"Dieser Vollmond wird ihnen präsentiert von Coca-Cola" - USA wollen sich Besitzrechte am Erdtrabanten sichern

US-Astronaut mit Flagge auf dem Mond. Quelle: NASA
US-Astronaut mit Flagge auf dem Mond. Quelle: NASA
Die imperalen Expanionsbemühungen der USA reichen längst bis ins Weltall. Da einigen Vertretern der weltgrößten Wirtschaftsmacht offenbar nicht mehr ausreicht, andere Länder zu besetzen und auszubeuten, soll ein neues US-amerikanisches Gesetz den Vereinigten Staaten nun auch die Ressourcenrechte am Mond sichern. Die Pläne laufen bestehenden internationalen Verträgen zuwider und können von Russland und China als Provokation verstanden werden. Zu den Investoren des astralen Bergbaus gehört auch der Google-Gründer Larry Page.

Unermüdlich dreht unser Erdtrabant seine Kreise um den Planeten. Von jedem zu bestaunen, überall auf der Welt. Der Mond gehört niemandem und allen. So ist das seit Millionen von Jahren. Dies soll sich nun aber ändern wenn es nach dem Wunsch US-amerikanischer Interessengruppen geht. "Der Mond ist ein Ami", soll es nach deren Wunsch schon bald heißen. Mit dem Space Resource Exploration and Utilization Act of 2015 wollen die USA sich die Besitzrechte an den Mondressourcen und die Zugriffsrechte auf Asteroiden im Weltraum sichern, etwa dem Gas Hellium-3, von dem angeblich eine Million Tonnen an der Mondoberfläche abbaubar seien. Ungeklärt ist die Frage, wie das Gas zur Erde transportiert werden soll. Immerhin schon ein Bruchteil dieser Vorkommen könnte den gesamten Energiebedarf der USA decken.

Wer dies für eine wilde Spinnerei hält, könnte bald eines besseren belehrt werden, denn unter den Investoren von Unternehmen wie "Planetary Resources", die Pläne für den kosmischen Bergbau entwickeln, befindet sich niemand geringeres als der Google-Gründer Larry Page oder der renommierte Regiseur James Cameron.

Professor Stephan Hobe vom Institut für Luft- und Weltraumrecht der Universität Köln sagte dazu der dpa:

"Die Amerikaner wollen stark an das Thema Ressourcenabbau und Eigentumsrechte zur wirtschaftlichen Nutzung ran. Wir sollten in Alarmstimmung sein bei Alleingängen."

Und:

"Der Internationale Weltraumvertrag verbietet den Staaten die Aneignung von Himmelskörpern."

Tatsächlich wird im so genannten "Mondabkommen" des Weltraumvertrages der Erdtrabant inklusive seiner Ressourcen als gemeinsames Erbe der Menschheit bezeichnet. Offenbar wollen die US-Amerikaner jedoch eine rechtliche Grauzone nutzen, um diese Vereinbarungen zu umgehen. China und Russland fühlen sich von den neuen US-Plänen womöglich bereits herausgefordert. Erst vor kurzem gaben die beiden Staaten bekannt, einen gemeinsamen bemannten Mond-Flug durchführen zu wollen.