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Heiß begehrt: Russische Komparsen für NATO-Kriegsspiele

Heiß begehrt: Russische Komparsen für NATO-Kriegsspiele
Für Dienstleistungen rund um die Erprobung von Kriegsszenarien gibt es eine starke Nachfrage.
Für alle Wirtschaftszweige gibt es Zeiten, in denen das Geschäft schleppend läuft oder aber brummt. Letzteres gilt für britische Militärdienstleister, die vorrangig NATO-Staaten ausstatten – unter anderem mit russischsprachigen Komparsen für Kriegsübungen.

In den vergangenen Jahren machten immer mehr und immer umfangreichere NATO-Übungen Schlagzeilen. Während derzeit die im Vergleich zur massiven "Trident Juncture 2018" Übung zahlenmäßig kleinere, aber dennoch beachtliche NATO-CIMIC-Truppe (Civil-Military Cooperation, zu Deutsch: Zivil-militärische Zusammenarbeit) in Norddeutschland den Umgang mit politischen Unruhen trainiert, bleiben die Aufrufe nach russischsprachigen Komparsen für US-Kriegsübungen in Erinnerung. RT Deutsch berichtete darüber.

U.S. Army M1A2 Abrams Panzer bei einer Übung auf dem Joint Multinational Readiness Center der NATO in Hohenfels, Deutschland

Die Übungen sollen dazu dienen, eine möglichst realistische Umgebung für potenzielle Kriegszenarien darzustellen, vorgeblich rein fiktive Länder werden eingebunden und zahlreiche Darsteller, sogenannte COBs (Zivilisten auf dem Schlachtfeld), engagiert. Streitkräfte aller möglichen NATO-Staaten trainieren mit, beispielsweise georgische Soldaten. Unter anderem spielten die Komparsen und die Streitkräfte des Joint Warfare Centre der NATO (Zentrum gemeinsamer Kriegsführung) ein Szenario mit dem russisch klingenden Titel "Skolkan" durchgespielt, bei dem nach offiziellen Angaben eine NATO-Artikel-5-Situation, also der Bündnisfall nach einem Angriff auf ein NATO-Mitglied, simuliert wird.

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Selbst wenn es sich in dem Skolkan-Szenario bei der russischsprachigen Bevölkerung um die potenziellen Bewohner des Baltikums oder der Ukraine handeln soll, kann man sich wundern, warum der Hauptteil der Übungen sich im ländlichen Bereich abspielt, während russischsprachige Minderheiten in diesen Ländern eher in urbanen Gegenden leben.

Fraglich bleibt jedoch nach mehr als einem Jahr, warum die US-Armee auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels in Bayern russischsprachige Zivilisten engagierte. Klar ist, dass die Unternehmen, die solche Kriegskomparsen anbieten, sich enormer Wachstumszahlen erfreuen. Stolz verkündet beispielsweise der Militärdienstleister thebigword Group (TBW Global) "explosives Wachstum".

Nach eigenen Angaben erbringt TBW Global in 20 Ländern Verteidigungs- und mehrsprachige Kommunikationsdienstleistungen. Mit mehr als 2.500 Mitarbeitern hat das Unternehmen bereits über 3.500 Live-Übungen und Veranstaltungen für Streitkräfte durchgeführt. Kunden sind NATO-Länder, darunter das britische Verteidigungsministerium (UK MOD), das US-Verteidigungsministerium, die kanadischen Streitkräfte und eine Reihe anderer Auftragnehmer aus den Bereichen Verteidigung sowie Luft- und Raumfahrt.

Das Unternehmen versorgt die US-Armee mit den "vorübergehend Beschäftigten", also den teils russischsprachigen Kriegskomparsen, für Übungen in Hohenfels. Auch andere Sprachen werden gesucht, darunter Arabisch, Paschto oder Dari.

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An Erfolgsmeldungen mangelt es nicht: So rühmt sich TBW Global mit der außerordentlich schnellen Rekrutierung Tausender solcher Komparsen für die US-Armee in kurzer Zeit und erhielt in diesem Jahr den Zuschlag für den Vertrag über Dienstleistungen für das NATO-Hauptquartier in Brüssel.

Heiß begehrt: Russische Komparsen für NATO-Kriegsspiele

Im Sommer eröffnete TBW Global ein weiteres Büro in Washington, im Herbst gab es Meldungen, dass TBW Global seine Dienstleistungen um Human Intelligence (HUMINT), also nachrichtendienstliche Erkenntnisgewinnung durch Menschen, sowie im Bereich Gefechtsszenarien erweitert.

Zudem hat sich die Entscheidung des Gründers Joshua Gould, den Verteidigungssektor als eigenständiges Geschäft unter dem Namen TBW Global zu spezialisieren, als erfolgreich erwiesen,

da die verstärkte Fokussierung zu einem allgemeinen Wachstum der Gruppe (thebigword Group) geführt hat, die nun einen Gesamtumsatz von über 100 Millionen US-Dollar erzielt.

Denn, wie Gründer und CEO von TBW Global betont:

Die militärische Ausbildung ist einer der am schnellsten wachsenden Bereiche unseres Geschäfts.

Auf der Webseite der Firma ist weiterhin über Einsatzgebiete, neben Kriegszonen wie Afghanistan auch in Deutschland, zu lesen:

In jüngster Zeit hat TBW Global wichtige Verträge mit der US-Armee abgeschlossen, um Darsteller für Rollenspiele an ihren Standort in Deutschland zu liefern, sowie mit dem MOD und der NATO, um Sprachunterstützung an vorderster Front in Konfliktzonen anzubieten. In den letzten Jahren hat sich TBW Global von einem Start-up zu anspruchsvollen Teams in Afghanistan, Deutschland, dem Irak, Großbritannien, der Ukraine und den USA sowie zu temporären Teams in Bosnien und Oman entwickelt. Dies hat das Unternehmen für die NATO-Länder besonders vorteilhaft gemacht und sie für zukünftige Vertragsabschlüsse gut positioniert.

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