USA: Nordkorea soll "einige" Atombomben und Raketen binnen sechs Monaten außer Landes schaffen

USA: Nordkorea soll "einige" Atombomben und Raketen binnen sechs Monaten außer Landes schaffen
Die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" berichtet, die USA hätten Nordkorea dazu aufgefordert, als vertrauensbildende Maßnahme einige Atomsprengköpfe und Interkontinentalraketen innerhalb eines halben Jahres außer Landes zu bringen.

Im Zuge der Verhandlungen hinter den Kulissen zwischen den USA und Nordkorea hat die amerikanische Seite Pjöngjang demnach ihrer Erwartung Ausdruck verliehen, dass Nordkorea binnen sechs Monaten einen Teil seines Atomwaffenarsenals beseitigt. Dies geht aus einem Bericht hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Jüngst hatten Medien das geplante Treffen wieder in Zweifel gezogen. Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un hatte am Mittwoch damit gedroht, die Gespräche mit US-Präsident Donald Trump in Singapur angesichts der derzeitigen US-Manöver auf der Koreanischen Halbinsel abzusagen. Das Gipfeltreffen in Singapur wurde für den 12. Juni angesetzt.

Gemeinsame Militärübung

China soll Kim Jong-un als Sprachrohr mit Blick auf die Manöver nutzen

Das nordkoreanische Regierungsoberhaupt warf den USA und den Südkoreanern vor, bei deren jährlichem Drill handele es sich um eine Übung zur Invasion Nordkoreas. Aus Washington hieß es hingegen, dass man über eine mögliche Absage Kim Jong-uns nicht informiert sei.

Wir haben nichts gesehen, wir haben nichts gehört. Wir werden sehen, was passiert", sagte Trump und reagierte damit auf eine Aussage des nordkoreanischen Vize-Außenministers Kim Kye-gwan.

Analysten sehen hinter der kolportierten Aussage des nordkoreanischen Regierungsoberhaupts den Einfluss des Staats- und Parteichefs der Volksrepublik China, Xi Jinping, auf Kim Jong-un. Denn auch China sind die Militärübungen der Amerikaner in der Region ein Dorn im Auge. Geplante Gespräche zwischen Seoul und Pjöngjang wurden bereits von nordkoreanischer Seite abgesagt. Ein Zusammenbruch Nordkoreas würde für China bedeuten, dass sich früher oder später US-amerikanische Soldaten auch an der Grenze Chinas positionieren dürften.

Das umstrittene THAAD-Raketenabwehrsystem, welches im Vorjahr in Südkorea unter Protesten der Bevölkerung aufgestellt wurde, könnte dann zur Spionage gegen Peking genutzt werden.

Militärübung soll am 25. Mai enden

Eine Bedingung Kim Jong-uns für die atomare Abrüstung ist die Garantie der Souveränität Nordkoreas und die Nichtinvasion der Amerikaner. Der Sicherheitsberater Donald Trumps, John Bolton, hatte vorgeschlagen, in Bezug auf die Denuklearisierung Nordkoreas "dem Beispiel Libyen" zu folgen. Die nordkoreanische Presse schrieb daraufhin von einem "finsteren Schritt", der allein darauf abziele, Nordkorea zu zerstören. Die Militärübung "Max Thunder" läuft noch bis zum 25. Mai. Bis zu diesem Datum wollte Kim Jong-un unter den Augen geladener Journalisten aus dem Ausland sein wichtigstes atomares Testgelände vollständig zerstören. Dieses soll Berichten zufolge derzeit infolge eines Erdsturzes unbrauchbar sein, zu dem es im Zusammenhang mit den Raketentests vom Vorjahr gekommen war. Anderslautenden Berichten zufolge hingegen soll zumindest ein Teil noch benutzbar sein.

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