In letzter Sekunde: Geistesgegenwärtige Pilotin verhinderte Flugzeugkatastrophe über Mumbai

In letzter Sekunde: Geistesgegenwärtige Pilotin verhinderte Flugzeugkatastrophe über Mumbai
(Symbolbild). Ein Vistara Airbus A320 Passagierflugzeug im Landeanflug auf den internationalen Flughafen Chhatrapati Shivaji International in Mumbai.
Zwei indische Passagierjets befanden sich am 7. Februar über Mumbai auf Kollisionskurs. Die schnelle Reaktion einer Pilotin der Air India rettete 261 Menschen das Leben. Die Rolle der Flugsicherung ist nun Gegenstand von Debatten.

Für die Passagiere an Bord zweier indischer Inlandsflüge müssen es die schrecklichsten und glücklichsten Momente zugleich gewesen sein. Ein Airbus A320neo (Flug UK 997) der Regionalfluggesellschaft Vistara war der A319-Maschine von Air India (Flug AI 631) gefährlich nahe gekommen. An Bord des Vistara-Flug von Delhi nach Pune befanden sich 152 Passagiere, der Air-India-Flug von Mumbai nach Bhopal beförderte 109 Personen.

Fatale Toilettenpause eines Piloten

Während des Fluges machte der Kapitän des Vistara-Flugzeugs eine Toilettenpause und ließ seine Co-Pilotin allein im Cockpit zurück. Um die internationalen Luftverkehrsvorschriften einzuhalten, die zwei Besatzungsmitglieder zur gleichen Zeit auf dem Cockpit vorsehen, nahm eine Flugbegleiterin den Platz des Piloten ein, berichtete die Times of India. Im Cockpit der Air India befand sich die Flugkapitänin Anupama Kohli.

Über Mumbai wies die örtliche Flugsicherung (ATC) die Pilotin des Vistara-Fluges an, weiter auf 27.100 Fuß (etwa 8,26 Kilometer) zu sinken – gerade einmal 100 Fuß (etwa 30,5 Meter) über der Flughöhe der Air-India-Maschine. Zu diesem Zeitpunkt waren die Flugzeuge "kaum Sekunden voneinander entfernt", erklärte eine Quelle aus dem Bereich der Luftfahrt gegenüber der Zeitung.

Die Flugzeuge kamen einander so nahe, dass Kapitänin Kohli den Vistara-Jet sehen konnte und die Flugsicherung fragen hörte, warum sie in dieser Höhe unterwegs sind. Aus dem Cockpit des Vistara-Fluges kam die Antwort: "Nein, Sie haben mir gesagt, ich soll auf dieser Höhe fliegen."

"Sicherheit ist höchste Priorität"

Kurz vor dem Beinahe-Zusammenstoß schlug das elektronische Verkehrs- und Kollisionswarnsystem (TCAS) im Cockpit des Air-India-Jets Alarm: "Steigen, steigen, steigen, steigen!" Kapitänin Kohli reagierte schnell, zog ihr Flugzeug hoch und drehte nach rechts ab, um dem Airbus A320 von Vistara auszuweichen.

Später erklärte Air India, dass "zwischen dem Vistara-Piloten und dem ATC etwas schief gelaufen" sei, da das Vistara-Flugzeug immer weiter absank, während das ATC anderweitige Anweisungen gab, berichten lokale Medien.

Ein Sprecher von Vistara kommentierte seinerseits in einer knappen Erklärung, dass beide Piloten "ihre Standardbetriebsanweisungen für derartige Fälle befolgten, um sie [die Kollision] zu vermeiden, und ihre Flugzeuge reibungslos zu landen". Er fügte hinzu, dass die Sicherheit von Passagieren und Besatzung "unsere höchste Priorität" sei.

Archivbild einer Antonow An-148.

Ähnlicher Vorfall bereits Ende Januar

Die Nachricht wurde nur einen Tag nach dem Absturz eines Regionaljets des Typs Antonow An-148 der russischen Saratov Airlines bekannt, der Minuten nach dem Start außerhalb Moskaus abgestürzt ist. Es kamen dabei alle 65 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder ums Leben. Schlechtwetter, menschliches Versagen oder mechanische Probleme werden derzeit als mögliche Ursachen untersucht.

Zwischenfälle während des Fluges sind im indischen Luftraum keine Seltenheit. Ende Januar befanden sich auch ein A320-Jet des Unternehmens IndiGo und eine Boeing 777 von Emirates auf Kollisionskurs über Nagpur. Beide Besatzungen folgten den Anweisungen der automatischen Systeme und vergrößerten den Abstand zwischen den Flugzeugen.

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