Wo bleibt der Aufschrei des Westens? Erneut regierungskritischer Journalist in Kiew auf offener Straße ermordet

Quelle: Ruptly
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Oles Busina, ein ukrainische Journalist, Schriftsteller und Gegner der Maidan-Bewegung wurde heute Mittag gegen 13:20 Uhr auf offener Straße vor seiner Wohnung in Kiew erschossen. Erst am Vorabend war der frühere Parlamentsabgeordnete Oleg Kalaschnikow und Mitglied der Partei der Regionen des ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch vor seiner Wohnung mit einem Pistolenschuss hingerichtet worden. Neben Busina sind seit Februar 2015 mindestens zehn oppositionelle Politiker und Journalisten unter ominösen Umständen ums Leben gekommen.

Und was schreibt die deutsche Qualitätspresse zu der Ermordung von Busina? So berichtet beispielsweise DIE ZEIT in einem Duktus, der den Verdacht nahelegt, dass sie seine Ermordung indirekt rechtfertigen will:

"Busina polarisierte seit Jahren mit seinen auflagenstarken Büchern zu Geschichtsthemen und als Kolumnist der Tageszeitung Segodnja. Der 45-Jährige galt als Gegner der proeuropäischen Proteste auf dem Maidan."

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in Bezug auf den heutigen Mord an Busina sowie zu dem gestrigen Mord am Oppositionspolitiker Kalaschnikow, dass es sich dabei um eine ganze Reihe politischer Morde in der Ukraine handele und kritisierte das Schweigen der westlichen Länder.

Johann Bihr, Leiter des Büros für Osteuropa und Zentralasien der Nichtregierungsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ sagte gegenüber RIA Novosti:

"Wir sind geschockt über diesen Mord und fordern die ukrainischen Behörden auf, alles nur Mögliche zu tun, um die Schuldigen zu finden."
Laut Angaben  von Anton Geraschtschenko, Chefberater des ukrainischen Innenministers, sei Busina aus einem vorbeifahrenden Ford Focus erschossen worden. Die polizeilichen Kennzeichen des PKWs seien entweder lettisch oder weißrussisch, nicht aber ukrainisch gewesen.