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Datenschutz: Auch Facebook ließ Sprachaufnahmen transkribieren

Datenschutz: Auch Facebook ließ Sprachaufnahmen transkribieren
Facebook behauptet, es habe aufgehört, die Sprachaufnahmen von Nutzern durch menschliche Dienstleister transkribieren zu lassen. Auch andere Tech-Firmen wurden kürzlich dabei ertappt. Facebooks Auftragnehmer wussten Berichten zufolge nicht, woran sie arbeiteten.

Das Unternehmen habe "vor mehr als einer Woche aufgehört, menschliche Mitarbeiter für die Überprüfung von Audioclips zu beschäftigen", erklärte Facebook am Dienstag und fügte hinzu, dass die Audio-Überprüfung nur bei Messenger-Nutzern durchgeführt wurde, die sich dafür entschieden hatten, ihre Sprachchats in Text von einer KI transkribieren zu lassen. Die menschlichen Transkribierer prüften lediglich, ob die KI-Transkriptionen korrekt waren, so das Unternehmen.

Amazon Echo hat bereits mehrere negative Schlagzeilen durch Aufzeichnung der Nutzer gemacht.

in der Datennutzungsrichtlinie nicht erwähnt, dass Menschen die Informationen verarbeiten

Die Auftragnehmer hörten oft Ausschnitte von intimen oder "vulgären" Chats, wenngleich die Nachrichten anonymisiert waren. Ihnen wurde nicht mitgeteilt, warum sie den Ton transkribierten, woher er kam oder wie er erhalten wurde, sagten Dienstleister gegenüber Bloomberg. Einige sagten, die Ungewissheit und offensichtliche Doppelzüngigkeit beunruhigten sie – Facebook sagt Nutzern nicht, dass Dritte deren Audiodaten überprüfen könnten.

Während das Unternehmen zugibt, dass es "Inhalte, Kommunikation und andere Informationen sammelt, die Sie bereitstellen, [wenn Sie] Nachrichten versenden oder mit anderen kommunizieren", wird in der Datennutzungsrichtlinie nicht erwähnt, dass Menschen die Informationen verarbeiten. Stattdessen werden die "Systeme" von Facebook genannt, die "automatisch Inhalte und Kommunikationen verarbeiten" sollen, "die Sie und andere bereitstellen, um die Inhalte zu analysieren". Selbst die Liste der Drittanbieter, die möglicherweise Informationen von Benutzern erhalten, umfasst nicht explizit menschliche Transkriptionsteams, sondern nur "Anbieter und Dienstleister, die unser Geschäft unterstützen", indem sie "analysieren, wie unsere Produkte verwendet werden".
Zu den Bedenken der Dienstleister hinsichtlich des Abhörens privater Nachrichten der Nutzer kommt noch die Tatsache hinzu, dass Facebook mindestens einer externen Firma verbietet, sie beim Namen zu nennen. TaskUs mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien, bezieht sich stattdessen nur auf einen seiner größten und wichtigsten Kunden mit dem Codenamen "Prism" – ironischerweise auch der Name der NSA-Initiative, die von Edward Snowden aufgedeckt wurde und Hintertüren in beliebten Online-Nachrichten installierte, Plattformen wie Google, Skype, Twitter und Facebook.

Ein Bundestagsgutachten warnt Eltern vor dem Sprachassistenten

TaskUs-Vertragspartner moderieren auch Inhalte bei politischen Verstößen, überprüfen politische Anzeigen und arbeiten an "Wahlvorbereitung", ein ominöser Begriff, den Bloomberg nicht weiter definiert, der aber zuvor mit der massenhaften Entfernung politischer Konten in den Monaten vor den Wahlen zusammenfiel.

Beschwerden über posttraumatische Belastungsstörungen 

Facebooks Arbeitsweise, wie die Moderation von Inhalten an Firmen vergeben wird, wurde Anfang des Jahres aufgedeckt. Ehemalige Auftragnehmer des Outsourcing-Unternehmens Cognizant hatten sich beschwert, dass die Arbeit bei ihnen posttraumatische Belastungsstörungen ausgelöst habe. Dies hätte dazu geführt, dass sie ihre Traumata durch Drogenkonsum und Gelegenheitssex zu verarbeiten versuchten und ihre Überzeugungen zu den "offiziellen" Versionen historischer Ereignisse wie dem 11. September und dem Holocaust hinterfragten. Auch diesen Mitarbeitern war es verboten, sich dabei namentlich auf Facebook zu beziehen.

Facebook hatte im Jahr 2015 die KI-Transkriptionsfunktion zum Messenger hinzugefügt und behauptet, dass sie standardmäßig abgeschaltet sei. Die Dokumentation zeigt jedoch, dass nur ein Teilnehmer in einem Chat sich für die Transkribierung des Audios entscheiden muss.

Nachdem ähnliche Praktiken von Google Assistant, Amazon Alexa und Apple Siri aufgedeckt wurden, haben alle drei versprochen, das menschliche Abhören zu beenden – oder zumindest den Nutzern die Möglichkeit zu geben, es zu umgehen. Apple hat Berichten zufolge die menschliche "Beurteilung" von Siri-Aufnahmen beendet, bis ein zukünftiges Software-Update den Nutzern die Möglichkeit gibt, aktiv teilzunehmen, während Amazon eine Opt-out-Einstellung hinzugefügt hat. Google hat derweil versprochen, die Überprüfung durch Menschen auszusetzen – in Europa für mindestens drei Monate.

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