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Bank of America: Elektroautos werden Ölnachfrage innerhalb von zehn Jahren zerstören

Bank of America: Elektroautos werden Ölnachfrage innerhalb von zehn Jahren zerstören
Elektrofahrzeuge in einer Werkhalle eines chinesischen Automobilherstellers (Symbolbild)
Die Bank of America Merill Lynch hat bis zum Jahr 2030 einen Wendepunkt in der weltweiten Nachfrage nach Rohöl prognostiziert. Laut der Prognose soll daraufhin als Konsequenz der Elektrifizierung des Transports ein schneller Rückgang der Ölnachfrage folgen.

Im Laufe des nächsten Jahrzehnts sollte die Ölnachfrage weiter steigen, wenn auch mit immer geringerem Tempo. Laut der Bank of America Merrill Lynch verlangsamt sich der jährliche Anstieg des globalen Ölverbrauchs in den kommenden Jahren dramatisch. Bis 2024 soll sich das Nachfragewachstum halbieren und auf nur noch 0,6 Millionen Barrel pro Tag sinken (bpd), gegenüber 1,2 Millionen bpd in diesem Jahr.

Bis zum Jahr 2030 soll das Nachfragewachstum für Öl auf Null sinken, da der Konsum einen dauerhaften Höchststand erreicht, bevor er danach relativ schnell sinkt.

Der Hauptgrund für die Auflösung der Nachfrage ist die Zunahme von Elektrofahrzeugen.

Die Bank of America sprach ein paar Vorbehalte und Unsicherheiten an. Die wachsende Bedeutung der Elektroautos hängt von einer Gruppe von Schlüsselmetallen ab. So wird beispielsweise Lithium in einigen lateinamerikanischen Ländern in großen Mengen abgebaut und aufbereitet.

Kobalt und Nickel gewinnen weiter an Bedeutung

Kobalt zeichnet sich für einige Automobilhersteller als ein größeres Problem ab. In der Demokratischen Republik Kongo sind rund 62 Prozent der weltweiten Kobaltproduktion beheimatet. Ted Miller, Leiter der Forschungsstelle für Energiespeicherstrategie bei Ford, erklärte bei einer Minenveranstaltung in Südafrika, dass sich die Automobilhersteller aus Angst vor einer unzureichenden Versorgung gezwungen fühlen könnten, direkt in die Kobaltproduktion zu investieren. Er sagte:

Ich gehe davon aus, dass wir viel Druck auf diese Kobaltproduktion ausüben werden. […] Heute sieht es machbar aus, doch es ist ein Szenario, das wir im Auge behalten müssen.

Die Demokratische Republik Kongo hat gerade eine Wahl abgehalten, die das Land gespalten hat. Obwohl der Machtwechsel größtenteils friedlich verlaufen ist, so litt das Land in der Vergangenheit unter politischer Instabilität. Die Bank of America Merrill Lynch warnte in dem Bericht:

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Jede größere Störung des heutigen Kobaltabbaus würde wahrscheinlich die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in den frühen 2020er Jahren abbremsen und damit die langfristigen Rohölpreise stützen.

Es gibt Alternativen zu Kobalt, doch das würde lediglich Druck auf die Produktion anderer Materialien ausüben. So heißt es in dem Bericht der Bank weiter:

Die Automobilhersteller könnten in den nächsten zwei Jahrzehnten schrittweise von Kobalt zu Nickel wechseln. Diese Verschiebung kann wiederum zu einer steigenden Nachfrage nach Nickel führen, was zu einer weiteren Angebotsverknappung führt, da die Pläne zur Erweiterung der Minen begrenzt sind.

Wirtschaftlicher Abschwung könnte Ölnachfrage länger aktuell halten

Es gibt eine lange Liste weiterer Unsicherheiten, die eine solche mittel- und langfristige Prognose erschweren. Ein sich abzeichnender wirtschaftlicher Abschwung der nächsten Jahre könnte sich bis weit in die 2020er Jahre auswirken. Das würde die Prognosen für die Ölnachfrage ändern, allerdings auf komplexe Weise. Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum würde die Ölpreise durch eine geringere Nachfrage zwar dämpfen, ein niedrigerer Spritpreis selbst könnte jedoch eine anhaltende Verbraucherbindung bedeuten.

Auch der Markt der Elektroautos ist mit Unsicherheiten behaftet. Der Absatz von Elektrofahrzeugen wächst zurzeit rasant, wodurch die Anzahl der entsprechenden Fahrzeuge auf den Straßen zunimmt. Die Automobilhersteller werden Dutzende neuer Modelle auf den Markt bringen, die die Auswahl und das Bewusstsein erweitern und gleichzeitig Fortschritte bei Preis, Reichweite und Leistung erzielen werden. Das alles soll laut der Bank of America Merrill Lynch ab 2021 zu signifikanten negativen Auswirkungen auf die Ölnachfrage führen.

Außerdem gibt es natürlich noch die Frage der Politik, die sich in beide Richtungen entwickeln könnte. Die Bank of America meint, dass "die schwachen Verpflichtungen der USA in Bezug auf Klimaschutz, Kraftstoffeffizienzstandards und Schwefelgrenzwerte in der Schifffahrt (IMO)" die Einführung von Elektrofahrzeugen verlangsamen könnten. Die Situation könnte sich jedoch auch deutlich ändern, wenn die nächste US-Regierung den Kurs ändern und die Klimaziele erhöhen würde.

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Wir stehen am Beginn eines neuen Zeitalters der Unsicherheit für Ölproduzenten, Raffinerien und Bergleute gleichermaßen. […] Der wichtigste Treiber für den strukturellen Wandel der Ölnachfragetrends in den nächsten fünf Jahren und darüber hinaus werden voraussichtlich Elektrofahrzeuge sein ", so der Prognosebericht.

Trotz all dieser Unsicherheiten sind die Umrisse des Entwicklungsverlaufs jedoch klar. Die Ölnachfrage in den Industrieländern verzeichnete in den letzten vier Jahren aufgrund des Verfalls der Ölpreise einen vorübergehenden Anstieg. Doch das ändert sich jetzt.

Die Nachfrage "sollte weiter zurückgehen, sobald der Preiseffekt nachlässt und die Effizienz an Bedeutung gewinnt."

Die Ölnachfrage in den Schwellenländern dürfte aber weiter steigen, da immer mehr Menschen Autos kaufen. China hat jedoch einen großen Schritt in Richtung der Elektrofahrzeugbranche unternommen; sein Nachfragewachstum für Erdöl verlangsamt sich bereits.

Bis 2020 sollen Elektrofahrzeuge ungefähr fünf Prozent des weltweiten Fahrzeugabsatzes ausmachen. Der Anteil soll laut den Prognosen bis zum Jahr 2030 auf 40 Prozent ansteigen, bevor er dann bis 2050 auf 95 Prozent steigt.

All dies impliziere einen Höchststand der Ölnachfrage bis 2030. Laut dem Bericht der Bank of America Merrill Lynch befinden wir uns mitten in der "größten strukturellen Verschiebung des Nachfragewachstums seit Beginn der Verbreitung des Autos Anfang des neunzehnten Jahrhunderts".

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