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Kernschmelze an der Deutschen Börse: COVID-19 vernichtet Milliarden Euro

Kernschmelze an der Deutschen Börse: COVID-19 vernichtet Milliarden Euro
Kernschmelze an der Deutschen Börse: COVID-19 vernichtet Milliarden Euro. (Symbolbild)
Die Aktienmärkte öffneten global deutlich im Minus. Auch der Deutsche Aktienindex DAX ist betroffen. Er befindet sich seit mehreren Tagen im Sturzflug – und seit heute mit Börsenbeginn im freien Fall. Zentralbanken weltweit schnüren Notfallpakete – mit wenig Spielraum.

Der DAX eröffnete heute Morgen deutlich unter 9.000 Punkten. Seitdem fiel der Index weiter und befand sich zeitweise bei unter 8.500 Punkten, was einen Verlust von mehr als 7 Prozent darstellt. Dies ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2013, welches als durchschnittliches Börsenjahr angesehen wurde. Ob der DAX sich im Laufe des Handelstages wieder fangen wird, bleibt abzuwarten. Die Anleger wirken verunsichert und reagieren mit Panikverkäufen. Sollte sich der Trend fortsetzen, so könnte der DAX den heutigen Handelstag mit mehreren Milliarden Euro Verlust verbuchen.

Fotomontage: Gestapelte Frachtcontainer mit COVID-19-Schriftzug. COVID-19 ist die vom Corona-Virus ausgelöste Lungenkrankheit.

Zentralbanken Japans und Südkoreas senkten auch ihre Leitzinsen

Derweil sind Zentralbanken weltweit bemüht, der Wirtschaft durch Zinssenkungen und den Kauf von Anleihepaketen auf die Sprünge zu helfen. So meldet die US-amerikanische Federal Reserve Bank, dass sie die Leitzinsen von den verbliebenen 0,25 auf null Prozent weiter senken wird. Gleichzeitig will man – wie zu Zeiten der globalen Finanzkrise 2008 – durch den Kauf von Anleihen und der Vergabe von Notkrediten der Wirtschaft unter die Arme greifen. Was den Anlegern in diesem Kontext besonderes Kopfzerbrechen bereiten dürfte, ist die Tatsache, dass die "Fed" mit ihrer Zinspolitik bereits am Ende der Fahnenstange angelangt ist. 

Auch die Zentralbanken Japans und Südkoreas haben ihre Leitzinsen gesenkt. Wie in den USA bewegt sich der Leitzins nun auch in Japan in Richtung null Prozent. Lediglich der Zentralbank Südkoreas ist nach der jüngsten Zinssenkung ein Spielraum von 0,75 Prozent geblieben, in dessen Rahmen sie der Kernschmelze auf dem Aktienmarkt begegnen kann. Am Montag will auch die indische Zentralbank in einer Sitzung eine mögliche Senkung der Leitzeinsen besprechen. Sie gilt mit einem Zinskorridor von zwei bis sechs Prozent derzeit als die stabilste in Asien. Analysten gehen jetzt davon aus, auch die indische Zentralbank werde mit Leitzinssenkungen reagieren müssen.

Eine Putzkraft räumt bei der New Yorker Börse nach Handelsschluss auf

Die Märkte und Volkswirtschaften Asiens sind im Kontext der COVID-19-Krise von besonderem Interesse, da diese im Vergleich zu anderen Wirtschaftssystemen zuletzt weltweit als besonders stabil und zuverlässig galten. Dass aber das Corona-Virus auch vor vermeintlich gesunden Volkswirtschaften nicht Halt macht, beweisen die beschriebenen Szenarien. Insofern gilt: "Alle Augen auf Asien!" Verdächtig still ist es jedoch diesbezüglich jetzt in Beijing.

Finanzminister der Euro-Gruppe beraten über wirtschaftliche Folgen der COVID-19-Pandemie

Auch auf EU-Ebene will man auf die Turbulenzen an den Märkten reagieren. Am Montagnachmittag wollen die Finanzminister der Euro-Gruppe darüber beraten, wie man den wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie begegnen kann. Sehr wahrscheinlich wird es auf das von der EU-Kommission bereits angekündigte großzügige Notprogramm hinauslaufen. Das könnte sich aus Anleihekäufen und Kreditvergaben ähnlich wie in den USA zusammensetzen. Zusätzlich sollen Milliarden an Geldern aus dem EU-Haushalt bereitgestellt werden, um Unternehmen zahlungsfähig zu halten. Was den Leitzins angeht, so hat auch die Europäische Zentralbank mit ihrer Zinssenkung Mitte 2019 längst ihr ganzes Pulver verschossen: Der aktuelle Zinssatz liegt in der Eurozone bereits bei null Prozent. 

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