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Brasilien steht angeblich vor 31 Milliarden US-Dollar schweren Offshore-Ölboom

Brasilien steht angeblich vor 31 Milliarden US-Dollar schweren Offshore-Ölboom
In den letzten Jahren hat Brasilien mehrere sehr erfolgreiche Ölauktionen im Rahmen von Produktionsaufträgen auf seinem Pre-Salt-Schelf durchgeführt. Dadurch gelang es der Führung des Landes, große Ölgesellschaften in sein wertvolles Offshore-Ölgebiet zu locken.

Der gewählte Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, hat vor, mehr von den Pre-Salt-Vermögenswerten – ein Schelfgebiet, das sich derzeit ausschließlich in den Händen der staatlichen Ölgesellschaft Petrobras befindet – für private Investoren zu öffnen und hofft dabei ungefähr 31 Milliarden US-Dollar zu erwirtschaften. Die Mittel könnten dazu beitragen, das massive Haushaltsdefizit Brasiliens zu verringern.

Die brasilianische Justiz ermittelt gegen den gewählten Präsidenten Jair Bolsonaro (l.) und dessen designierten Wirtschaftsminister Paulo Gerdes.

Da sich Bolsonaro jedoch auf den Amtsantritt am 1. Januar 2019 vorbereitet, muss sein Übergangsteam möglicherweise noch aushandeln, wie verschiedene Bundesstaaten und Gemeinden des Landes die Einnahmen aus dem möglichen Verkauf von Anteilen an den Pre-Salt-Ölfeldern an ausländische Ölfirmen unter sich aufteilen könnten. Diese Unsicherheit stellt keine gute Ausgangsbedingung für die großen internationalen Ölfirmen dar, die bereits ihr Interesse an dem Gebiet bekundeten, das bis zu einem gewissen Grad erforscht wurde und nachweislich viel mehr Öl enthält, als ursprünglich angenommen.

Dabei handelt es sich um das sogenannte "Transfer of Rights"-Gebiet, in dem Petrobras 100 Prozent der Rechte zur Förderung von fünf Milliarden Barrel Öl hält. Die staatliche Ölfirma hat das Gebiet erkundet und festgestellt, dass in dieser risikoarmen Offshore-Zone viel mehr Öl liegt, als zuvor angenommen. Schätzungen zufolge könnten in dem Gebiet bis zu 15 Milliarden Barrel Öl liegen, was deutlich mehr darstellt, als die fünf Milliarden Barrel, auf die Petrobras Anspruch hat.

Der designierte Präsident Bolsonaro, der in der Vergangenheit die staatliche Kontrolle über die Ölvorräte unterstützte, will nun staatliche Öl- und andere Energievorräte ausländischen Investoren zugänglich machen. Nach Angaben von Bolsonaros Berater Luciano de Castro unterstützt der angehende Präsident Brasiliens einen Gesetzentwurf, der eine ausländische Beteiligung an den Pre-Salt-Ölfeldern vorsieht.

Letzte Woche legte der Chef des brasilianischen Senats, Eunicio Oliveira, einen Gesetzentwurf zur Genehmigung von Ölauktionen in der Zone auf Eis und erklärte, dass der Gesetzentwurf zur Genehmigung des Verkaufs von Anteilen an dem "Transfer of Rights"-Gebiet an ausländische Unternehmen nur genehmigt wird, wenn das Dokument sicherstellt, dass ein Teil der Einnahmen an die Bundesstaaten und Gemeinden geht.

Bolsonaro ist der dritte brasilianische Präsident, der Verkäufe an ausländische Unternehmen für das genannte Gebiet genehmigen will. Damit sein Plan vom Parlament verabschiedet wird, soll das Übergangsteam des neuen Präsidenten mit verschiedenen brasilianischen Bundesstaaten und Kommunen verhandeln, damit die Frage, wie die zukünftigen Einnahmen verteilt werden, geklärt wird.

Jair Bolsonaro, rechtsextremer Gewinner der Präsidentschaftswahl und Kandidat der Sozialliberalen Partei (PSL) nach Abgabe seines Stimmzettel in Rio de Janeiro am 28. Oktober 2018 - Die PSL wurde jahrelang von der FDP-nahen Naumann-Stiftung unterstützt.

In der Vergangenheit unterstützte Bolsonaro die staatliche Kontrolle über Energieanlagen zwar, doch er änderte seine Haltung vor dem Präsidentschaftswahlkampf. Er stellte ein Team von geschäftsfreundlichen Experten zusammen, die ihm bei der Leitung des Landes zur Seite stehen sollen, und setzte den Privatisierungsanwalt Roberto Castello Branco als neuen Chief Executive Officer von Petrobras ein.

Wenn es Bolsonaro und seinem Team gelingt, die Gesetzesvorlage durch das brasilianische Parlament zu bringen, werden enorme potenzielle Ölreserven in die Hände von privaten Unternehmen gelangen. Außerdem soll das Gebiet, in dem sich die Ölfelder befinden, risikoarm sein. Laut UBS-Analyst Luiz Carvalho seien Projekte in der Region realisierbar, selbst wenn der Ölpreis auf 20 US-Dollar pro Barrel fallen sollte.

Brasilien kann ein noch attraktiveres Ziel für große Ölunternehmen werden, wenn es der Führung des Landes gelingt, die regulatorischen und politischen Hürden für die Versteigerung seiner begehrten Pre-Salt-Ölfelder zu beseitigen.

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