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Chinesischer Professor: China und Russland stehen in einem Bündnis gegen US-Hegemonie

Chinesischer Professor: China und Russland stehen in einem Bündnis gegen US-Hegemonie
Chinesische Truppen paradieren am Ende der "Wostok-2018"-Militärübungen auf dem Tsugol-Übungsplatz unweit der Grenzen zu China und der Mongolei in Sibirien am 13. September 2018.
China muss seine Abhängigkeit von der US-Wirtschaft und dem US-Dollar reduzieren. Insbesondere sekundäre US-Sanktionen haben begonnen, die Zusammenarbeit zwischen China und Russland zu behindern, die sich zunehmend in einem Bündnis gegen die USA wiederfinden.

RT Deutsch hat mit Xin Zhang gesprochen. Er ist Professor und stellvertretender Direktor des Zentrums für Russistik an der Ostchinesischen Universität Shanghai. Das Interview führte Redakteur Ali Özkök.

Die USA verhängen fortwährend Sanktionen gegen die chinesische Wirtschaft. Welche Strategie verfolgt Peking, um dem Druck aus den USA entgegenzuwirken?

Auf der einen Seite muss China seine Wirtschaftsstrategie anpassen: Verringerung der Abhängigkeit vom US-Markt, Verringerung der Abhängigkeit vom US-Dollar, weitere Verbesserung seiner inländischen Industriekapazitäten, Steigerung seiner Inlandsmarktnachfrage und Entwicklung mindestens einer Reihe von Institutionen, die um die derzeit von den USA dominierten Länder herumgehen können. In unterschiedlichem Maße setzen der chinesische Staat und die Unternehmenswelt diese unterschiedlichen politischen Entscheidungen bereits um. Das ultimative Ziel ist es, nicht politisch von der wirtschaftlichen Interdependenz mit den USA überfallen zu werden.  

Indische Anhänger der nationalistischen Hindu-Dogra-Front und Shiv Sena verbrennen die pakistanische Nationalflagge während einer Protestkundgebung in Dschammu am 11. Februar 2018.

Die USA haben China für den Kauf von militärischer Ausrüstung aus Russland bestraft. Stellt das überhaupt ein Problem für Peking dar?

Ja, die US-Sanktionen haben definitiv zu Schwierigkeiten geführt. Neben den direkten Sanktionen werden auch Sekundärsanktionen immer mehr zu einem Anliegen der chinesisch-russischen bilateralen Zusammenarbeit in mehreren Bereichen.  

Im Westen stellt man sich immer wieder die Frage, ob Russland und China nun in einem strategischen Bündnis stehen. Wie würden Sie das Verhältnis zwischen den beiden Staaten beschreiben, und welchen Platz nimmt die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in diesem Verhältnis ein?

Es ist ein widerwilliges, aber potenziell fähiges Bündnis, und sein Wesen hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Es ist definitiv kein Bündnis gegen den Westen. Im Laufe der Zeit nehmen solche bilateralen strategischen Beziehungen jedoch mehr anti-amerikanische hegemoniale Konnotationen an. Die SOZ ist eine wertvolle regionale Organisation mit starker Beteiligung beider Länder. Aber ich möchte die SOZ nicht als einen wichtigen, entscheidenden Faktor auflisten, der die bilateralen Beziehungen ultimativ prägt.  

Historisch gesehen befindet sich Zentralasien im russischen Orbit. Dies könnte sich mit Chinas Seidenstraßen-Projekt ändern. Versucht China, die Interessen Russlands zu integrieren, oder existiert die Gefahr vor einem "Kampf" um Einfluss, wie es westliche Medien gerne prophezeien?

Der chinesische Staat war schon immer respektvoll gegenüber der traditionellen Rolle Russlands in Zentralasien. Angesichts der unterschiedlichen staatlichen Kapazitäten und der unterschiedlichen Agenda für beide Länder in Zentralasien ist der Spielraum für einen "Kampf" zwischen Russland und China eher begrenzt.   

Russland und China gelten als die Pioniere des Handels in Landeswährung. Welche Tragweite hat diese monetäre Kooperation?

Generell sehe ich die zunehmende Verwendung der nationalen Währung durch Russland und China als einen wichtigen Schritt zur Entdollarisierung. Der potenzielle Erfolg solcher Praktiken kann für andere ähnliche Praktiken zwischen anderen Ländern von symbolischer Bedeutung sein. Aber die Entdollarisierung ist ein langer Prozess und angesichts der aktuellen Position des US-Dollars im internationalen Finanzsystem kann sein Status dauerhafter sein als der Gesamtstatus der USA im globalen politischen System. Ein solcher Konkurrenzkampf wird also ein lang anhaltender Wettbewerb sein.

China hat eine kleine neue Trainingsbasis im Wachan-Korridor Afghanistans eingerichtet. Welche Strategie verfolgt Peking?

Zunächst einmal leugnen chinesische offizielle Quellen die Existenz einer solchen Basis im Wachan-Korridor. Wenn es aber eine solche Ausbildungsbasis gibt, ist es auch nicht allzu überraschend, denn China ist seit langem daran interessiert, Afghanistan bei der Terrorismusbekämpfung zu unterstützen und die Grenzsicherheit auf beiden Seiten der afghanisch-chinesischen Grenze zu gewährleisten. Bisher liegen auch keine glaubwürdigen Informationen über Bemühungen vor, Russland in dieses spezielle Projekt einzubeziehen. Aber es ist und bleibt für alle Beteiligten von Vorteil, wenn es mehr chinesisch-russische Zusammenarbeit mit allen regionalen Ländern gibt, um zur Stabilisierung der Situation in Afghanistan beizutragen und den Wiederaufbau des Landes voranzutreiben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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