icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Brasilien: Solidarität mit Protesten in USA nach Tod von 14-Jährigem durch Polizeigewalt

Brasilien: Solidarität mit Protesten in USA nach Tod von 14-Jährigem durch Polizeigewalt
So wie hier in Manaus kam es in verschiedenen brasilianischen Städten zu Protesten gegen die Regierung von Präsident Bolsonaro. (2. Juni 2020)
In zahlreichen Ländern solidarisieren sich die Menschen mit der Protestbewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt, die nach dem Tod von George Floyd in Minneapolis aufflammte. In Brasilien verweisen die Demonstranten auf tausende eigene Tote durch brutale Sicherheitskräfte.

Nicht nur in zahlreichen Städten in den USA, auch in anderen Ländern haben sich zahlreiche Menschen mit der Protestbewegung solidarisiert, die in Minneapolis nach dem Tod von George Floyd durch Polizisten startete.

Ein Graffito in Rio de Janeiro, das Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro und seine Söhne zeigt, 14. Mai 2020

Die Welle der Empörung über die Tötung eines weiteren unbewaffneten Afroamerikaners durch US-Polizisten hat sich auf mehrere Länder ausgebreitet. So gab es Proteste in Städten wie Barcelona (Spanien), Amsterdam (Niederlande), London (Vereinigtes Königreich) oder Athen (Griechenland) gegen Rassismus und Polizeibrutalität in den USA. Aber auch die Probleme für Menschen in anderen Ländern durch die eigenen Sicherheitskräfte wurden dabei teils beleuchtet, so bei Protesten in Gaza und in mehreren Städten in Brasilien.

Am Sonntag nahmen Hunderte von Menschen an einer Demonstration in der Innenstadt von Rio de Janeiro teil, bei der die tödlichen Polizeieinsätze in den Favelas angeprangert wurden, durch die im April 177 Tote zu beklagen waren. Allein die Polizei von Rio de Janeiro hat im Jahr 2019 eine Rekordzahl von 1.814 Menschen getötet, darunter zahlreiche junge schwarze Männer.

Symbol des Protests war Joāo Pedro Mattos, ein 14-jähriger farbiger Jugendlicher, der im Mai von der Polizei in seinem Haus erschossen wurde.

Nachdem Joāo in seinem Haus erschossen wurde, zählte die Familie mehr als 70 Einschussspuren an den Wänden des Hauses. Der Behauptung der Polizisten, der Junge sei bei einer von Kriminellen begonnenen Schießerei ums Leben gekommen, widersprachen Nachbarn. Der erzkonservative Gouverneur der Stadt, Wilson Witzel, verfolgt eine skrupellose Offensive gegen Bandenkriminalität, welche in den verarmten Teilen der Stadt grassiert. Witzel hatte angekündigt, Kriminellen "in ihre kleinen Köpfe zu schießen", um die Kriminalität zu stoppen.

(Archivbild). Eine Aufnahme der Favela von Santa Marta in Rio de Janeiro, 14. Januar 2009.

Seine Methoden sind sowohl in der Zivilbevölkerung als auch seitens der Gewerkschaft der Polizei umstritten. So schießen Spezialeinheiten mit Scharfschützengewehren aus Hubschraubern auf Verdächtige in armen Stadtvierteln, wobei immer wieder Zivilisten, auch Kinder, getötet werden. Brasilien ist eines der sozial ungleichsten Länder. In den Favelas und Außenbezirken der brasilianischen Städte leben mehrheitlich Farbige. Eine Petition, welche "Gerechtigkeit für Joāo Pedro" von den brasilianischen Behörden fordert, erhielt innerhalb von einer Woche knapp zwei Millionen Unterschriften.

Laut Brazilian Report unter Berufung auf Angaben des Instituts für öffentliche Sicherheit von São Paulo sind die durch diensthabende Beamte verursachten Todesfälle in Brasilien in den letzten vier Jahren um 174 Prozent gestiegen.

Ebenfalls am Sonntag fand in São Paulo eine weitere Demonstration statt, zu der organisierte Fußballfans aufgerufen hatten, die sich selbst als "Antifaschisten" bezeichnen und "zur Verteidigung der Demokratie" aufriefen. Der Protest wurde von mehr als tausend Menschen besucht, die die Tötung von George Floyd anmahnten. Er verlief zunächst friedlich, endete aber in gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Anhängern des Präsidenten Jair Bolsonaro. Die Polizei griff mit Tränengas und Gummigeschossen ein, und mindestens fünf Personen wurden verhaftet.

Die Militärpolizei griff die Demonstranten an und beschoss sie mit Gummigeschossen und Betäubungsgranaten. Der Fernsehsender Globo filmte einen Polizisten, der mit einem Gewehr auf einen wehrlosen Demonstranten zielte, der die Hände in die Luft erhob.

Auch in den sozialen Medien empörten sich hunderttausende Brasilianer, da sie sich sofort mit den sozialen Bedingungen in den Vereinigten Staaten und der zunehmenden Polizeigewalt identifizieren konnten.

Am Montag darauf kamen tausende zu Protesten nach Curitiba. Die Polizei griff die Demonstranten brutal an und nahm acht Personen fest. Videos zeigen Polizisten, die Gummigeschosse auf die Demonstranten abfeuerten und Gruppen von Demonstranten mit Schlagstöcken angriffen.

Bolsonaro bezeichnete die Demonstranten in Brasilien als "marginal und terroristisch" und brachte den Einsatz der Armee ins Spiel. 

Mehr zum Thema - Opfer der Pandemie? George Floyd war mit Coronavirus infiziert

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen