US-General: Unsere Truppen in Afghanistan sind die wahren Mudschaheddin - nicht die Taliban

US-General: Unsere Truppen in Afghanistan sind die wahren Mudschaheddin - nicht die Taliban
Der oberste General der US-Marines, Robert Neller, hat am Mittwoch den Einsatz der US-Armee in Afghanistan indirekt als "Heiligen Krieg" verteidigt. Für ihn sind die Taliban Drogenhändler, Kabuls Armee und die US-Soldaten hingegen die "wahren Mudschaheddin".

Den etwas untypisch erscheinenden Anspruch auf einen solchen Titel hat Robert Neller, ein Vier-Sterne-General und derzeitiger Oberbefehlshaber des U.S. Marine Corps, während einer Pressekonferenz erhoben.

"Die Terroristen nennen sich Freiheitskämpfer, Mudschaheddin - das sind sie nicht", sagte Neller.

Das sind Kriminelle. Ich denke, sie sind 'Takfiri' [ein Muslim, der andere Muslime des Glaubensabfalls beschuldigt]. Sie sind Abtrünnige. Sie verstecken sich hinter dem Islam. Sie verkaufen Drogen. Sie töten unschuldige Menschen. Das ist nicht das, was der Islam ist.

Die afghanische Armee und die Amerikaner - wir sind die Mudschaheddin! Wir sind die Mudschaheddin. Das ist die Botschaft", fügte er hinzu.

Neller versuchte mit dieser religiösen Bezugnahme offenbar, die positive Konnotation zurück ins Gedächtnis zu rufen, die der Begriff in den 1980er Jahren genoss, als die Mudschaheddin in Afghanistan gegen die Sowjetunion kämpften. Zu dieser Zeit erhielten die Gotteskrieger erhebliche Unterstützung vom US-Auslandsgeheimdienst CIA.

Auch westeuropäische Staaten wie Großbritannien reichten den Mudschaheddin eine helfende Hand gegen die Sowjet-Armee. Die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher traf sich 1981 mit afghanischen Glaubenskriegern im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet, die der britische Fernsehsender BBC als "Widerstandskämpfer" feierte. Thatcher betonte damals: "Die freie Welt ist mit euch."

Jahrzehnte später kritisiert General Neller angesichts der Unwahrscheinlichkeit für die USA, den Krieg in Afghanistan militärisch zu gewinnen, verschiedene islamistische militante Gruppen, einschließlich der Taliban, dafür, dass sie ihre Kämpfer Mudschaheddin nennen.

Das arabische Wort bezieht sich auf jede Person, die sich im Dschihad engagiert - sowohl im weiteren spirituellen als auch im engeren militärischen Sinn des Wortes. Seit dem 19. Jahrhundert wurde "Mudschahid" zunehmend zur Beschreibung von Guerillakämpfern verwendet. Vor allem das imperiale Großbritannien prägte seinerzeit diesen Begriff, als es wiederholt versuchte, von Indien aus in Afghanistan einzufallen.

Der US-General wählte seine Worte, um auf eine Frage nach der Rolle des US-Marineinfanteriekorps in Afghanistan zu antworten. Diese wollte er nicht näher erläutern, sondern sprach stattdessen von der Möglichkeit, mit den Taliban eine friedliche Lösung auszuhandeln.

"[Die Taliban] kämpfen seit - was, 40 Jahren?", fragte er und fügte hinzu:

Möglicherweise wird es ein Programm geben für die Taliban, die glauben, es gäbe einen besseren Weg, ihr Leben zu leben, als ihre jungen Männer weiterhin zu töten. Sie werden von Männern geführt, die nicht einmal dort im Kampf sind - sie leben in anderen Ländern. Ihnen geht es darum, sie davon zu überzeugen, dass dies das Richtige ist, obwohl es tatsächlich nur darum geht, Geld mit Drogen zu verdienen.

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