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Wettrennen um die Öl- und Gasvorkommen der Artktis geht in die heiße Phase

Wettrennen um die Öl- und Gasvorkommen der Artktis geht in die heiße Phase
Mitarbeiter des Ölkonzerns Rosneft bei einer Bohrung auf dem russischen arktischen Schelf.
Energieunternehmen in Russland und Norwegen wetteifern bei der Entdeckung neuer Öl- und Gasvorkommen in ihren Teilen der Arktis. US-Sanktionen erschweren Russland hierbei die Arbeit, da diese ausländische Partner abschrecken. Man steht vor großen Herausforderungen.

Norwegische und russische Unternehmen führen eine erneute Offensive um die Öl- und Gasvorkommen in der Arktis an. Trotz Klimabedenken und umweltpolitischer Aktionen gegen die Suche nach Öl- und Gasvorkommen in unberührten sensiblen Regionen, suchen Unternehmen weiterhin nach Kohlenwasserstoffressourcen am Polarkreis – insbesondere in Russland und Norwegen.

Palladiumbarren mit höchster Reinheit von 99,96 Prozent

Die größten russischen Energiekonzerne wollen mehr arktische Öl- und Gasressourcen in russischen Küstenregionen erkunden, während norwegische und andere westliche Ölfirmen in der norwegischen Barentssee Explorationsbohrungen vornehmen.

Diese Unternehmen sind führend in den Bemühungen, mehr arktische Öl- und Gasressourcen zu erschließen, da die vorhandenen Reserven sowohl vor Norwegen als auch in Russland zuneige gehen.

Großkonzerne unter sich

Russlands größte Energieunternehmen Gazprom, Rosneft, Nowatek und Lukoil, Norwegens Öl- und Gasgiganten Equinor sowie Aker BP und ConocoPhillips sind die wichtigsten Öl- und Gasproduzenten in der arktischen Region, so das Daten- und Analyseunternehmen GlobalData in einem neuen Bericht. Schätzungen von GlobalData besagen, dass Gazprom der unangefochtene Marktführer in der arktischen Öl- und Gasproduktion ist. Dem Unternehmen folgen mit großem Abstand zwei weitere russische Firmen, Rosneft und Nowatek.

Russische Firmen steigern die Exploration in der russischen Arktis, während Equinor und andere westliche Firmen Explorationsbohrungen in der norwegischen Barentssee durchführen, in der Hoffnung auf einen bedeutenden Fund, der das Ölfeld Johan Castberg ergänzen könnte. Dieser Fund aus dem Jahr 2011 sucht in der Barentssee seither seines Gleichen.

Dennoch stehen sowohl Russland als auch Norwegen vor besonderen Herausforderungen, wenn es darum geht, das Beste aus ihren jeweiligen arktischen Öl- und Gasressourcen herauszuholen.

Steuervergünstigungen ohne Erfolgsversprechen

Die russische Regierung machte die Entwicklung der arktischen Öl- und Gasvorkommen zu einer Schlüsselpriorität und bietet Steuervergünstigungen für Firmen, die in der Region explorieren. Die Energieriesen Gazprom und Rosneft dominieren die Explorations- und Entwicklungsbemühungen in der russischen Arktis. Gazproms küstennahes Feld Priraslomnaja ist derzeit das einzige produzierende Öl- und Gasprojekt Russlands auf dem arktischen Schelf.

Eine Rosneft-Ölaufbereitungsanlage auf dem Ölfeld Wankorskoje nördlich von Krasnojarsk

Aber selbst mit Steuervergünstigungen könnte es Russland schwer fallen, seine arktischen Offshore-Ressourcen auszuweiten, da US-Sanktionen die Zusammenarbeit mit Gazprom, Gazprom Neft, Lukoil, Surgutneftegas und Rosneft bei russischen Tiefsee-, Arktis-Offshore- oder Schieferprojekten verbieten. Die größten Energieunternehmen Russlands haben bei westlichen Banken keinen Zugang zu Kapital, um solche Projekte zu finanzieren. Im Zuge der Sanktionen zogen sich viele westliche Ölfirmen aus Joint Ventures mit russischen Unternehmen zurück, die nun ohne Partnerschaften im Technologiebereich bleiben, die für Erkundungen, Bohrungen und möglicherweise die Förderung und Verarbeitung schwer zu fördernder Ressourcen benötigt werden.

Unabhängigkeit durch Kapital aus Asien – US-Sanktionen zum Trotz

Um ausländische Technologien zu ersetzen, konzentrieren sich russische Firmen darauf, die Auswirkungen der US-Sanktionen auf ihre Entwicklungspläne herunterzuspielen und hauseigene Technologielösungen zu entwickeln. Analysten sind dennoch der Meinung, dass das Ziel einer vollständigen Unabhängigkeit von ausländischer Technologie in anspruchsvollen Projekten wahrscheinlich noch Jahre entfernt ist.

Auch die Finanzierung großer Onshore-Projekte in der Arktis ist nicht einfach. Rosneft will das Wostok-Öl-Projekt entwickeln, um "ein komplexes Entwicklungsprogramm für eine neue Öl- und Gasprovinz im Norden der Region Krasnojarsk umzusetzen". Hierbei schaut das Unternehmen aber nach Japan, Indien und China, um Mittel für das Projekt im Wert von 157 Milliarden US-Dollar zu sammeln.

Der Wettlauf um den großen Fund

Russlands größter privater Erdgasproduzent Nowatek ist eine der Erfolgsgeschichten der arktischen Ressourcenentwicklung. Nowatek, das bereits verflüssigtes Erdgas (LNG) aus der LNG-Anlage auf der Jamal-Halbinsel exportiert, gab im vergangenen Jahr grünes Licht für sein zweites LNG-Projekt, Arktik LNG 2, auf der Halbinsel Gydan. Die Partner von Nowatek sind Frankreichs Total mit einer Minderheitsbeteiligung sowie chinesische und japanische Unternehmen.

Im vergangenen Jahr erklärten russische Beamte, dass die Arktis in weniger als zwei Jahrzehnten zum wichtigsten Motor der russischen Erdgasproduktion werden könnte. Es bestehe das Potenzial, dass bis ins Jahr 2035 rund 90 Prozent des gesamten in Russland geförderten Gases von dort kommen würden.

Norwegens arktische Gebiete, die zur Exploration offen stehen, sind Teil der Barentssee, wo Unternehmen darum kämpfen, nach Johan Castberg einen weiteren großen Fund zu machen. Die norwegischen Behörden sagen, dass die Barentssee 64 Prozent der noch zu erschließenden Ressourcen auf dem norwegischen Festlandsockel besitzt, während die Nordsee und die Norwegische See jeweils 18 Prozent der unentdeckten Ressourcen ausmachen.

Im vergangenen Jahr wurden vor der Küste Norwegens insgesamt 17 neue Funde gemacht, von denen nur einer in der Barentssee lag. Im selben Jahr wurden nur fünf Bohrungen in der Barentssee durchgeführt – weniger als im Jahr 2018.

Steigender Ölbedarf, Schwerpunkt Barentssee

Da der Ölbedarf weltweit steigt, um die bestehende Versorgung aufrechtzuerhalten, will das norwegische Unternehmen Equinor in der Barentssee weiterhin Forschung betreiben. Der Konzern erklärte:

Die Funde in der Barentssee können zu einer bedeutenden wirtschaftlichen Entwicklung führen, sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene. Auf der Grundlage unserer Kenntnisse der Geologie hoffen wir, qualitativ hochwertiges Leichtöl zu finden, das gefragt ist – und das besser für das Klima ist. Die Bohrungen, die wir in der Barentssee vornehmen, sind dank der Geologie und des seichteren Wassers billiger als viele andere.

Tim Dodson, für die Exploration verantwortlicher Executive Vice President bei Equinor, sagte im November gegenüber Reuters, dass sich im Jahr 2020 die Erkundungen auf den westlichen Teil der Barentssee konzentrieren werden.

Norwegen und Russland sind führend in der arktischen Öl- und Gasförderung. Beide stehen jedoch vor der Herausforderung, die Region zum nächsten Schwerpunkt bei der Öl- und Gasförderung zu machen.

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