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Französische Armee versagte in Syrien: Jede dritte Rakete zündete nicht oder verfehlte Ziel

Französische Armee versagte in Syrien: Jede dritte Rakete zündete nicht oder verfehlte Ziel
Die französische Marine musste drei Marschflugkörper auf Syrien mit einem Ersatzkriegsschiff abfeuern. Auch die von Kampfjets abgefeuerten Flugkörper hatten Probleme. Mindestens einer der insgesamt zehn Luft-Boden-Marschflugkörper zündete nicht.

Frankreich bombardierte am vergangenen Samstagmorgen gemeinsam mit den USA und Großbritannien Positionen in Syrien. Unter dem Vorwand eines angeblichen Chemieangriffs durch Regierungstruppen in Duma stellte sich Frankreich an die Spitze der westlichen Staaten, die die syrische Regierung "bestrafen" wollten. Nun räumt Paris ein, dass die militärischen Auswirkungen der Bestrafungsaktion wegen technischer Probleme dürftig ausfielen.

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Die eingesetzten französischen Waffen waren teilweise nicht einsatzfähig. Die Marine und Luftwaffe setzten französische Versionen der britischen "Storm Shadow"-Marschflugkörper ein, die "SCALP" genannt werden und aus dem Hause MBDA kommen. An der Zahl feuerte die französische Armee zwölf Raketen ab. Mindestens vier der Raketen erreichten ihr Ziel nicht, was einer Trefferquote von nur zwei Dritteln entspricht.

Französische Armee versagte in Syrien: Jede dritte Rakete zündete nicht oder verfehlte Ziel

Sowohl die französische Marine als auch die Luftwaffe hatten nach Angaben französischer Medien Schwierigkeiten beim Abfeuern ihrer Waffensysteme. Die Marine des Landes hatte im östlichen Mittelmeer drei Mehrzweckfregatten der Aquitanien-Klasse mit SCALP-Marineflugkörpern eingesetzt – darunter die l'Aquitaine, l'Auvergne und Le Languedoc. Nur das letztgenannte Schiff war in der Lage, drei Raketen abzufeuern.

Das französische Verteidigungsmagazin La Lettre A berichtete, dass die erste Salve von drei Raketen nicht abgefeuert werden konnte. Das Kriegsschiff Le Languedoc sprang schließlich ein und fungierte als Backup-Plattform für den ersten fehlgeschlagenen Angriff. Laut der Zeitung L'Opinion sah der eigentliche Plan der Marine das Abfeuern von "mehr als drei" Raketen vor, aber die dritte Fregatte hätte ein kurzes Zeitfenster verpasst und wurde angewiesen, den Start abzubrechen. Damit fielen zwei von drei Fregatten aus.

Die französische Armee gab nach tagelang kursierenden Gerüchten schließlich das Scheitern der ersten Salve zu. Der Einsatz des angeblichen Backup-Schiffes, das quasi einspringen musste, wäre jedoch Teil eines routinierten Marineeinsatzes der französischen Kriegsschiffe gewesen, wird behauptet. Die neuen SCALP-Marine-Marschflugkörper wurden von der französischen Armee am 14. April zum ersten Mal im Kampfeinsatz eingesetzt.

Die französische Luftwaffe hatte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Marine. Mindestens ein Marschflugkörper, der im Einzelkauf zwischen 850.000 und eine Millionen Euro kostet, erreichte bei der Durchführung der Luftangriffe sein Angriffsziel nicht.

Jeder der fünf Rafale-Jets, die am Angriff auf Syrien beteiligt waren, war mit zwei SCALP-Raketen bewaffnet. Nur neun wurden richtig gestartet, während die zehnte scheinbar defekt war und stattdessen über einer "sicheren Zone" abgeworfen werden musste.

Das militärische Scheitern wurde als erstes vom französischen Blog-Portal Le mamouth aufgegriffen. Anfänglich reagierte die französische Armee auf diese Berichte mit Empörung und wies Ausfälle zurück. "Alle Ziele wurden" von Raketen getroffen, zitierte das Magazin Le Point das französische Militär.

Die alles andere als perfekte Ausführung der Luftangriffe trägt zur Verlegenheit des Elysee-Palastes über das abenteuerliche Aufbäumen von Paris gegen Syrien bei. Präsident Emmanuel Macron wurde bereits kritisiert, weil er die Luftangriffe ohne Zustimmung des französischen Parlaments angeordnet hatte, und könnte in eine noch unangenehmere Lage gebracht werden, da er behauptete, seine Regierung hätte klassifizierte Geheimdienstberichte als Beweis dafür, dass der angebliche chemische Angriff am 7. April von der syrischen Regierung eingeleitet wurde. In den vergangenen Tagen wiesen mehrere Berichte von Journalisten vor Ort darauf hin, dass in Duma an diesem Tag überhaupt keine chemischen Waffen eingesetzt wurden.

Die syrische Regierung reagierte unterdessen mit einer symbolischen Geste. Aus Protest gegen die Luftangriffe Frankreichs ließ der syrische Präsident Baschar al-Assad das Großkreuz des Verdienstordens der Ehrenlegion über die rumänische Botschaft zu Damaskus an Paris zurückgeben. 2001 verlieh der damalige französische Präsident Jacques Chirac dem syrischen Staatsoberhaupt das Ehrenkreuz.

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