Kinopremiere in Berlin: Dokumentation mitten aus der Konfliktzone „Ukrainian Agony – Der verschwiegene Krieg“

Quelle: Mark Bartalmai
Quelle: Mark Bartalmai
Ernüchtert durch die westliche Berichterstattung über die Vorgänge auf dem Maidan, dem anschließenden Odessa-Massaker und der von Kiew ausgerufene Anti-Terror-Operation im Osten der Ukraine hatte sich der freischaffende Journalist Mark Bartalmai im Juli 2014 dazu entschieden nach Donezk zu gehen und aus dem „Blickwinkel der anderen Seite", den die westlichen Massenmedien auslässt, über den Konflikt zu berichten. Seitdem lebt und arbeitet er hauptsächlich im ostukrainischen Bürgerkriegsgebiet. Zusammen mit der NuoViso Filmproduktion entstand eine sehr eindringliche Dokumentation mit dem Titel „Ukrainian Agony – Der verschwiegene Krieg“, die am Samstag ihre Premiere im Babylon-Kino in Berlin hatte.

Es handelt sich dabei um die erste professionelle deutsche Dokumentation über den Krieg in der Ostukraine, die es auf DVD zu kaufen gibt. Inmitten der Zivilbevölkerung im Donbass und den von Kiew so genannten „Terroristen“ entsteht durch Marks Objektiv ein anderes Bild über den Ukraine-Konflikt als man es aus den Massenmedien im Westen kennt.

Die Dokumentation zeichnet ein völlig anderes Bild von den Antiregierungskämpfern und den Lebensbedingungen der notleidenden Bevölkerung, als es in den westlichen Medien dargestellt wird. Aus den von Kiew als „Terroristen“ deklarierten Milizen,  werden ganz normale Arbeiter und Väter, die eine Bürgerwehr auf die Beine stellten, um ihre Familien zu verteidigen. Als einer der Wenigen war er direkt vor Ort  bei der Zivilbevölkerung und an der Front, und dies, obwohl die Ukraine zu diesem Zeitpunkt bereits statistisch als das weltweit gefährlichste Land für Journalisten galt. Seine Eindrücke des letzten Jahres und das aufgenommene Material stellte er mit der NuoViso Filmproduktion in einer Dokumentation zusammen, die auf dem Maidan beginnt und im zerstörten Osten des Landes endet. Am Samstag hatte diese ihre gutbesuchte Premiere im Babylon-Kino in Berlin. Auch ein Überlebender aus dem Gewerkschaftshaus in Odessa kam zur Premiere und beantwortete, neben Mark Bartaimal und anderen Mitwirkenden, die Fragen der Zuschauer im Anschluss an die Vorstellung. Kinovorstellungen sind in München, Köln, Aachen und Braunschweig geplant, weitere sollen folgen. Die Dokumentation erscheint auf Englisch, Deutsch und Russisch. Sobald die Produktionskosten durch den DVD-Verkauf gedeckt sind, möchte Mark den Film zu Aufklärungszwecken für die Öffentlichkeit kostenfrei im Internet zur Verfügung stellen.

Mehr zu Mark Bartalmai und seinem Projekt gibt es unter http://kaceo.info/ und unter http://ukrainianagony.info/.