Kiew hat gelogen: Russischer Kriegsreporter Andrey Stenin ist tot

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
Der seit einem Monat in der Ostukraine vermisste russische Journalist Andrey Stenin ist tot. Dies bestätigte RIA Novosti, die Nachrichtenagentur für die Stenin arbeitete. Er starb, wie jetzt bekannt wurde, bei einem Angriff ukrainischer Truppen auf einen Konvoi mit flüchtenden Zivilisten. Zuvor hatte Kiew behauptet, dass Stenin sich in ihrer Gewalt befände.

"Die Ergebnisse der Autopsie kamen heute früh rein. Sie bestätigen erstmals, dass er in dem Auto ums Leben kam. Andrey war ein brillanter und engagierter Journalist.“, sagte, Dmitriy Kisilev, der Direktor von RIVA Novosti, einem der Arbeitgeber von Stenin. Erst am 27.  August hatte Russland Zugang zu den Überresten der fünf Personen erhalten die in dem Auto zusammen mit Stenin saßen.

Das Auto in dem der Journalist saß wurde nach vorliegenden Informationen der eingesetzten russischen Untersuchungskommission von der ukrainischen Armee mit einem Panzer beschossen und verbrannte auf der Autobahn in der Nähe  von Donetsk.

Insgesamt wurden zehn Autos des Konvois mit aus Donetsk flüchtenden Zivilisten auf diese Weise angegriffen und zerstört.

Wie Vladimir Markin auf der Pressekonferenz der Untersuchungskommission weiter ausführte, trafen, Zeugenberichten zu Folge, nach dem Angriff die ukrainischen Befehlshaber auf dem Schauplatz ein, begutachteten die Wracks und eigneten sich noch nutzbaren Gegenstände der Fahrzeuge und Leichen an.

"Nachdem die Offiziere den Ort des Geschehens verlassen hatten, ließen sie diesen mit Grad-Rakteten beschießen“, ergänzte Markin.

Abschließend betonte er: “Die Untersuchung  wird sich nicht auf die Rekonstruktion der genauen Ereignisse die zum Tod von Stenin geführt haben begrenzen sondern auch die Verantwortlichen ausfindig und ihnen den Prozess machen.“

Bis zu den nun vorliegenden Autopsieberichten war man in Russland davon ausgegangen dass Stenin noch lebte. Diese Annahme beruhte auf bewussten Falschmeldungen durch die ukrainische Regierung. Zum einen hatten Verhandlungsführer auf ukrainischer Seite immer wieder angeboten, dass man den russischen Journalisten im Austausch gegen ukrainische Gefangene freilassen würde. Zum anderen hatte Anton Geraschenko, Berater des ukrainischen Innenministers behauptet, dass Stenin von Sicherheitskräften verhaftet wurde, auf Grund „seiner Unterstützung und Glorifizierung von Terroristen.“

Bis heute gab es von Seiten der ukrainischen Regierung keine Stellungnahme oder Entschuldigung gegenüber den Angehörigen von Stenin oder dem russischen Staat.

Stenin, war ein bekannter Fotojournalist, der für führende russische und internationale Nachrichtenagenturen wie AP, Reuters, AFP, Rossiya Segodnya (RIA Novosti) and ITAR-TASS,  den Konflikt in der Ostukraine dokumentiert hatte. Sein Verschwinden führte zu zahlreichen internationalen Solidaritätsbekundungen sowie zu einer großangelegten Online-Kampagne unter dem Namen #FreeAndrew.

Alle großen internationalen Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch, Amnesty International und der Internationale Journalistenverband hatten zu einer umfassenden Untersuchung des Verschwindens von Stenin aufgerufen.

Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte Kiew aufgefordert, die Umstände von Stenins Tod zu untersuchen.

“Ich bitte die ukrainischen Autoritäten alle Fälle von getöteten Journalisten umfassend und schnell zu untersuchen“, so Dunya Miyatovich, die OSZE-Verantwortliche für Medien- und Pressefreiheit.

Allein in den letzten drei Monaten sind vier russische Journalisten in der Ukraine getötet wurden. Dies stellt in der Kürze der Zeit einen einmaligen Vorgang dar, selbst verglichen mit den blutigsten kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre wie im Irak, Syrien und Afghanistan.