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OECD: Automatisierung bedroht fast jeden fünften Job in Deutschland

OECD: Automatisierung bedroht fast jeden fünften Job in Deutschland
(Symbolbild). Der kanadische Premierminister Justin Trudeau mit einem Roboterarm, während einer Robotervorführung bei Kinova Robotics in Boisbriand, Quebec, Kanada, am 24. März 2017.
Die Digitalisierung kommt: Computer und Maschinen werden in der Zukunft immer mehr arbeitende Menschen ersetzen – in Deutschland sind laut einer neuen Studie sogar überdurchschnittlich viele Jobs bedroht. Trotzdem warnen OECD und Bundesregierung vor Pessimismus.

Die fortschreitende Digitalisierung bedroht laut einer neuen OECD-Studie fast jeden fünften Arbeitsplatz in Deutschland. Der deutsche Arbeitsmarkt ist stärker vom technologischen Wandel betroffen als die Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Durchschnitt, wie aus dem am Donnerstag in Berlin präsentierten OECD-Beschäftigungsausblick 2019 hervorgeht. Grund sei die überdurchschnittliche Bedeutung der Industrie mit vielen Routinetätigkeiten in Deutschland. "Geringqualifizierte sind einem höheren Risiko ausgesetzt, dass ihre Arbeitsplätze ersetzt werden", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

In Deutschland könnten laut OECD 18,4 Prozent der Arbeitsplätze der Automatisierung zum Opfer fallen – OECD-weit seien es in den nächsten 15 bis 20 Jahren lediglich 14 Prozent. Zusätzlich dürfte sich laut der Studie OECD-weit fast jeder dritte Job durch digitale Technik stark verändern. In Deutschland werden davon sogar 36 Prozent der Arbeitsplätze betroffen sein.

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Dennoch ist ein deutlicher Anstieg der Massenarbeitslosigkeit laut OECD nicht zu befürchten, denn im Gegenzug entstünden neue Jobs. OECD-Generalsekretär Gurría warnte vor Pessimismus. Die Politik müsse dem Wandel begegnen – vor allem durch deutlich mehr Erwachsenenbildung. Heute profitierten vor allem Höherqualifizierte von Weiterbildung und weniger jene, die sie am nötigsten bräuchten. So drohe die Polarisierung der Arbeitsmärkte zu wachsen.

Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, dass der technologische Wandel Arbeitsplätze infrage stellt. Vor allem bei den sozialen Dienstleistungsberufen, bei Gesundheit, Pflege und Bildung wachse aber der Bedarf an zusätzlicher Beschäftigung. Die Politik müsse die Weiterbildung forciert zum Schwerpunkt machen.

Weitere konkrete Schritte werde er im Sommer im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie von Bund und Sozialpartnern vorschlagen, kündigte Heil an. Denn nötig sei nicht nur mehr öffentlich geförderte Weiterbildung. In Bereichen, in denen das Geschäftsmodell von Unternehmen nicht mehr trage, müssten den Beschäftigten auch verstärkt Umschulungen angeboten werden. Längerfristig sei auch ein Rechtsanspruch auf Weiterbildung denkbar.

Als bedroht ordneten die OECD-Forscher Arbeitsplätze ein, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent automatisiert werden. Die Studienautoren räumen aber ein, dass ihre Angaben mit Unsicherheiten verbunden seien.

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(rt deutsch/dpa)

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