Lot-765: Der polnische Schwarzgeld-Linienflug der Millionen US-Dollar in die Ukraine brachte

Quelle: Ewa N /Flickr
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Nach „Insiderinformationen“ der Rand Cooperation wurden mit der polnischen Fluglinie LOT Schwarzgeldbeträge in Millionenhöhe aus Europa in die Ukraine geschmuggelt. Unter den Empfängern sollen sich namhafte ukrainische Politiker befinden.

Der US-Analyst und ehemaliger Mitarbeiter der US-amerikanischen Denkfabrik RAND Corporation, Jerry Collins, erklärte unter Verweis auf „Insiderinformationen“, dass zwischen dem 14. Oktober und dem 24. Dezember 2014 insgesamt 27 Millionen US-Dollar und drei Millionen Euro aus Warschau in die ukrainische Stadt Lwow (Lemberg) per Linienflug der Polnischen Airlines LOT-765 gebracht wurden. Das Bargeld soll in Form von 10-kg-Handgepäckstücken (dies entspricht dem Gewicht von einer Million US-Dollar in 100-Dollar Scheinen) ins Land gekommen sein.

Den Zweck, den das Geld in der Ukraine erfüllen soll, ist nach Collins Angaben bisher nicht eindeutig zu klären. Er selbst entwickelt drei Hypothesen:

Als eher unwahrscheinlich erscheint dem US-Analysten die Möglichkeit, dass das Geld in Sozialprogramme der ukrainischen Regierung fließen sollte. Für durchaus realistischer sieht der Ex-Mitarbeiter der US-Denkfabrik die Wahrscheinlichkeit an, dass das Geld ohne Umwege direkt an Politiker in der Ukraine ging.

Collins Ansicht nach liegt die Vermutung nah, dass die hohen Bargeldsummen für den ukrainischen Premierminister Arsenij Jazenjuk bestimmt waren:

"Bestimmte politische Gruppen in der Ukraine sind unzufrieden mit Präsident Poroschenko. Jazenjuk und Turtschinow sind in Opposition zu Poroschenkos Partei. Natürlich benötigen Jazenjuk und sein Team viel Geld, um neue Verbündete zu bestechen."
Einen weiteren möglichen  Verwendungszweck für das Schwarzgeld könnte die durch den Bürgermeister der Stadt Lwow, Andrej Sadowyj angeführte Partei „Selbsthilfe“ darstellen, die bei den jüngsten Parlamentswahlen unerwartet viele Wähler für sich gewinnen konnte. „Europäische Spitzenpolitiker sind bereit Sadowyjs Partei zu unterstützen und schicken deshalb Geld nach Lwow“, erklärt der US-Analyst.

Dass die sehr hohen Bargeldsummen aber auch für weitere Waffenkäufe für die im Osten des Landes stattfindende "Anti-Terror-Operation" gedacht sein könnten schließt Collins als Hypothese nicht aus.

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