Al-Qaida ruft Islamische Front gegen US-geführte Koalition aus

Al-Qaida ruft Islamische Front gegen US-geführte Koalition aus
Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel und Al-Qaida im islamischen Maghreb haben einen gemeinsamen Appell  an die dschihadistischen Organisationen im Irak und in Syrien veröffentlicht. „Hört mit den internen Kämpfen zwischen euch auf und steht in einer Reihe gegen die amerikanische Kampagne und deren satanische Allianz, die auf uns lauern, um uns Stück für Stück zu zerbrechen,“ wird ihre Erklärung von Reuters zitiert.

Die Gruppen mahnten die militanten Kämpfer und ihre Unterstützer „mit den gegenseitigen Verunglimpfungen aufzuhören, und die ehrenhaften Schreibfedern und Schwerter gegen die Anführer der Ungläubigen, Amerika, und sein ungerechtes aggressives Bündnis zu richten.“

„Im Angesicht dieser ungerechten Kreuzzüge haben wir keine Wahl, als uns vor die Feinde des Islam und der Muslime zu stellen, die USA und ihre Verbündeten, die die wahren Feinde der muslimischen Welt sind,“ so die Erklärung der al-Qaida Gruppen weiter.

IS, die früher mit al-Qaida verbündet waren, haben sich selbst in den letzten Monaten von der Organisation distanziert. Sie haben sich auch mit anderen islamischen Gruppen in Syrien inmitten des Bürgerkriegs dort Kämpfe geliefert, unter anderem mit der Nusra Front, die von al-Qaida unterstützt wird.

Seit dem Sommer ist die Gruppe Islamischer Staat, vorher als ISIS bekannt, die führende Kampfgruppe in Syrien und Irak geworden. Sie haben eine Großoffensive gestartet, bei dem große Gebiete der Territorien eingenommen wurden.

Zuvor hatte sich al-Qaida von IS distanziert. Noch im Februar hat al-Qaida in einer Online-Erklärung darauf bestanden, dass IS „kein Ableger von al-Qaida“ ist. In Dokumenten, die nach dem Tod von Osama bin Laden veröffentlicht wurden, wird dargelegt, dass der frühere Anführer von al-Qaida Unbehagen auf Grund der Brutalität von IS fühlte. Er hatte empfohlen, dass al-Qaida alle Verbindungen zu IS abbrechen sollte.

 Kampf gegen IS im Irak.
Kampf gegen IS im Irak.

Al-Qaida hat vor kurzem auch einen Appell an IS gerichtet, die britische Geisel Alan Henning freizulassen. Er wäre ein ehrlicher und aufrechter Entwicklungshelfer, der wirklich versuche das Leid von Muslimen zu lindern.

Am Dienstag hat der amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel angekündigt, dass das US-Zentralkommando einen Plan hat, „gezielte Angriffe gegen ISIS Zufluchtsorte in Syrien“ zu unternehmen, was auch den Angriff von Infrastruktur beinhalte. Hagel enthüllte auch einen Plan, die Irakischen Truppen durch 1.600 US „Militärberater“ zu unterstützen. Die USA werden zudem 5.000 Mitglieder der Syrischen Opposition ausbilden und ausstatten, um die IS-Armee zu bekämpfen.

Islamischer Staat auf dem Rückzug?

Es scheint, als hätte die Entscheidung für Luftangriffe einen Effekt auf die IS gehabt.

Bewohner der Stadt Raqqa in Syrien, eine Hochburg der IS, sagen, die Militanten hätten begonnen ihre Ausrüstung aus der Gegend abzuziehen, nachdem US Präsident Obama am 11. September angekündigt hatte die Luftangriffe vom Irak auf Syrien auszudehnen.

Obwohl die IS sonst rege im Internet vertreten war, hat sich die Gruppe seit dem 11. September sehr ruhig verhalten und Obamas Ankündigungen in Paris, das die US-geführte Koalition Luftangriffe ausüben könnte, noch nicht kommentiert.

Aus Raqqa wird berichtet, dass die IS die als Büroräume genutzten Gebäude verlassen, schwere Waffen abgezogen und Familien der Kämpfer aus der Stadt entfernt hätten.

Die IS stehen für eine strikte Einhaltung des Islam, in dem Rauchen und Trinken verboten ist und Frauen komplett verschleiert sein und zuhause bleiben müssen.

In einer Erklärung sagt die Gruppe, dass jeder, der mit Präsident Bashar Assad und seiner Regierung kooperiert, dem Tod geweiht sei. Sie wiesen auch darauf hin, dass die Bevölkerung „einen großen Unterschied“ zwischen der Herrschaft des Islamischen Staats und der „unterdrückenden säkularen Regierung“ – als Referenz auf Assad - sehen wird.

Das Dokument, das die syrische Organisation zur Überwachung der Menschenrechte erhalten hat, verkündet: „Lebt glücklich und zahlreich unter einer islamischen Regierung.“