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Corona-Krise: Rezession unvermeidlich – Schwere hängt von Dauer der Pandemie ab

Corona-Krise: Rezession unvermeidlich – Schwere hängt von Dauer der Pandemie ab
Güterzüge in Hamburg
Nach Ansicht führender Forschungsinstitute wird die deutsche Wirtschaft unweigerlich in eine Rezession stürzen. Sollte die Pandemie länger als bis Mai anhalten, ist gar ein Minus von sechs Prozent möglich. Das wäre ein größerer Einbruch als während der Finanzkrise 2009.

Nach Einschätzung des Münchner ifo-Instituts sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird die Corona-Krise die deutsche Wirtschaft in die Rezession stürzen. Laut DIW wird dies zumindest in den nächsten zwei Quartalen mit massiven Belastungen einhergehen, hieß es am Donnerstag. Demnach werde die größte europäische Volkswirtschaft in diesem Jahr um 0,1 Prozent schrumpfen.

Dies sei allerdings das optimistische Szenario, in dem auf einen starken Rückgang der Konjunktur im Laufe des Jahres eine schnelle Erholung folgen werde, stellte Institutspräsident Marcel Fratzscher klar. Das DIW räumte ein, dass die Rezession noch viel heftiger ausfallen könnte, wenn die durch das neue Virus ausgelöste Verunsicherung von Unternehmen und Verbrauchern anhält. Europaweit müsse die Finanzpolitik noch mehr tun, um eine Pleitewelle zu verhindern.

Fotomontage: Gestapelte Frachtcontainer mit COVID-19-Schriftzug. COVID-19 ist die vom Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit.

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Die Europäische Zentralbank hatte in der Nacht zu Donnerstag ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. "Die EZB hat ein sehr klares Signal gesetzt", so der Ökonom. "Aber eine Zentralbank allein kann es nicht stemmen." Seiner Ansicht nach sind stärkere europäische Antworten notwendig, etwa europäische Staatsanleihen. "Ziel ist es, dass dieser Schock sich nicht in eine Finanzkrise verwandelt", warnte Fratzscher. Italien könne der erste Dominostein sein, der kippe.

Damit der Konsum nicht einbricht, könne aus Sicht des DIW auch Deutschland seinen Bürgern Geld geben. Die US-Regierung erwägt einen solchen Schritt. "Auch das ist eine Option, damit vor allem die, die es besonders hart trifft, ihren Lebensstandard bestreiten können." Für Deutschland sei das stemmbar.

Auch ifo-Präsident Clemens Fuest sagte am Donnerstag in München, dass die Schwere der Rezession derzeit mit extrem hohen Unsicherheiten behaftet ist. Sofern der Höhepunkt der Pandemie schnell überschritten wird und die Wirtschaft ab Mai wieder in Gang kommt, rechnen die Münchner Ökonomen damit, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpft. Sollte die Pandemie länger dauern und es mehrmonatige Produktionsstillstände in der Industrie geben, halten Fuest und seine Kollegen auch ein Minus von sechs Prozent für möglich.

Das wäre ein größerer Einbruch als während der internationalen Finanzkrise im Jahr 2009. Damals war die deutsche Wirtschaft um 5,7 Prozent geschrumpft. "Die Unsicherheiten sind groß, und auch die Abwärtsrisiken sind groß", sagte Fuest zu den beiden Szenarien. "Man kann auch nicht ausschließen, das es deutlich schlimmer wird."

Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im März auf 87,7 Punkte gegenüber 96 Zählern im Februar. Das war der stärkste Rückgang seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009.

Umso wichtiger sei massives Gegensteuern der Bundesregierung und auf europäischer Ebene. "Wir müssen sehen, dass derzeit das Risiko, dass die Staatsschuldenkrise wieder ausbricht, sehr groß ist." Aktuell helfen nach Einschätzung der Münchner Wirtschaftsforscher jedoch die Ankündigungen der EZB, der EU und der Bundesregierung zur Stützung der Wirtschaft. "So lange man auf diesem Weg geht, wird es keine Staatsschuldenkrise geben", meinte Fuest.

Der ifo-Präsident und seine Kollegen sehen darüber hinaus in der in den vergangenen Jahren stark angestiegenen Unternehmensverschuldung ein Problem. Das sei vor allem in den USA der Fall, sagte Fuest. Dort hätten viele Unternehmen Anleihen ausgegeben, die Anschlussfinanzierungen seien schwierig. "Das kann Unternehmen im Extremfall in die Insolvenz treiben."

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(dpa/rt deutsch)

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