Gähn! NATO-Berichte über „russische Truppenbewegungen“ in der Ukraine

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht mal wieder von angeblichen russischen Truppenbewegungen in der Ukraine. Beweise? Fehlanzeige. Dafür moniert er zudem "ungewöhnliche" Truppenverschiebungen innerhalb des russischen Staatsgebietes. Würde er auch militärische Verstärkung israelischer oder türkischer Grenztruppen kritisieren?

Erst am Dienstag prangerte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wieder einmal eine angeblich deutliche Verstärkung der "Truppen in der Ostukraine und auf der russischen Seite" an. So oft wie die NATO russische Truppenbewegungen, die angeblich bis tief in die Ukraine hineingehen, moniert und zu sehen wünscht, dürfte es wohl kaum noch Kriegsgerät und Soldaten für die Verteidigung Moskaus geben. Bisher wurde noch jede Behauptung seitens der NATO oder des US-Außenministeriums, der Kreml würde mit eigenen Truppen in der Ukraine stehen, als Täuschung entlarvt.

Wer verstehen kann, dass die Türkei oder Israel angesichts der vitalen Gefahr in Gestalt des Islamischen Staates (IS) sowie des grundsätzlich gegebenen militärischen Konflikts vor der eigenen Haustür an ihren Grenzen die Truppenpräsenz verstärken, muss dies auch im Falle Moskaus nachvollziehen können.

Nichtsdestotrotz schwadronierte der NATO-General in unbegründeter Selbstgefälligkeit über angeblich „ungewöhnliche“ Truppenbewegungen auf einem Gebiet, das zur Russischen Föderation gehört. Um der Angelegenheit die Eintönigkeit zu nehmen, täuscht man dann auch gerne mal Brisanz:

„Es geht um Truppen, Material, Artillerie und sehr moderne Luftabwehr-Systeme. Das ist eine ernsthafte militärische Verstärkung, und wir appellieren an Russland, seine Truppen zurückzuziehen und zu einer friedlichen Lösung beizutragen.“
Die  Anklage wäre gerechtfertigt, wenn russische Truppen vor Kiew stünden, doch vielmehr steht heute die NATO an der russischen Grenze und maßt sich an Truppenbewegungen innerhalb des russischen Staatsgebietes zu kritisieren.

Der Chef des mächtigsten Militärbündnisses der Welt läßt im Interview mit der Bild-Zeitung keinen Zweifel wer der eigentliche „Kriegstreiber“ in der Ukraine sei und auf welch "barbarische Weise" sich dieser in Europa benehme: „Präsident Putin hat klar die Vereinbarungen zur Waffenruhe gebrochen und erneut die Integrität der Ukraine verletzt.“

Und während die ukrainische Regierung in Kiew militärisch gegen die russische Minderheit im eigenen Land vorgeht, diese massiv sozial marginalisiert und von jeglicher Teilhabe am gemeinsamen Staat ausschließt, sprechen die Unterstützer dieses Regimes, die EU und USA, davon, dass man sich eine friedliche Lösung der Krise in der Ukraine wünsche. Kritik am Vorgehen der ukrainischen  Regierung gegen ihre eigene Bevölkerung ist dagegen nicht zu vernehmen, weder aus Brüssel, noch aus Washington. Honi soit qui mal y pense.

 

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