Armata T-14: Zehn Dinge, die wir über Russlands neuen High-Tech-Panzer wissen

Quelle: RIA Novosti
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Russlands neuer „Superpanzer“ wurde während der Parade zum 70. Jahrestag des Sieges der Roten Armee über den Hitlerfaschismus am 9. Mai in Moskau erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei ist der Panzer schon seit Monaten Gegenstand zahlreicher Gerüchte. RT stellt euch den Armata T-14 vor und lüftet einige Geheimnisse.

Erstens: Armata (auf Russisch: Армата) ist eine Plattform für eine gesamte Familie gepanzerter Gefechtsfahrzeuge des russischen Herstellers Uralwagonsawod. Kern der Panzerfamilie bildet das an sich unveränderliche Kettenfahrzeug, auch Panzerwanne genannt, auf welches verschiedenste Geschütztürme, wie jener des T-14 Kampfpanzers, aber auch Artillerie- oder Luftabwehrsysteme montiert werden können. Damit lassen sich aus dem Armata-Kettenfahrzeug mehr als ein Dutzend verschiedener, speziell an den jeweils gegebenen Anforderungen ausgerichteter Panzer zusammenstellen.

Zweitens: Der T-14 ist ein Panzer der neuesten Generation und wurde zur Gänze in der heutigen Russischen Föderation und damit in der post-sowjetischen Zeit entwickelt. Somit ist der T-14 der erste seit Ende des Kalten Krieges neu entwickelte Kampfpanzer einer größeren panzerbauenden Nation. Das Design sowie die Produktion einiger entscheidender Elemente des Panzers, wie der Munition oder des Geschützturms, wurden „von Grund auf neu“ konzipiert.

Drittens: Der Armata T-14 verfügt über einen vollautomatisierten und, was bislang kaum ein anderer Panzer hat, unbemannten Geschützturm. Das dürfte der Besatzung ein gehöriges Plus an Sicherheit bescheren, auch wenn dabei ein Stück Spähkapazität verloren geht.

 Quelle: RIA Novosti
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Viertens: In der Tat könnte der T-14 wegen seines hochmodernen Geschützturms sowie seines durch HD-Kameras und Sensoren erweiterten digitalen Sichtfeldes zum ersten unbemannten Kampfpanzer der Welt avancieren. Laut Informationen des russischen Verteidigungsministeriums seien nur wenige Modifikationen notwendig, um den Armata-Panzer in eine "Boden-Drohne" umzubauen.

Fünftens: Demnächst werden alle Armata T-14 mit 152 mm großen Panzerkanonen ausgerüstet, die in der Lage sind, „durch einen Meter dicken Stahls zu schießen“, erläuterte jüngst ein hochrangiger Offizieller aus der Spitze des militärischen Beschaffungswesens.

 Quelle: RIA Novosti / Ramil Sitdikov
Quelle: RIA Novosti / Ramil Sitdikov

Sechstens: Das ultra-widerstandsfähige, intelligente Panzerungssystem aus Afghanit bedient sich eines Radars zur Erkennung feindlicher Geschosse und fängt diese automatisch ab. Während Details noch unklar sind, behaupten russische Quellen, dass der Panzer beispielsweise Raketen von einem Apache-Kampfhubschrauber ohne weiteres abwehren kann. US-Militärs glauben, dass sich das System aber vor allem gegen Granaten und Unterkalibergeschosse beweisen werde.

 Quelle: RIA Novosti
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Siebtens: Der russische Panzer ist leichter als seine meisten westlichen Konkurrenz-Modelle. Damit ist der T-14 auch schneller. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h, wohingegen der M1A2 Abrams, der Top-Panzer der US-Army, auf gerade mal 67 km/h kommt.

Achtens: Obwohl der T-14 bislang noch nicht in die Massenproduktion ging, soll der Preis des Panzers aller Voraussicht nach nicht die Stückkosten von acht Millionen US-Dollar überschreiten. Damit gehört der russische Panzer international zur oberen Preisklasse, bleibt aber dennoch günstiger als der französische AMX Leclerc und der US-amerikanische Kampfpanzer vom Typ Abrams. Auch wird der T-4 günstiger als andere Panzer der so genannten „Neuen Generation“, etwa der südkoreanische K2 Black Panther.

Neuntens: Das russische Militär unterhält aktuell 20 Prototypen des T-14, doch bereits ab dem nächsten Jahr könnte die Armee jährlich 500 Panzer erhalten. Am Ende will Moskau 2.300 Armata-Panzer in Dienst stellen, was mehr als zwei Drittel des gesamten nationalen Panzerfahrzeug-Bestandes entspricht.

 Quelle: RIA Novosti / Mikhail Voskresenskiy
Quelle: RIA Novosti / Mikhail Voskresenskiy

Zehntens: Indien, das Russlands größter Käufer von Rüstungsgütern ist, könnte der erste ausländische Kunde werden, der den ebenfalls russischen Panzer T-90 durch den Armata T-14 ersetzen wird. Indien besitzt mehr als 900 T-90 Panzer. Auch China sowie eine Vielzahl afrikanischer Staaten haben bereits großes Interesse am Armata-Panzer signalisiert.

 Quelle: RIA Novosti / Vladimir Astapkovich
Quelle: RIA Novosti / Vladimir Astapkovich