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Aus für Fracking? – Niedrige Ölpreise führen zu Zusammenbruch am US-Schieferölmarkt

Aus für Fracking? – Niedrige Ölpreise führen zu Zusammenbruch am US-Schieferölmarkt
Chevron-Ölexplorationsbohrstelle bei Midland, USA
Der Einbruch der weltweiten Rohölpreise hat die Lage der Fracking-Unternehmen in den USA deutlich erschwert. Russland und Saudi-Arabien scheinen ihre Ölproduktion nicht einschränken zu wollen. Dies wird dazu führen, dass die Ölpreise niedrig bleiben.

Das Wachstum der US-Schieferölförderung befindet sich im Abschwung und droht, zum unmittelbaren Opfer des saudisch-russischen Preiskriegs zu werden.

Saudi Aramco sagte, dass es die Ölproduktion im April auf 12,3 Millionen Barrel pro Tag erhöhen werde, was eine schockierende Eskalation des Krieges um Marktanteile darstellt. Man geht davon aus, dass diese Produktionsmenge über das hinausgeht, was Aramco auf nachhaltiger Basis produzieren kann. Mit anderen Worten: Saudi-Arabien will mit aller Kraft den Markt überschwemmen.

Der saudische Energieminister, Prinz Abdulaziz bin Salman Al-Saud, bei der Ankunft am 6. März in Wien zu einem Treffen der OPEC+-Länder.

Der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman zeigte wenig Interesse, sich in nächster Zeit mit russischen Vertretern zu treffen. Gegenüber Reuters sagte er:

Ich sehe keinen Grund für ein Treffen zwischen Mai und Juni, welches nur unser Versagen zeigen würde, uns um das zu kümmern, was wir in einer Krise wie dieser hätten tun sollen.

Laut Energy Intelligence führt Saudi-Arabien Haushaltsanalysen mit Szenarien durch, in denen das Öl auf 12 bis 20 US-Dollar pro Barrel abstürzt. Außerdem wird ein Extremszenario in Betracht gezogen, in dem das Öl unter zehn US-Dollar pro Barrel fällt.

Moskau erklärte, dass es dem Preiskampf bei 25 bis 30 US-Dollar pro Barrel für sechs bis zehn Jahre standhalten kann. Keine der beiden Seiten scheint bereit zu sein, sich von ihrem Standpunkt zu bewegen. Die Investmentbank Raymond James schrieb in einer Notiz:

Der Montag wird als einer der trübsten Markttage in der Geschichte des Energiesektors eingehen. War dies der Tag der Kapitulation? Es fühlt sich sicherlich so an. Es ist schwer vorstellbar, dass die Stimmung schlimmer werden kann.

Das unmittelbare Opfer wird daher das US-Schieferöl sein. In der Notiz heißt es weiter:

Öl sollte weniger werden, wenn die Produzenten beginnen, die Quellen physisch zu schließen.

Schieferölunternehmen kündigen Sparmaßnahmen an 

Eine Reaktion folgte schnell. Da sich die Aktienkurse im freien Fall befanden, vervielfachte sich zu Beginn der Woche die Zahl der Schieferölunternehmen, die Sparmaßnahmen ankündigten. Diamondback Energy und Parsley Energy kündigten sofort Pläne zur Kürzung von Ausgaben und zur Reduzierung ihrer Bohrtätigkeit an.

Ein Arbeiter überprüft ein Ventil im Ölfeld Imilorskoye des Unternehmens Lukoil, außerhalb der westsibirischen Stadt Kogalym, Russland.

Der kanadische Ölkonzern Cenovus Energy kürzte die Investitionen für das Jahr 2020 um 32 Prozent und seine Produktionsprognosen um fünf Prozent. Ovintiv teilte mit, es werde seine Ausgaben kürzen. Das Unternehmen versuchte, unruhigen Investoren zu versichern, dass es über genügend Liquidität verfüge. Marathon Oil kürzte seine Ausgaben um 500 Millionen US-Dollar.

Sogar Chevron gab zu, dass es seine Ausgaben möglicherweise kürzen müsse. Diese Aussage kam nur wenige Tage nachdem das Unternehmen hohe Ziele für den freien Cashflow in den nächsten fünf Jahren vorgestellt hatte. In einer Erklärung an Reuters verkündete Chevron:

Wir prüfen Alternativen zur Reduzierung der Investitionsausgaben von denen erwartet wird, dass sie die kurzfristige Produktion senken und den langfristigen Wert erhalten.

Chevron war der erste Ölkonzern, der andeutete, dass er seine Ausgaben kürzen würde. Außerdem erklärte die US-Firma, dass sie einen Preis von 55 US-Dollar pro Barrel benötige, um ihre Ausgaben und die Auszahlungen an die Aktionäre zu decken.

Bei diesen Preisen kann fast kein Schieferbohrloch, das heute intakt ist, Geld erwirtschaften. Rystad Energy wies darauf hin, dass nur eine Handvoll Unternehmen eine Gewinnschwelle unter dem aktuellen Ölpreis haben. Die Commerzbank schrieb in einer Notiz:

Viele US-Fracking-Unternehmen standen bereits vor dem Preiseinbruch aufgrund hoher Schulden und Finanzierungsschwierigkeiten mit dem Rücken zur Wand. Die Bohraktivitäten gingen bis Mitte Januar kontinuierlich zurück und stagnieren seitdem auf niedrigem Niveau.

Die Kombination aus der Coronavirus-Ausbreitung und dem saudisch-russischen Preiskrieg könnte den USA einen K.-o.-Schlag versetzen.

Nahr Bin Umar-Ölfeld, Irak

Die Perspektiven für die Auswirkungen auf die Produktion sind jedoch unterschiedlich. JBC Energy erklärte, dass es "einen vorsichtigeren Appell an den Rückgang des US-Angebots bevorzugt" und fügte hinzu, dass es einige Monate dauern könnte, bis die Produktion zurückgeht.

Andere sehen jedoch einen sofortigen Rückzug. Bjarne Schieldrop, Chef-Rohstoffanalyst bei SEB, teilte in einer Erklärung mit:

Ein Rückgang der US-Schieferölproduktion von ein bis zwei Million Barrel pro Tag gegenüber der derzeitigen Gesamtproduktion von 13,1 Million Barrel pro Tag ist natürlich zu erwarten.

Wir denken jetzt, dass eine Einigung in letzter Minute zwischen Russland und der OPEC vor dem Auslaufen der derzeitigen Kürzungen Ende März 2020 sehr unwahrscheinlich ist. Russland ist wahrscheinlich fest entschlossen, dass es jetzt an der Zeit ist, den Schieferölproduzenten den Teppich unter den Füßen wegzuziehen, also ist jetzt die Zeit für die zweite Schieferöl-Neuregelung.

Mehr zum Thema - Analyst Max Keiser zum Ölpreiskrieg: "Russland hat das beste Blatt auf der Hand" (Video)

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