Der etwas andere Kriegsschausplatz - Ex-NATO-Generalsekretär Rasmussen wird hochbezahlter Goldman-Sachs-Berater

Widmet er sich jetzt eher dem Finanzkrieg? Der ehemalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wechselt zu Goldman Sachs - Quelle: Ruptly
Widmet er sich jetzt eher dem Finanzkrieg? Der ehemalige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wechselt zu Goldman Sachs - Quelle: Ruptly
Goldman Sachs Direktor Martin Hintze hat öffentlich bekannt gegeben, dass der ehemalige NATO-Generalsekretär und Ministerpräsident Dänemarks Anders Fogh Rasmussen als „Kommunikationsberater“ für das  Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen tätig sein wird. Man erhofft sich von ihm „einen Imagegewinn“ für das Unternehmen.

Laut Hintzes weiteren Ausführungen soll Rasmussen dabei helfen, besser die positive Rolle der Investmentbank in Dänemark gegenüber Öffentlichkeit und Politik herauszustellen und somit einen „Imagegewinn“ zu erzielen. Besonders der Aufkauf des  dänischen Energiekonzerns DONG Energy durch Goldman Sachs gilt in Dänemark als sehr umstritten.

Quelle: Epizentrum CC BY-SA 3.0
"Uns hat ehrlich gesagt die Kontroverse nach dem Kauf von DONG Energy überrascht. Wir haben langfristige Pläne in Dänemark und mit DONG Energy und deshalb ist es uns wichtig, dass wir besser den politischen Kontext und die Öffentlichkeit in Dänemark verstehen lernen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass Anders Fogh Rasmussen bei dieser Aufgabe helfen kann."
Auf die Frage eines Journalisten, wieso Goldman Sachs, gerade auch in Anbetracht der kontroversen Figur von Rasmussen, ihn als Berater engagiert hat, antwortete Hintze:
"Ich bin mir sicher, dass viele diese Entscheidung kontrovers finden. Aber Anders Fogh Rasmussen bekleidet kein öffentliches Amt mehr und er ist ein sehr anständiger Mensch mit einer sehr hohen Integrität. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit."
Die politische Opposition in Dänemark kritisierte mit Verweis auf Rasmussen, den sogenannten "Drehtür-Effekt" von ehemaligen Politikern, die nach nur kurzer Interimszeit hochbezahlte Posten in der Privatwirtschaft annehmen und somit das Vertrauen der Bevölkerung in ihre politischen Vertreter unterminieren.

Goldman Sachs hat in den letzten Jahrzehnten mittels ehemaliger Banker ein breites Einflussnetz in finanzpolitischen Schlüsselpositionen aufgebaut. So sind der aktuelle Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi ebenso wie der ehemalige italienische Ministerpräsident Mario Monti und auch Mark Carney, der Vorsitzende des Finanzstabilitätsrat, der die Aufgabe hat das globale Finanzsystem zu überwachen, ehemalige Goldman Sachs Banker. Der Vorsitzende von Goldman Sachs Deutschland, Alexander Dibelius, ist zugleich Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

 

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