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Verzockt: Bayer baut 12.000 Stellen ab

Verzockt: Bayer baut 12.000 Stellen ab
Niemand hat die Absicht...? Vorstandschef Baumann bei der Generalversammlung in Mai in Bonn.
Der Bayer-Konzern will im Zuge eines neu aufgelegten Sparprogramms weltweit 12.000 Stellen streichen. Dies entspricht jedem zehnten Arbeitsplatz. Auch wenn der Konzern dementiert: Die Beschäftigten zahlen damit den Preis für die Übernahme von Monsanto.

Der deutsche Pharma- und Chemieriese Bayer will weltweit 12.000 Arbeitsplätze streichen. Bis 2021 soll etwa jede zehnte der gegenwärtig 118.200 Stellen entfallen. Ein "signifikanter Teil" des Arbeitsplatzabbaus werde in Deutschland erfolgen. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Der Stellenabbau in Deutschland solle "sozialverträglich" erfolgen. Die Arbeitnehmer trügen die Einschnitte mit. Der Betriebsrat verwies auf ein sogenanntes Zukunftssicherungsprogramm, das mit dem Konzern vereinbart wurde. Damit seien Entlassungen und Standortschließungen in Deutschland bis 2025 ausgeschlossen.

Der Stellenabbau ist Teil eines umfassenden Sparprogramms, mit dem Bayer seine Effizienz steigern will. Dieses sieht auch den Verkauf von Unternehmensteilen vor, wodurch die Mitarbeiterzahl des Konzerns noch einmal um 10.000 sinken soll. Einen Teil der frei werdenden Mittel will der Konzern nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren investieren, um "Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit" zu steigern.

Werner Baumann, Vorstandschef von Bayer, erklärte, dass die geplanten Einschnitte keine Reaktionen auf die Übernahme des berüchtigten US-Konkurrenten Monsanto und auf die Glyphosat-Klagen in den USA darstellten:

Die heute beschlossenen Maßnahmen gehen weit über die Ziele hinaus, die wir uns im Rahmen der Integration gesetzt haben. Sie sind der richtige Schritt für unser Unternehmen. Damit sind wir als führendes Life-Science-Unternehmen über alle unsere Kerngeschäfte hinweg bestmöglich für die Zukunft aufgestellt.

Diese Aussagen lassen Zweifel zu. Die Glyphosat-Klagen stellen eine erhebliche Belastung für Bayer dar. Monsanto soll nach Auffassung der Kläger mit Glyphosat ein krebserregendes Mittel verkauft haben, ohne die Kunden über die Gefährlichkeit des Produkts aufgeklärt zu haben. Nach der Übernahme durch Bayer wurde Monsanto zu einer hohen Entschädigungszahlung verurteilt. Weitere Urteile könnten folgen. Im Juli lagen gegen Monsanto 8.000 Klagen vor. Die Bayer-Aktie brach nach dem Urteil ein, der Börsenwert des Konzerns ist seit August um 30 Milliarden Euro gefallen.

Bayer hatte Monsanto im Juni 2018 für 56 Milliarden Euro übernommen. Das Unternehmen, das sich für den Kauf hoch verschulden musste, versprach sich von der Übernahme Synergien von jährlich 1,3 Milliarden Euro. Stattdessen dürfte es nun zu Kosten in Milliardenhöhe kommen. Bayer hat für die Belastungen durch die Glyphosat-Klagen keine Rücklagen gebildet. Auch das Pharmageschäft läuft nicht gut. Es gibt nur wenige vielversprechende Neuentwicklungen.

Das nun vorgestellte "Effizienz-Programm" Bayers soll ab 2022 jährlich Mittel von 2,6 Milliarden Euro freisetzen. Ob das so eintritt, wird zu sehen sein. Wahrscheinlicher ist, dass sich mit Bayer eine weitere deutsche Industrieikone selbst demontiert. Schon jetzt ist klar, dass der Konzern mit dem Sparprogramm die Lasten der Übernahme und ihrer Folgen auf die Mitarbeiter, vor allem in Deutschland, abwälzt, um die Investoren zu schützen. Größter Einzelinvestor bei Bayer ist die Fondsgesellschaft BlackRock, die auch Großaktionär bei Monsanto war und bei der Rekordübernahme die Strippen gezogen haben soll.

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