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Brasilien: Homophobie und Transphobie zu Verbrechen erklärt

Brasilien: Homophobie und Transphobie zu Verbrechen erklärt
Archivbild: Gay-Pride-Veranstaltung in Brasilien
Das Oberste Gericht in Brasilien erklärte Hassverbrechen gegen Homo- und Transsexuelle zu Straftaten. Sechs von elf Richtern stimmten dafür, dass Diskriminierung von LGBT-Personen offiziell mit Rassismus gleichgesetzt werden muss.

Die Neuregelung bedeutet, dass Homophobie künftig genauso wie rassistische Straftaten bestraft wird, solange der Kongress keine spezifischen Gesetze zum Schutz von Lesben, Schwulen und Transsexuellen verabschiedet hat. Aktivisten der Homosexuellenbewegung hatten schon lange gefordert, Homophobie als Hassverbrechen anzuerkennen. Sie begrüßten die Entscheidung der Richter. Menschenrechtler behaupten, sie gebe der LGBT-Gemeinde, die ständigen Angriffen ausgesetzt sei, echten Schutz. Laut der brasilianischen Menschenrechtsgruppe Grupo Gay da Bahia wurden dieses Jahr mindestens 141 LGBT-Personen in Brasilien umgebracht. Letztes Jahr sollen den Hassverbrechen 420 LGBT-Personen zum Opfer gefallen sein.

Luiz Fux, Vizepräsident des Obersten Gerichtshofs, sagte bei seiner Abstimmung:

Homophobe Straftaten sind ebenso alarmierend wie körperliche Gewalt.

Seit fast 20 Jahren versuchte man in Brasilien, Homophobie auf gesetzlicher Ebene zu bestrafen – allerdings stießen die gesetzgebenden Organe immer wieder auf Widerstand. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, der letztes Jahr mit starker Unterstützung konservativer Wähler gewählt wurde, beschreibt sich selbst als homophob. In früheren Interviews sagte Bolsonaro, er hätte lieber "einen toten Sohn als einen homosexuellen Sohn". Im vergangenen Monat wurde er heftig für seine Aussagen kritisiert, dass Brasilien kein "Paradies für schwule Touristen" werden sollte. Auch die katholische Kirche und die evangelische Bewegung stehen den Rechten der Homosexuellen häufig kritisch gegenüber.

Im Jahr 2013 führte Brasilien per Gerichtsentscheid die gleichgeschlechtliche Ehe ein. LGBT-Paare dürfen in Brasilien auch Kinder adoptieren.

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