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Acht Jahre nach dem Tsunami: Fukushima noch immer im Ausnahmezustand

Acht Jahre nach dem Tsunami: Fukushima noch immer im Ausnahmezustand
Eine Frau betet für die Tsunami-Opfer in Fukushima, Japan, 11. März 2018.
Ein Erdbeben verursachte am 11. März 2011 in der Präfektur Fukushima einen Tsunami. Dabei wurde ein Kernkraftwerk schwer beschädigt, die Gegend verstrahlt. Die Katastrophe forderte mehr als 20.000 Menschenleben. Die Geflohenen zögern noch heute vor der Rückkehr in ihre Heimat.

Im Japanischen gibt es viele Arten sich zu entschuldigen. Die einfachste Art, ein "Sumimasen", bedeutet wortwörtlich übersetzt "es fehlt etwas". Die Katastrophe von Fukushima führte in Japan zu vielen Entschuldigungen von Seiten der Regierung und der Betreiberfirma des Daiichi Kernkraftwerks Tepco. Diese gingen mit tiefen Verbeugungen als Ausdruck der Reue und Wehmut einher. Jetzt, acht Jahre nach der Katastrophe, soll die Region nach Aussagen der japanischen Regierung wieder sicher sein.

Ein Mitarbeiter von Tokyo Electric Power Co. (TEPCO), der einen Schutzanzug und eine Maske trägt, befindet sich vor dem Reaktorgebäude Nr. 1 des von einem Tsunami zerstörten Kernkraftwerks Fukushima Daiichi in der japanischen Stadt Okumain der Präfektur Fukushima (10. Februar 2016).

Die Regierung hat den Bewohnern der ehemaligen Sperrzonen Itate und Namie die Rückkehr in ihre Heimat erlaubt. Hier fuhren zuletzt ausländische Katastrophentouristen, die einen besonderen Urlaubskick suchten, auf organisierten Touren durch die Geisterortschaften, bewaffnet mit Geigerzählern in der Hand. 

Mehr als 20.000 Menschen kamen durch den Tsunami ums Leben, der durch ein Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala am 3. März 2011 ausgelöst wurde. Auf der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES-Skala) erreichte die Katastrophe von Fukushima die höchste von sieben Stufen. 160.000 Menschen flohen aus der Region. Vor zwei Jahren hob die japanische Regierung die Evakuierungsanweisungen auf. In einem neuen Bericht prangert Greenpeace an, dass die Strahlenwerte noch immer zu hoch seien. Die Gesundheit der Menschen könne bei ihrer Rückkehr in das Gebiet nicht gewährleistet werden. 

Die japanische Regierung übt sich derweil noch immer in Schadensbegrenzung. Wohin mit der verstrahlten Erde? Rund 70.000 Arbeiter mit Schutzkleidung schufteten in den letzten Jahren an der Aufgabe, die verstrahlte obere Erde abzutragen und Gräser, Sträucher und Bäume zu beseitigen.

Die abgetragene Erde wird in Säcke verpackt. Bis 2045 werden diese in Übergangslagern in Okuma und Futuba, westlich des beschädigten Kernkraftwerks, gelagert. Danach sollen sie außerhalb der Präfektur Fukushima in einem eigens dafür geplanten Endlager zusammengetragen werden. 

Eine Frau wird auf radioaktive Strahlung getestet, Fukushima, Japan, 28. März 2011.

Da aber niemand die verstrahlte Erde horten möchte, wurde noch kein geeigneter Ort gefunden. Noch mindestens zwei Jahre lang werden die Aufräumarbeiten andauern. 

Greenpeace wirft der japanischen Regierung vor, die Rechte der Kinder missachtet zu haben und sie gefährlichen Strahlungen auszusetzen. Die Umweltschutzorganisation empfiehlt der Regierung in Tokio, die Rückkehr der Anwohner von Itate und Namie auszusetzen. Die finanzielle Unterstützung der Geflüchteten müsse weitergehen und könne nicht als Druckmittel genutzt werden, um die Menschen zur Rückkehr in das verstrahlte Gebiet zu bewegen.

Die Betreiberfirma Tepco hatte 2012 zugegeben, nicht genügend Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Katastrophen vorgenommen zu haben. Übungen für den Ernstfall wurden zudem fälschlicherweise nur als Formalität betrachtet. 

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