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Konjunktursorgen lösen Ausverkauf an US-Börsen aus

Konjunktursorgen lösen Ausverkauf an US-Börsen aus
Das Gebäude der New Yorker Börse
An der Wall Street hat am Dienstag Ausverkaufsstimmung geherrscht. Konjunktursorgen und Zweifel an den jüngsten Handelsdeals mit China zogen die wichtigsten Aktienindizes bis zu knapp 4 Prozent ins Minus. Insbesondere Technologieaktien waren betroffen.

Hinzu kam die Furcht, dass Großbritannien die Europäische Union tatsächlich ohne ein Abkommen verlassen könnte. Die Anleger trennten sich insbesondere von Technologieaktien. Sie gelten als besonders anfällig gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen.

Der Leitindex Dow Jones Industrial sackte um 3,10 Prozent auf 25 027,07 Punkte ab. Es war der größte Kursrutsch seit dem 10. Oktober. Zum Wochenstart hatte der Aktienmarkt noch erleichtert darauf reagiert, dass ab Januar geplante US-Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar für vorerst 90 Tage ausgesetzt werden sollen.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Dienstag um 3,24 Prozent auf 2700,06 Punkte nach unten. Der Technologieindex Nasdaq 100 knickte um 3,78 Prozent auf 6795,21 Punkte ein.

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatten sich am Wochenende zwar geeinigt, den Handelskonflikt zunächst nicht weiter eskalieren zu lassen. "Eigentlich müssten sich die beiden Seiten nur auf die Parameter für einen künftigen Deal einigen und was enthalten sein muss, um den Burgfrieden zu verlängern sowie die Aufhebung der Zölle voranzutreiben", schrieb Analyst Craig Erlam vom Währungsbroker Oanda. Aktuell jedoch, so sieht es sein Kollege Stephen Innes, herrsche Verwirrung, nachdem Trumps Berater Larry Kudlow Schwierigkeiten hatte, klar zu formulieren, wann genau China die Zölle auf US-Autos zurücknehmen wolle.

Ferner schlugen den Anlegern schlechte Nachrichten aus London aufs Gemüt: Nur wenige Stunden vor Beginn der fünftägigen Debatte über das Brexit-Abkommen hatte das britische Parlament der Regierung eine empfindliche Niederlage bereitet. Die Abgeordneten entschieden, dass die Regierung die Rechte des Parlaments missachtet hat. Für Premierministerin Theresa May ist dies ein weiterer Rückschlag. Ohnehin werden ihr nur geringe Chancen zugestanden, eine Mehrheit für ihr Abkommen bei der geplanten Abstimmung am 11. Dezember im Parlament zu erreichen.

Die Anleger blickten zudem nervös auf den Anleihenmarkt. Erstmals seit rund elf Jahren lagen dort die Renditen von dreijährigen und zweijährigen US-Anleihen höher als die Renditen im fünfjährigen Laufzeitbereich. Eine derartige Struktur mit höheren Kurzfrist- als Langfristzinsen ist ein ungewöhnliches Phänomen und gilt als Rezessionssignal.

Schlusslicht im Dow waren die konjunktursensiblen Aktien des Baumaschinenherstellers Caterpillar mit einem Minus von rund 7 Prozent. Die Aktien von Apple fielen um mehr als 4 Prozent. Die britische Investmentbank HSBC hatte die Kaufempfehlung für die Papiere des iPhone-Herstellers gestrichen, da es an kurzfristigen Kurstreibern mangele. Auch alle anderen Dow-Werte schlossen im Minus.

Symbolfoto

Die Warenhauskette Dollar General hatte ihr Ziel für das Jahresergebnis je Aktie gesenkt und damit die durchschnittliche Analystenschätzung verfehlt, was den Anteilsscheinen ein Minus von fast 7 Prozent einbrockte.

Eine skeptische Analystenstudie schickte die Papiere der Logistikkonzerne Fedex und UPS auf Talfahrt: Sie verloren gut 6 beziehungsweise mehr als 7 Prozent. Die Anleger unterschätzten die Wettbewerbsrisiken durch den Markteintritt des Online-Händlers Amazon in das Frachtgeschäft, hieß es.

An diesem Mittwoch werden derweil Wall Street und Nasdaq zum Gedenken an den am 30. November verstorbenen Ex-Präsidenten George H. W. Bush, 41. Präsident der USA, geschlossen bleiben.

Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1342 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1409 (Montag: 1,1332) Dollar festgesetzt. Der Dollar war 0,8765 (0,8825) Euro wert. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 16/32 Punkte auf 101 27/32 Punkte und rentierten mit 2,910 Prozent.

(dpa/rt deutsch)

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