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Exklusiv-Interview: USA wollen Iran durch Proteste und bewaffnete Unruhen von innen brechen

Exklusiv-Interview: USA wollen Iran durch Proteste und bewaffnete Unruhen von innen brechen
Exiliraner demonstrieren gegen ihre Regierung. Los Angeles, Kalifornien, USA 7. Januar 2018
Nach dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran, fährt Washington nun eine Destabilisierungsmaschinerie gegen die iranische Regierung auf. Das Ziel ist ein Regimewechsel. Innenpolitische Probleme in Form von Demonstrationen und bewaffneten Aufständen sollen helfen.

von Ali Özkök

RT Deutsch hat mit Mohammad Haschemi gesprochen. Er ist Politikanalyst und ehemaliger Chefredakteur des staatlichen iranischen Auslandsfernsehsenders PRESS TV. Außerdem arbeitete Haschemi bei verschiedenen Stationen für die Tehran Times, al-Alam News und die iranische Wirtschaftszeitung Financial Tribune.

US-Analysten sprechen gerne über Unruhen im Iran, die das Land an den Rand des Umsturzes brächten. Glauben Sie, dass eine solcher Regime Change, gefördert von den USA, in Ihrem Land aufgehen könnte?

Der iranische Marinekommandant Habibollah Sayyari (Mitte) zeigt am 1. Januar 2012 während des Velayat-90 Kriegsmanövers auf das Meer von Oman nahe der Straße von Hormus im Südiran.

Die USA und ihre Verbündeten haben bereits begonnen, den Iran zu destabilisieren. Es ist glasklar, dass das Ziel der Regierung Trump ein Regimewechsel im Iran ist. Auch Nachbarn des Iran wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate tragen zu dieser Politik bei. Israel ist auch ein Akteur, wie wir in den letzten Reden und Äußerungen des israelischen Premierministers Netanjahu gesehen haben, der einen neuen aggressiveren Kurs gegen den Iran fährt. Wir sehen sogar, wie Netanjahu die iranische Bevölkerung direkt wegen der Wasserkrise im Land anspricht. Andere Themen, mit denen sich Netanjahu in seinen Reden an das iranische Volk richtet, sind Fußball und natürlich Politik.

Wie gehen die USA Ihrer Meinung nach im Iran konkret vor?

Die USA und ihre Verbündeten planen, die Flammen der öffentlichen Unzufriedenheit im Iran zu schüren. Dabei geht es insbesondere darum, weitere Proteste, Unruhen und Streiks zu entfachen. Das soll dabei helfen, die Regierung im Iran zu untergraben. Die Ernennung des ehemaligen CIA-Chefs Mike Pompeo zum Außenminister und der ehemaligen CIA-Operationsoffizierin Gina Haspel zur Leiterin der Spionagebehörde deuten darauf hin, dass die USA versuchen, das iranische Establishment nun mit Nachdruck zu stürzen.

Der iranische Marinekommandant Habibollah Sayyari (Mitte) zeigt am 1. Januar 2012 während des Velayat-90 Kriegsmanövers auf das Meer von Oman nahe der Straße von Hormus im Südiran.

Ihre Strategie ist noch nicht in eine harte Phase eingetreten, aber auf lange Sicht könnte man erwarten, dass sie versuchen, die Spannungen noch radikaler zu schüren, bis sie eskalieren. Das könnten sie umsetzen, indem sie Unruhen durch die Unterstützung separatistischer Gruppen, bewaffnete Unruhen beispielsweise unter Kurden und arabischen Minderheiten, sowie die Sabotage von Industrieanlagen anstacheln. Bei den jüngsten Unruhen und Unruhen im Süden des Iran haben wir gesehen, dass bewaffnete Menschen auf Polizei und Sicherheitskräfte geschossen haben.

Gleichzeitig nutzen sie visuelle und soziale Medien, um zu weiteren Protesten und Unruhen aufzurufen. Dies ist nicht beispiellos, und der Iran erlebte ähnliche Vorfälle nach der Islamischen Revolution von 1979. Selbst in den letzten Jahren war die israelische Spionagebehörde Mossad an der Ermordung iranischer Atomwissenschaftler beteiligt.

Damit ist der Iran aber bisher gut klargekommen. Wo sehen Sie heute die größte Herausforderung?

Wenn diese Situation anhält, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie radikale Elemente in der Regierung stärkt. Dies könnte alle demokratischen Errungenschaften gefährden, die der Mittelstand nach der Revolution zu erreichen versuchte.

Unter solchen Umständen könnten radikale Elemente im Staat auf eine andere Strategie setzen, um die Aufmerksamkeit von den Problemen zu Hause abzulenken, indem sie anderswo Probleme verursachen. Das ist genau das, was Saudi-Arabien im Jemen tut. Es begann einen Krieg, um die Aufmerksamkeit der Welt von Saudi-Arabiens innenpolitischen Problemen abzulenken.

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