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Euro statt Dollar: Venezuela trennt sich vom Gringo-Geld

Euro statt Dollar: Venezuela trennt sich vom Gringo-Geld
Seit Jahren versuchen die USA durch politische, wirtschaftliche und möglicherweise sogar militärische Mittel einen Regime-Change in Venezuela durchzusetzen. Jetzt hat das Land erklärt, dass es nichts mehr mit dem US-Dollar zu tun haben will.

Venezuela gibt den US-Dollar auf. Alle zukünftigen Transaktionen auf dem venezolanischen Devisenmarkt sollen in Euro erfolgen, kündigte der venezolanische Vizepräsident für Wirtschaft, Tareck El Aissami, an.

Kubanisches Plakat von 1967 mit der Aufschrift:

Die kürzlich von Washington gegen Caracas verhängten Sanktionen "blockieren die Möglichkeit, weiterhin mit dem US-Dollar auf dem venezolanischen Devisenmarkt zu handeln", sagte El Aissami und fügte hinzu, dass die US-amerikanischen Beschränkungen "illegal und völkerrechtswidrig" seien.

Die US-amerikanische "Finanzblockade" Venezuelas betrifft sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor des Landes, einschließlich der Pharmaindustrie und der Landwirtschaft. Sie zeige, "wie weit der Imperialismus in seinem Wahnsinn gehen kann", erklärte der Vizepräsident.

Venezuelas frei schwankendes Wechselkurssystem, Dicom, "wird in Euro, Yuan oder einer anderen konvertierbaren Währung operieren und es dem Devisenmarkt ermöglichen, jede andere konvertierbare Währung zu verwenden", gab El Aissami an.

Der Vizepräsident fügte hinzu, dass alle Privatbanken in Venezuela verpflichtet sind, am Ausschreibungssystem der Dicom teilzunehmen.

Die Regierung wird zwischen November und Dezember zwei Milliarden Euro verkaufen, damit die Öffentlichkeit die europäische Währung "zu einem realen, nicht spekulativen Preis kaufen kann", sagte er.

Washington macht keinen Hehl daraus, dass es kein Problem damit hätte, wenn der sozialistische Präsident Venezuelas, Nicolas Maduro, aus seinem Amt weggeputscht würde. Die Trump-Regierung erwog dabei sogar die Möglichkeit einer sogenannten "humanitären Intervention".

Symbolbild.

Im vergangenen Jahr verhängten die USA Sanktionen, die den Handel mit neuen Anleihen und Eigenkapital der venezolanischen Regierung und der staatlichen Ölgesellschaft PDVSA verbieten. Das US-Finanzministerium erließ auch mehrere Runden von Sanktionen gegen venezolanische Spitzenbeamte. Maduro nannte die Tatsache, dass er es auf die schwarze Liste der USA geschafft hat, "eine Ehre".

Der Druck der USA hat zu einer schweren Sozial- und Wirtschaftskrise in Venezuela beigetragen, die von Hyperinflation, der Abwertung der Landeswährung und einem Mangel an Grundnahrungsmitteln geprägt war.

Die harte Lage zwang in diesem Sommer mehr als 2,3 Millionen Menschen dazu, in Nachbarstaaten zu emigrieren, so die UNO.

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