Lufthansa-Chef: „Das Flugzeug wurde willentlich zum Absturz gebracht.“

Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
Dritte Pressekonferenz der Lufthansa zum Absturz des Airbus A320, der auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf mit 142 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern in den französischen Alpen am Dienstag abstürzte. Nach neusten Erkenntnissen soll der Co-Pilot der Maschine die Cockpit-Tür verschlossen und bewusst die Maschine zum Absturz gebracht haben.

Der Lufthansa-Chef, Carsten Spohr, räumte auf der Pressekonferenz zum Germanwings-Absturz ein:

„Wir müssen fassungslos zur Kenntnis nehmen, dass das Flugzeug offensichtlich willentlich zum Absturz gebracht wurde; mutmaßlich durch den Co-Piloten des Fluges. Die Aufnahmen des Voice-Rekorders legen nahe, dass der Kapitän nach Erreichen des Reisefluges das Cockpit für kurze Zeit verlassen hat und anschließend leider nicht mehr zurückkehren konnte. Es scheint sich zu bewahrheiten, dass der im Cockpit verbliebene Kollege, der Co-Pilot, ihm den Zutritt zum Cockpit nicht wieder ermöglicht hat, um den tödlichen Sinkflug in die französischen Alpen hinein einzuleiten.“
Weiter führte er aus:
„Der Co-Pilot hat seine Ausbildung im Jahr 2008 begonnen. Er hatte nach der Ausbildung eine 11 monatige Wartezeit. Das ist bei uns nicht unüblich. In dieser Zeit hat er bei uns als Flugbegleiter zunächst gearbeitet, um die Wartezeit zu überbrücken und war dann seit 2013 bei uns als Co-Pilot, der offizielle Name ist als erster Offizier, auf dem Airbus 320 auf diesem Flugzeugmuster tätig. Es gab, das möchte ich erwähnen, vor sechs Jahren in der Ausbildung eine längere Unterbrechung. Nachdem die Eignung des Kandidaten dann nochmal festgestellt wurde, hat er die Ausbildung wieder aufgenommen.“
Spohr fügte in Bezug auf die sich im Umlauf befindlichen Spekulationen hinzu:
„Wir können heute, wenige Stunden nach der Erkenntnis, über Motive, glaube ich, erstmal nur spekulieren. Wir haben keinerlei Erkenntnisse, was den Co-Piloten zu dieser schrecklichen Handlung veranlasst haben könnte.“
Abschließend sagte er:
„Die Türen sind nach dem 11.September gepanzert worden, um grundsätzlich einen Zutritt zum Cockpit gegen den Wunsch der Cockpit-Besatzung nicht zu ermöglichen. Sie wurde sogar so gepanzert, dass sie mit kleinkalibrigen Waffen, auch mit Waffengewalt, nicht geöffnet werden kann [...] Die Behörden und die Ausrüster und wir haben auch Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass in diesem Moment, wo einer der Piloten das Cockpit verlassen hat und der andere Pilot, zum Beispiel, bewusstlos wird. Dafür gibt es einen erweiterten Code, den man dann an der Tür angeben kann, der auch zu einem Klingelzeichen führt und wenn dann auf dieses Klingelzeichen nicht geantwortet wird, geht die Tür elektrisch auf und erlaubt den Zugang. Dieses Öffnen kann von dem im Cockpit befindlichen Piloten verhindert werden, indem er während des Klingelns einen Schalter auf „lock“ ,geschlossen, setzt. Dann ist die Cockpit-Tür für fünf Minuten verriegelt.“