NSU-Prozess: Nutzte Beamter und V-Mann-Führer des Verfassungsschutzes die Tatwaffe?

Der ehemalige Verfassungsschutz-Beamte Andreas T. wird erneut im NSU-Prozess vernommen. Grund: Es sind Schmauchspuren an einem Lederhandschuh von ihm gefunden worden, die exakt der Treibladung der bei den Morden benutzten Ceska-Pistole entspricht. Die Spuren sind schon länger bekannt, wurden aber auf Intervention des BKA bisher nicht weiterverfolgt.
NSU-Prozess: Nutzte Beamter und V-Mann-Führer des Verfassungsschutzes die Tatwaffe?Quelle: Reuters © Michael Dalder

Die Rolle des ehemaligen hessischen Verfassungsschützers und V-Mann-Führers Andreas T., unter Kollegen auch „Klein Adolf“ genannt, sowie der zuständigen Ermittlungsbehörden wird immer obskurer.

Andreas T. war bereits fünfmal zur mutmaßlich letzten Mordtat des "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) an Halit Yozgat, dem Betreiber eines Internet-Cafés in Kassel 2006, vernommen und bereits als Zeuge offiziell entlassen worden. Der V-Mann-Führer war nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Ermordung von Yozgat „zufällig“ am Tatort anwesend.

Aufgrund von „neuen Ermittlungserkenntnissen“ wird diese Version jedoch immer unglaubwürdiger.

Neun Jahre nach dem Mord an dem türkischen Internetbesitzer geben Schmauchpartikel, die auf Lederhandschuhen des ehemaligen Verfassungsschutzmitarbeiters gefunden worden waren, dem Fall unter Umständen eine neue Wendung. Die grauen Lederhandschuhe inklusive der Schmauchspuren hatten die Ermittlungsbehörden bereits 2006 bei dem Beamten sichergestellt. Doch während die hessische Polizei diese Spur als relevant einordnete, gab das Bundeskriminalamt (BKA) die Anweisung, diese Spur nicht weiter zu verfolgen.

Das damalige Argument des BKA lautete, dass Andreas T. Sportschütze sei, und jegliche Schmauchspuren an seiner Kleidung folglich über keinen Beweiswert verfügen. Der Haken bei dieser Argumentation? Die chemische Zusammensetzung von Schmauchspuren variiert erheblich und heutige Analysen können ziemlich genau anhand der entsprechenden Rückstände den Munitionstyp bestimmen. Und im Fall von Andreas T. entspricht die gefundene Schmauchspur genau der Treibladung, der bei den NSU-Morden genutzten Ceska-Pistole und deren spezifischen Munition. Nach bisherigen Erkenntnissen und Recherchen der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse, fand in dem Sportschützenverein des ehemaligen Verfassungsschützers diese Munition keine Verwendung.

 

Die besondere chemische Zusammensetzung war bereits in den Altakten zum Fall festgehalten. Dass jedoch erst jetzt die entsprechenden Rückschlüsse gezogen werden, wirft ein eher düsteres Licht auf die damals beteiligten Akteure, insbesondere das BKA.

Zusätzlich zu den ominösen Schmauchspuren an seinen Lederhandschuhen soll Andreas T. zu einer Plastiktüte befragt werden, die er laut Aussagen eines weiteren Zeugen beim Betreten des Internet-Cafés in der Kasseler Innenstadt bei sich getragen haben soll. Bisher insistierte T. bei seinen früheren Vernehmungen darauf, dass er keinerlei Tüte bei dem Besuch des Internet-Cafés bei sich getragen hatte.

Die Relevanz der Plastiktüte erklärt sich darüber, dass nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler der NSU seine Morde immer mit einer schallgedämpften Pistole ausgeführt hatte, die zusätzlich von einer Tüte umhüllt war, um diese so zu verstecken und zudem die Patronenhülsen aufzufangen, um diese nicht am Tatort zurückzulassen.

Die Anwälte der Hinterbliebenen von Halit Yozgat argumentieren zudem, dass Andreas T. Tage nach dem Mord gegenüber einer Kollegin in einem Gespräch explizites Täterwissen offenbarte, indem er die Tatwaffe, eine Ceska-Pistole, den bundesweit geschehenen Morden an vor allem Kleinunternehmern mit türkischen Wurzeln zuordnen konnte, obwohl diese Übereinstimmung erst zu einem signifikant späteren Zeitpunkt öffentlich bekannt wurde.

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