 aufgrund des "Verlustes der Dynamik durch Kräfte, die sie im Osten der Syrisch Arabischen Republik bekämpft haben" aufgehört hat. Das habe dann dazu geführt, dass man ihnen eine "Atempause" erlaubt habe, wo sie sich umgruppiert, Zugang zu Ressourcen wie Öl gefunden haben und sich für die "nächste Phase ihrer Entwicklung in ein global verdecktes Netzwerk" vorbereiten können.

Damit bestätigte das UN-Untersuchungskomitee lediglich das, was Syrer, Russen und Iraner schon lange behaupten: dass die USA gar nicht wollen, dass der IS besiegt wird.

Denn "die Kräfte", die im Osten Syriens gegen die IS-Kämpfer vorgingen, waren US-Amerikaner und deren Verbündete. Und es sei daran erinnert, dass die Bekämpfung des sogenannten Islamischen Staates der offizielle Grund für die US-Besatzung von Teilen der Syrisch Arabischen Republik ist.

Wie diese Karte des OMRAN-Instituts in Washington eindrucksvoll zeigt, hat der IS lediglich im Osten des Landes, wo die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Besatzungszone eingerichtet haben, eine ernstzunehmende Präsenz. Es gibt zwar auch noch im Süden beim Grenzübergang Al-Tanf ein kleines IS-Nest, das als ein viel größeres Gebilde übriggeblieben ist.

Skandal: UN-Bericht bestätigt ISIS hat freie Hand in US-besetztem Gebiet in Syrien
Die Karte zeigt Besatzungszonen von Syrien, Stand August 2018.

Was den Kampf gegen den IS betrifft, kann es kein Zufall sein, dass der UN-Bericht ausschließlich "die Kräfte" im Osten des Landes erwähnt, selbst wenn die USA nicht namentlich genannt werden. Damit wird deutlich, dass nämlich die syrischen Truppen unter Beihilfe ihrer iranischen und russischen Partner den Kampf gegen den IS und andere terroristische Gruppierungen erfolgreich geführt haben. Damit bleibt die Frage offen, weshalb die US-Army das nicht mit gleicher Intensität und Entschlusskraft getan hat und stattdessen eine Neugruppierung direkt vor der Nase erlaubt hat.

Syrer protestieren mit Plakaten:

Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass die US Air Force immer wieder syrische Truppen bombardiert hat, wenn sie gerade dabei war, IS-Kämpfer zu vertreiben. Und dass es ebenfalls die USA waren, die bereits 2012 in einem Bericht des militärischen Geheimdienstes (DIA) festhielten, dass "Salafisten, die Muslimbruderschaft und AQI (Al-Kaida/Anm.) die Hauptkräfte sind, die den Aufstand in Syrien führen". Und was vielleicht noch viel wichtiger ist in Bezug auf den sogenannten Islamischen Staat: Die Geheimdienste ahnten, was passiert und unterstützten diese Entwicklung trotzdem:

Sollte sich die Situation (so) entwickeln, gibt es eine Möglichkeit zur Gründung eines deklarierten oder undeklarierten salafistischen Scheichtums in Ostsyrien (Hasaka und Deir Ezzor), und das ist exakt das, was die unterstützenden Mächte der Opposition wollen, um so das syrische Regime zu isolieren, welches als strategische Tiefe der schiitischen Expansion (Irak und Iran) betrachtet wird.

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