NATO rückt im Kaukasus ein – Georgien führt groß angelegte Militärübung mit den USA durch

Quelle: DVIDSHUB/CC BY 2.0
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Die USA und Georgien haben am Montag eine zweiwöchige Militärübung in der südkaukasischen Republik gestartet. Für Russland ist die Präsenz US-amerikanischer Truppen wenige Kilometer von der eigenen Grenze entfernt ebenso eine Provokation, wie die von den USA in Aussicht gestellte NATO-Mitgliedschaft. Rund 600 US-amerikanische und georgische Soldaten nehmen an der Übung teil, für die die USA eine gesamte motorisierte Kompanie und 14 M2 Bradley IFV Schützenpanzer aus einer Basis in Bulgarien eingeflogen haben.

„Das ist ein großer Schritt im Rahmen des Trainings und der Zusammenarbeit unserer Armeen“, sagte Brigadegeneral Mark Loeben, Direktor der europäischen

“Der Feind steht im Osten” – Bisher größtes NATO-Manöver vor russischer Grenze

Kommandozentrale für Militärübungen der USA, gegenüber Journalisten.

Georgien strebt seit Jahren mit Rückendeckung der USA eine Mitgliedschaft im westlichen Militärbündnis NATO an. Das wird von Russland jedoch strikt abgelehnt, betrachtet es den internationalen Anspruch der USA, als Kontrollmacht angesehen zu werden, unmittelbar vor der eigenen Haustür als Bedrohung der nationalen Sicherheit. Erst im Jahr 2008 war die russische Armee nach Wochen repressiven Verhaltens georgischer Militärs gegenüber nationalen Minderheiten gezwungen zu intervenieren. Russland unterstützt zudem die politische Eigenständigkeit der abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien, was zu Konflikten mit der georgische Regierung in Tiflis führte.

Seither ist das bilaterale Verhältnis angesichts der immer enger werdenden Beziehungen von Tiflis zur NATO und den jüngsten Erfahrungen in der Ukraine im Südkaukasus angespannt.

Das gemeinsame Manöver findet rund um die Militärbasis Vaziani in der Nähe von Tiflis statt, welche lange Zeit ein russischer Luftwaffenstützpunkt war.

Offensichtlich beschwichtigend erklärte die georgische Verteidigungsministerin Tina Khidascheli, dass Georgien sich „nicht für ein[en] Krieg gegen irgendjemand wappne“ und ergänzte:

„Das richtet sich gegen niemanden. Wir bereiten uns für den Frieden vor. Das ist auch der Grund, warum wir eine starke georgische Armee brauchen.“
Russland, das in Reaktion auf zahlreiche Übungen der NATO in Europa und kürzlich in der Ostsee ein eigenes Seemanöver mit China abhalten wird, hat sich zum NATO-Manöver in Georgien bislang nicht geäußert.

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