Aufständische vor dem Kollaps: Syrische Armee spaltet Ost-Ghuta in drei Teile auf

Aufständische vor dem Kollaps: Syrische Armee spaltet Ost-Ghuta in drei Teile auf
Die syrische Armee hat einen bedeutenden Fortschritt in ihren Bemühungen gemacht, das von Rebellen und Islamisten gehaltene Gebiet Ost-Ghuta am Stadtrand von Damaskus einzunehmen. Die Armee konnte das Rebellen-Gebiet in drei Teile spalten.

Die syrische Armee isolierte die größte Ortschaft der aufständischen Region Duma. Der Vorstoß, der am Wochenende durchgeführt wurde, teilt die Region in drei Teile auf.

Aufständische vor dem Kollaps: Syrische Armee spaltet Ost-Ghuta in drei Teile auf

Die syrische Regierung startete im vergangenen Monat eine große Offensive, um Ost-Ghuta in der Nähe der Hauptstadt Damaskus nach Jahren wieder einzunehmen.

Die syrische Regierung hat Berichten zufolge die zentrale Stadt Misraba erobert und ist in das umliegende Ackerland vorgedrungen. Misraba liegt an einer Hauptstraße, die das im Norden gelegene Duma mit Harasta, einer anderen großen Stadt im Westen verbindet. Das syrische Staatsfernsehen erklärte, dass die Armee Ost-Ghuta gespalten hat. Ein Rebellensprecher stritt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ab, dass Harasta oder Duma abgeschnitten wurde.

Mitglieder der so genannten Weißen Helme besichtigen die Schäden an einer römischen Ruinenstätte in Daraa, Syrien, am 23. Dezember 2017.

Kampfhandlungen dauern weiterhin an

Seit Montag Mitternacht befinden sich Angriffseinheiten der 4. Mechanisierten Division der Syrischen Armee inmitten einer großen Schlacht mit dschihadistischen Kämpfern in der Nähe der Bezirksstadt Harasta im Gebiet von Ost-Ghuta, schreibt das regierungsnahe syrisch-libanesische Nachrichtenportal Al-Masdar.

Harasta dient als Bollwerk für zwei besonders radikale Dschihadistenfraktionen: Ahrar al-Scham, einen Teil der Muslimbruderschaft, und Hayat Tahrir al-Sham, einen Zweig von Al-Kaida - besser bekannt unter dem früheren Namen Jabhat al-Nusra.

In Ost-Ghuta finden sich zahlreiche islamistische Rebellengruppen wieder. Im Norden des Gebietes operieren vor allem die Milizen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam, die sich selbst als "islamistisch und reformistisch" beschreiben, aber die Ideologie von Al-Kaida und deren syrischem Ableger Hayat Tahrir al-Scham, ehemals Al-Nusra-Front, zumindest offiziell ablehnen. Im Süden von Ost-Ghuta halten sich Zellen der Al-Kaida-nahen Miliz Hayat Tahrir al-Scham auf. Ansonsten wird der Süden von der FSA-nahen Al-Rahman-Legion dominiert, die laut öffentlich zugänglichen Informationen ebenfalls als "islamistisch" kategorisiert wird. In der Vergangenheit wurde die Miliz von den USA mit Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ BGM-71 ausgerüstet.

UN-Konvoi konnte nach mehreren gescheiterten Anläufen Hilfsmittel bringen

Ost-Ghuta liegt so nah an Damaskus, dass es für die Aufständischen möglich ist, Mörser in das Herz der Hauptstadt zu schießen, was bereits zu unzähligen zivilen Todesfällen geführt hat.

Am Freitag konnte ein UN-Konvoi erfolgreich humanitäre Hilfe nach Ost-Ghuta liefern, nachdem frühere Lieferungen noch durch Beschuss gestoppt worden waren.

Rund 400.000 Menschen sollen sieben Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges in Syrien immer noch in der Region leben. Seit 2013 wird Ost-Ghuta von Regierungskräften belagert. 

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