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83 Jahre alter Scheich Nawaf als neuer Emir von Kuwait vereidigt

83 Jahre alter Scheich Nawaf als neuer Emir von Kuwait vereidigt
83 Jahre alter Scheich Nawaf als neuer Emir von Kuwait vereidigt
Einen Tag nach dem Tod des Emirs von Kuwait ist dessen 83-jähriger Halbbruder Scheich Nawaf al-Ahmed Al-Sabah in dem ölreichen Staat am Persischen Golf als Nachfolger vereidigt worden. Am Mittwoch legte er den Amtseid in einer Zeremonie in der Nationalversammlung ab.

Scheich Nawaf war im Jahr 2006 zum Kronprinzen ernannt worden. Er diente über zwei Amtszeiten insgesamt 13 Jahre lang als Innenminister und half dabei, das Innenministerium in seiner heutigen Form aufzubauen. Beim Überfall des damaligen irakischen Staatschefs Saddam Hussein auf das Nachbarland Kuwait im Jahr 1990 diente er als Verteidigungsminister. Im darauffolgenden Zweiten Golfkrieg kämpfte ein von den USA angeführtes Bündnis um die Befreiung des Öl-Emirats. Große politische Änderungen in Kuwait werden mit dem neuen Emir nicht erwartet.

Das vorige Staatoberhaupt des arabischen Landes, Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah, war am Dienstag im Alter von 91 Jahren in den USA gestorben. Er versuchte sich als Vermittler bei Konflikten in der Region und bemühte sich unter anderem, die diplomatische Krise zwischen einem Bündnis um Saudi-Arabien und Katar seit dem Jahr 2017 zu entschärfen.

Der kuwaitische Emir Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah und der saudische König Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud am 1. Juni 2019 in Mekka.

Sabah al-Ahmed al-Sabah war im September 2019 in den USA ins Krankenhaus gebracht worden. Nach dem einmonatigen Aufenthalt war offiziell lediglich von medizinischen Untersuchungen die Rede, die "erfolgreich abgeschlossen" worden seien. Vergangenen Juli kam der Emir dann erneut ins Krankenhaus – zu "einigen ärztlichen Untersuchungen", wie es hieß. Er sei nach einer "erfolgreichen" Operation "bei guter Gesundheit". Details zu seinem Gesundheitszustand oder möglichen Beschwerden blieben aber unter Verschluss. Kronprinz Scheich Nawaf al-Ahmed al-Dschaber Al-Sabah wurden seinerzeit vorübergehend bereits einige "konstitutionelle Zuständigkeiten" übertragen.

Der Leichnam Scheich Sabahs traf am Mittwoch aus den USA in Kuwait ein. An der Bestattung dürfen nach einem Beschluss des Ministeriums für höfische Angelegenheiten nur Angehörige teilnehmen. Grund für die Einschränkungen sei der "Schutz der Gesundheit", teilte das Ministerium mit – offenbar im Verweis auf Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. In Kuwait, wo am Dienstag eine 40 Tage lange Trauer ausgerufen wurde, standen die Flaggen auf halbmast.

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