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Amazonas-Gebiet: Schlimmste Waldbrände seit 13 Jahren

Amazonas-Gebiet: Schlimmste Waldbrände seit 13 Jahren
Rauchschwaden eines Feuers in einem Gebiet des Amazonas-Regenwaldes in der Nähe von Porto Velho, Bundesstaat Rondônia, Brasilien, 10. September 2019
Mehr als 2.200 Brände hat Brasiliens Nationales Institut für Weltraumforschung INPE bei der Auswertung von Satellitenbildern im Amazonasgebiet im Mai registriert. Neben den Bränden belasten vor allem auch Goldförderung und Bergbau den schrumpfenden Regenwald.

Die Zahl der Brände ist laut INPE um fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen – es sind so viele wie seit dem Mai 2007 nicht mehr. Damals waren es mehr als 3.500 Feuer. Mehr als 2.000 Quadratkilometer Regenwald sind zwischen Januar und Mai abgeholzt worden.

Mit Beginn der Trockenzeit in Amazonien schrillen bei Umweltschützern und Klimaaktivisten für gewöhnlich die Alarmglocken. Sie und auch Wissenschaftler waren in diesem Jahr jedoch bereits zuvor davon ausgegangen, dass in der Corona-Krise die Kontrollen der Behörden nachließen. Kritiker werfen der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro zudem vor, Abholzung und Brandrodung zu befeuern.

WWF: Tropenwald-Zerstörung im

Umweltminister Ricardo Salles zufolge sollte die Regierung es ausnutzen, dass die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf das Coronavirus gerichtet ist, um Umweltvorschriften für Amazonien zu lockern, ohne einen Aufschrei zu erzeugen. "Wir haben in diesem Moment die Gelegenheit, alle Regelungen zu ändern und die Vorschriften zu vereinfachen", sagte Salles im April.

Bolsonaro ist ein Befürworter der wirtschaftlichen Ausbeutung Amazoniens. Er geriet wegen der verheerenden Brände im Amazonasgebiet im vergangenen Jahr heftig in die Kritik. Ihm wird vorgeworfen, die Zerstörung in Kauf zu nehmen, um neue Flächen für Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau zu erschließen. Neben den Bränden sind vor allem auch Goldförderung und Bergbau zunehmende Probleme.

Illegale Goldsucher als zusätzliches Problem

Wo die "Garimpeiros" (illegale Goldsucher) wie in Creporizão im Westen des brasilianischen Bundesstaates Pará Schneisen in den Regenwald schlagen und sich tief in die Erde graben, erholt sich der Wald nur schwer. Dies berichteten Forscher der britischen University of Leeds im Journal of Applied Ecology. "Tropenwälder werden von Goldförderung und Bergbau stark beeinträchtigt", sagt Co-Autorin Michelle Kalamandeen, "und sie wachsen von selbst kaum nach."

Kalamandeen und die anderen Forscher warnen, dass die Folgen lange anhalten, auch in Hinblick auf den Klimawandel, und eine aktive Landbewirtschaftung notwendig ist. Das Amazonasgebiet ist der größte Kohlendioxid-Speicher der Welt. Aufnahmefähigkeit und Speicherkapazität sinken jedoch mit der Zerstörung des Regenwaldes.

Der Studie zufolge wachsen die Tropenwälder in stillgelegten Goldförder- und Bergbaugruben besonders schlecht nach. Das Team betrieb auf zwei kurz zuvor verlassenen Goldminen in Guyana Feldforschung, analysierte Bodenproben und bestimmte die Biomasse einzelner Bäume. An einigen Orten war die Vegetation auch lange nach dem Stopp der Goldförderung fast nicht zurückgekehrt.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Erschöpfung der Nährstoffe die Erholung mehr beeinträchtigt als die Quecksilberverschmutzung. Der fruchtbare Boden des Regenwalds ist nur sehr dünn. Der hohe Quecksilbergehalt hat jedoch schwerwiegende Auswirkungen auf Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Biodiversität.

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(rt/dpa)

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