Türkische Luftwaffe schießt russischen Kampfjet über Syrien ab – Videos des toten Piloten kursieren

Fotoquelle: Alexander Mishin / CC BY-SA 3.0
Fotoquelle: Alexander Mishin / CC BY-SA 3.0
Ein russischer Kampfjet vom Typ Su-24 ist am Dienstagmorgen von der türkischen Luftwaffe abgeschossen worden, das bestätigte das türkische Verteidigungsministerium. Laut russischen Angaben hätte das Kampfflugzeug den türkischen Luftraum nicht verletzt und dies sei mittels Radardaten nachweisbar. Türkische Quellen behaupten das Gegenteil. Mittlerweile kursieren erste Videoaufnahmen von einem der abgeschossenen russischen Piloten.

Beide Piloten der Maschine konnten sich noch rechtzeitig aus der brennenden Su-24 mit Fallschirmen retten. Über ihr Schicksal ist noch wenig bekannt, außer dass der Sender CNN Türk unter Berufung auf lokale Quellen behauptete, dass Turkmenen-Milizen einen der Piloten gefangen nehmen konnten.

Ein bislang nicht verifiziertes, kürzlich auf YouTube veröffentlichtes Video soll einen der russischen Kampfpiloten zeigen, der keine Lebenszeichen mehr von sich gibt. Um ihm herum stehen offenbar Angehörige diverser Turkmenen-Milizen, die ihn auf Arabisch,„Tayyar Russi“, als russischen Piloten beschreiben.

Russische Hubschrauber suchen die Region nach den Piloten ab, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Dogan.

Der Fernsehsender Habertürk TV zeigte indes Bilder vom Absturz und berichtete, dass sich die Su-24 „in einen Feuerball verwandelte“. Zahlreiche angebliche Zeugen schrieben in den sozialen Medien, dass schwere schwarze Wolken vom Absturzort des Flugzeuges aufstiegen.

Das türkische Militär (Türk Silahli Kuvvetleri) informierte, dass es den abgeschossenen Kampfjet zuvor binnen fünf Minuten zehn Mal gewarnt hätte. Überdies sei das Flugzeug unerlaubt in den türkischen Luftraum eingedrungen. Zwei türkische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 sollen nach Darstellung Ankaras die Su-24 abgeschossen haben. 

Das Flugzeug landete allerdings unweit eines turkmenischen Dorfes, Yamadi, in der syrischen Grenzregion der Provinz Latakia. In den mehrheitlich von syrischen Turkmenen bewohnten Turkmenen-Bergen, auf Arabisch: „Dschabal Turkman“, startete die syrische Armee mit russischer Luftunterstützung und zahlreichen Schiiten-Milizen aus dem Libanon, Irak und Iran eine Großoffensive mit Stoßrichtung Dschisr al-Schugur.

Heute traf sich der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu im Rahmen einer Dringlichkeitssitzung mit dem Vertreter des Generalstabes, General Hulusi Akar, und dem Chef des Geheimdienstes, Hakan Fidan. Das Außenministerium instruierte er, die NATO und die Vereinten Nationen angesichts der jüngsten Entwicklungen an der syrischen Grenze zu konsultieren. Das gab das Büro des Premiers in einer Presseerklärung bekannt.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow wird am Mittwoch zu einem Staatsbesuch in der türkischen Hauptstadt Ankara zu bilateralen Gesprächen erwartet. Das türkische Außenministerium teilte mit, dass das Treffen wie geplant stattfinden werde.

 

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