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Deutsche Post lässt Streetscooter fallen

Deutsche Post lässt Streetscooter fallen
Streetscooter mit dem Logo der Deutschen Post im Juni 2018
Unzuverlässig, klapprig, unbeliebt: Schon länger hatte die Deutsche Post Probleme mit ihren Streetscootern. Nun zieht das Unternehmen daraus die Konsequenzen und stellt die Produktion von Elektrofahrzeugen bei ihrem gleichnamigen Tochterunternehmen ein.

Die Deutsche Post wird noch in diesem Jahr die Produktion ihrer Streetscooter-Elektrofahrzeuge einstellen. Das gab der aus einer Behörde hervorgegangene Dax-Konzern am Freitag in einer Pressemitteilung bekannt. Versteckt war die Nachricht hinter einer Erklärung zu den Auswirkungen des Corona-Virus auf die Geschäfte des Konzerns.

Der Vorstandsvorsitzende der Post, Frank Appel, erklärte in einer Telefonkonferenz ebenfalls am Freitag:

Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt gesagt: Wir können nicht mehr warten. Wir müssen eine Entscheidung treffen.

Die Einstellung der Produktion der Streetscooter sei die logische Konsequenz aus den Verlusten des Tochterunternehmens. Diese hätten im vergangenen Jahr etwa 100 Millionen Euro betragen, so der Konzernchef. Insgesamt könnte Streetscooter die Post nach Einschätzung von Experten eine Milliarde Euro gekostet haben.

Die Deutsche Post hatte Streetscooter, eine Ausgründung der RWTH Aachen, im Dezember 2014 gekauft, um ein Elektrofahrzeug für den Zustellbetrieb zu entwickeln. 2016 begann die Serienproduktion des Streetscooter Work, 2018 wurde im nordrhein-westfälischen Düren ein zweiter Produktionsstandort eröffnet. Die Entwicklung der Fahrzeuge wurde zu einem beträchtlichen Teil mit staatlichen Mitteln bezuschusst.

Allerdings gab es von Beginn an zahlreiche Probleme mit den Fahrzeugen. Zusteller klagten über die geringe Reichweite, den kleinen Laderaum und technische Unzulänglichkeiten wie undichte Fenster und einen kalten Innenraum. Es gab nur wenige Bestellungen von externen Kunden. Tausende Fahrzeuge sollen auf Halde liegen.

Bereits seit 2019 suchte die Post deshalb einen Käufer für Streetscooter, ohne Erfolg, so dass nun die Produktion eingestellt wird. Neubestellungen soll es nicht mehr geben. Die Auslieferung von Fahrzeugen werde sich noch bis ins nächste Jahr ziehen. Die letzten neu produzierten Fahrzeuge sind nur noch für den eigenen Bestand. 

Die Post, zu deren Großaktionären die berüchtigte Fondsgesellschaft BlackRock zählt,  rechnet für 2020 mit einmaligen Aufwendungen von 300 bis 400 Millionen Euro. Zu den Auswirkungen der Entscheidung auf die Werke des Unternehmens und die Mitarbeiter wollte sich Postchef Appel am Freitag nicht äußern.

Seinerzeit wurde der Einstieg der Deutschen Post bei Streetscooter noch als Coup gefeiert, der das Image des Unternehmens verbessern und ihm als Vorreiter bei der Produktion von Nutzfahrzeugen mit Batterieantrieb gute Geschäfte bescheren würde. Nun versuchte Appel, der die Post bereits seit 2008 leitet, die Schließung der Produktion als folgerichtig darzustellen:

Wir haben immer gesagt, dass wir kein Autohersteller sein wollen. Eine weitere Skalierung ohne den richtigen Partner entspricht nicht unserer langfristigen strategischen Zielsetzung.

An der Umstellung der Fahrzeugflotte auf E-Mobilität wolle das Unternehmen festhalten. Allerdings wird die Post diese Fahrzeuge nun bei den etablierten Auto- und Nutzfahrzeugherstellern einkaufen. Vor kurzem hatte die Konzernführung sich noch zuversichtlich gezeigt, zusammen mit einem Partner den weltweit größten Hersteller von Elektrolieferwagen etablieren zu können.

Das Ende von Streetscooter und die Belastung durch die Ausbreitung des Corona-Virus werden auch das Geschäftsergebnis der Deutschen Post belasten. Das Ergebnisziel von fünf Milliarden Euro für das laufende Jahr müsse unter Vorbehalt gestellt werden, so Appel. 2019 lag das operative Ergebnis bei 4,13 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs leicht auf 63,3 Milliarden Euro.

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