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Sturm auf Hafenstadt: Ausweitung des US-Militäreinsatzes im Jemen befürchtet

Sturm auf Hafenstadt: Ausweitung des US-Militäreinsatzes im Jemen befürchtet
Huthi-Rebellen während einer Parade in der jemenitischen Hafenstadt Hudaida
Es handelt sich ohnehin schon um die größte humanitäre Katastrophe der jüngeren Zeitgeschichte. Nun erwägt die Trump-Administration eine Ausweitung des Militäreinsatzes im Jemen. Es geht um die Einnahme des wichtigsten Hafens für humanitäre Hilfe.

Demzufolge erwäge Washington, einem "Appell der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zur direkten Unterstützung durch die USA" für die saudischen Streitkräfte Folge zu leisten. Diese nähern sich aktuell der jemenitischen Hafenstadt Hudaida, wo zugleich fast 80 Prozent der humanitären Hilfe und Nahrungsmittel für die notleidende Bevölkerung des ohnehin bettelarmen Landes eintreffen. Hudaida wird derzeit von den sogenannten Huthi-Rebellen kontrolliert.

Nach Angaben von US-Medien habe Außenminister Mike Pompeo um eine schnelle Bearbeitung der mutmaßlichen Anfrage der Vereinigten Arabischen Emirate gebeten.

Immer wieder unterstreicht auch die Bundesregierung das Recht Saudi-Arabiens, des wichtigsten regionalen Partners, sich gegen die Huthis "verteidigen" zu dürfen. Neben Appellen an "beide Seiten" fand das Auswärtige Amt nur lobende Wort für den Kriegsherrn und saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

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Wie das Wall Street Journal berichtet, "versicherten" die VAE und saudische Beamte ihrer Schutzmacht, dass sie nicht beabsichtigten, den Hafen ohne die Unterstützung Washingtons zu erobern. Derweil wächst dem Bericht zufolge in den Reihen der Trump-Regierung die Sorge, dass der Kampf auch ohne das Zutun Washingtons eskalieren könnte, was wiederum ein Eingreifen des US-Militärs "erzwingen" könnte.

Die vermeintliche militärische Zwickmühle sorgt bei Menschenrechtsorganisationen für wachsende Besorgnis.

Der Sturm auf Hudaida wird eine bereits katastrophale Sicherheitslage im Jemen wahrscheinlich weiter verschärfen", warnte etwa François Moreillon, Leiter des Internationalen Komitees der Rotkreuz-Delegation im Jemen, Washington vor den unkalkulierbaren Risiken einer Ausweitung des Militäreinsatzes.

Drastischer formuliert es Norwegens Flüchtlingsratschef Jan Egeland. Seiner Ansicht nach würde ein Angriff auf die Hafenstadt "die Lebensader für Millionen zerstören".

Derweil begegnete US-Senator Chris Murphy der möglichen Ausweitung des US-Militäreinsatzes im Jemen mit Zynismus.

Nach Ansicht des Wall Street Journal bestehe bei anderen US-Entscheidungsträgern jedoch der Wille der saudi-arabischen Militärkoalition "zu helfen".

Wir haben Leute, die frustriert und bereit sind zu sagen: 'Lasst uns das tun.' Wir flirten schon lange damit. Etwas muss die Dynamik ändern, und wenn wir den Emiraten helfen, es besser zu machen, könnte das gut sein", zeigte sich demnach ein leitender US-Beamter überzeugt.

Die Möglichkeit einer weiteren Ausdehnung der US-Beteiligung im Kampf David gegen Goliath erfolgt nur wenige Wochen nachdem die New York Timesenthüllte, dass US-Spezialeinheiten saudische Soldaten entlang der jemenitischen Grenze ausgebildet haben sollen - eine geheime Operation, die nicht öffentlich diskutiert oder vom Kongress genehmigt wurde.

Ich habe starke Bedenken, dass die Trump-Administration die USA ohne Genehmigung des Kongresses tiefer in einen Krieg im Jemen verstrickt. Wir müssen verhindern, dass die USA in einen weiteren endlosen Krieg hineingezogen werden", warnte Senator Bernie Sanders als Antwort angesichts des Times-Berichts.

Hudaida ist die einzige Hafenstadt in Nordjemen, Hauptstadt der Region und eine der größten Städte des Jemen. Mit dem Sturm auf die Hafenstadt würde sich das Kampfgeschehen in dichtbesiedelte Gebiete verlagern, und das in einem Land, das mit Nahrungsmittelknappheit, Unterernährung, einer zusammenbrechenden Gesundheitsversorgung sowie einer grassierenden Choleraepidemie bereits eine humanitäre Katastrophe erlebt.

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