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Novelle von Basel III – der neue versteckte Goldstandard

Novelle von Basel III – der neue versteckte Goldstandard
Goldbarren in der österreichischen Gold- und Silberscheideanlage "Oegussa" in Wien, Österreich, 18. März 2016.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) wird Gold in den Aktiva von Staatsbanken als Teil der Eigenkapitalausstattung zur Risikodeckung explizit erlaubt. Diese Änderung soll ab 1. Januar 2022 in Kraft treten.

Die Bank für für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in Basel hat ihr Regelwerk zur Kontrolle der Zentralbanken novelliert. Ab dem 1. Januar 2022 können Zentralbanken ihre Marktrisiken im Rahmen der Eigenkapitalausstattung unter anderem auch durch Gold abdecken. Eigens zu diesem Zweck wurde die Liste möglicher Pakete zur Risikoabsicherungen (Buckets) um die Komponente "Edelmetalle" erweitert. Der Bucket "Edelmetalle" beinhaltet die drei begehrtesten und teuersten Edelmetalle Gold, Silber und Platin.

Die Edelmetalle sollen den Bestimmungen nach im sogenannten Trading-Book (Handelsbuch) der Zentralbanken geführt werden, was einer täglichen Überprüfung seiner Bestände auf ihren Wert und die internen und externen Risiken unterliegt. Zentralbanken sollen bis zu 20 Prozent ihrer gesamten Risikoabsicherung auf Edelmetallen aufbauen können – wobei der Anteil des jeweiligen Edelmetalls in dem Bucket nicht festgelegt ist.

Symbolbild.

Nachdem die drei größten überstaatlichen internationalen Finanzorganisationen, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die Weltbank und der Internationale Währungsfond, über Jahrzehnte hinweg dem Zahlungs- und Sicherungsmittel Gold sehr ablehnend gegenüberstanden, findet das Edelmetall nun seinen Weg in die Portfolios der Zentralbanken und über die nationale Bankenpolitik auch in die Bücher der Geschäfts-Banken.

Über den Grund, warum sich die "Bank der Banken" zu diesem Schritt entschlossen hat, kann nur spekuliert werden. Ein Blick auf die internationale Währungslandschaft lässt aber den Schluss zu, dass man auf internationaler Finanzebene seine Augen gegenüber den schwächer und instabiler werdenden großen Währungen geöffnet hat.

Der weitere Preisverlauf der Edelmetalle auf dem freien Markt ist offen. Anleger, die bereits über ein gewisses Edelmetallportfolio verfügen, dürften zwar aufgrund der institutionalisiert gesteigerten Nachfrage von einem mittel- bis langfristig steigenden Wertverlauf ausgehen. Allerdings sollte man sich nicht zu früh freuen, denn in derselben Novelle des Basel-III-Abkommens wird Gold "handelbaren Währungen" gleichgesetzt. In einer eher nebensächlichen Fußnote – im Kleingedruckten, sozusagen – wird festgelegt:

Gold ist nicht als Rohstoff zu behandeln, sondern wie eine Position im Devisenhandel, denn seine Volatilität entspricht eher der von Währungen im Devisenhandel und wird von Banken entsprechend gehandhabt.

Anleger dürfen aus mehreren Gründen erstaunt sein aufgrund solch einer gut versteckten Hiobsbotschaft, die im Kern nichts anderes bedeutet, als dass das konservative Gold mit seinem inneren Wert per Federstrich dem intrinsisch volatilen Fiatgeld gleichgesetzt und den Dynamiken des schnellen Tagesgeschäftes (Day-Trading) preisgegeben wird. Die BIZ hat hiermit das Rad zwar nicht neu erfunden, wohl aber dem Begriff der Quadratur des Kreises eine neue Bedeutung gegeben. Zumindest aber ist jetzt erklärt, warum die großen Volkswirtschaften der Welt in den letzten Jahren größere Mengen Gold eingekauft haben.

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