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Zu exotisch für Sanktionen – Russland baut Amphibienflugzeuge für die USA

Zu exotisch für Sanktionen – Russland baut Amphibienflugzeuge für die USA
Der russische Amphibienflugzeug Be-200 während der Messe ‚Hydroaviasalon-2018‘ am 6. September 2018.
Der russische Flugzeughersteller "Berijew" aus Taganrog hat einen Liefervertrag für Amphibienflugzeuge mit den USA abgeschlossen. Der Vertrag in Rekordhöhe kam jedoch nicht überraschend: Das Amphibienflugzeug Be-200 ist das einzige seiner Art.

"Am 8. September 2018 ist ein Vertrag über die Lieferung von zehn Amphibienflugzeugen Berijew Be-200 an die USA während der Messe ‚Hydroaviasalon-2018‘  unterzeichnet worden", teilte das russische Unternehmen "Berijew" in seiner Pressemitteilung mit. Den Vertrag signierten demnach im südrussischen Krasnodar der Generaldirektor und Chefkonstrukteur des "Berijew"-Unternehmens, Juri Grudinin, und der Präsident der US-Firma "Seaplane Global Air Services", Patrick Massardy.

Dem russischen Flugzeugbauer zufolge sieht der Vertrag die Lieferung von vier Amphibienflugzeugen und das Vorkaufsrecht auf weitere sechs von diesen Maschinen vor. Die ersten zwei Flugzeuge würden mit den Triebwerken D-436TP des ukrainischen Herstellers Iwtschenko ausgestattet. Weitere Maschinen sollen Triebwerke SAM-146 aus der gemeinsamen Produktion des russischen Unternehmens NPO Saturn und der französischen Firma SNECMA bekommen.

(Symbolbild)

Die erste Mitteilung über die Verhandlungen zwischen dem russischen Hersteller und seinem US-amerikanischen Abnehmer gehen auf Mai dieses Jahres zurück. Damals ging es auch darum, die Möglichkeiten der Produktion in anderen Ländern zu prüfen und die Märkte in China und Frankreich zu erschließen. Die vorläufige Höhe der bereits abgeschlossenen Verträge mit Seaplane Global Air Services belaufen sich auf 3 Milliarden Dollar.

Die Arbeiten an dem Vorläufermodell der Be-200 begannen Mitte der 1980er Jahre. Die Konstrukteure stützen dabei auf die Technologien des weltweit größten sowjetischen Hydroflugzeuges "Albatros" A-40 (Be-42). Eine Serienproduktion läuft seit 2003. In vielen Elementen seiner jetzigen Konstruktion hat die Be-200 kein Analogon weltweit.

Zu diesen Eigenschaften gehört beispielsweise die Ausstattung mit einem Reversegerät, das eine kufenlose Landung erlaubt. Diese neue Eigenschaft erlaube den Piloten, viel leichter und ohne Risiko die Flugzeuge auf Gewässern zu landen, so der Chef-Konstrukteur Grudinin.

Die Be-200 sind multifunktional und können (bis zu 65) Personen und Güter gleichermaßen transportieren. Ihre hauptsächlichen Anwendungsgebiete sind jedoch das Löschen von Waldbränden und Rettungsdienste auf hoher See. Das russische Katastrophen- und Verteidigungsministerium ist inländischer Hauptabnehmer des Amphibienflugzeugs. Sie wurden auch bereits bei Waldbränden in anderen europäischen Staaten eingesetzt. Vor kurzem wurde ein Liefervertrag für vier feuerwehrtechnisch modifizierte Maschinen mit Indonesien abgeschlossen.

Fachportale bewerten die Verträge mit US-Amerikanern als äußerst vielversprechend. So sagte der Chef des Consulting-Group InfoMost Boris Rybak, für die USA sei wegen veralterter Löschtechnik und immer häufiger werdenden Waldbränden die Lieferung der Be-200 besonders aktuell. Er betonte, dass die Be-200 praktisch die einzigen Flugzeuge in der Welt seien, die speziell für Feuerwehreinsätze gebaut werden.

Selbst in den führenden Industriestaaten niemand baut Amphibienflugzeuge, weil dies zu exotisch und die Absatzplanung zu riskant ist. Deswegen haben sogar die antirussischen Sanktionen keinen Einfluss auf den russisch-amerikanischen Vertrag, sagte Rybak.

Aus der Sicht des amerikanischen Unternehmens kann das Geschäft mit den Russen in mehrfacher Hinsicht lukrativ sein. Seaplane Global Air Services will sich auf Waldbrandbekämpfungen spezialisieren und betroffene Staaten als Dienstleister mit Löschflugzeugen unterstützen.

In Europa denkt man über eine pan-europäische Löschflugzeugflotte nach, um die nationalen Brandbekämpfer bei Bedarf zu unterstützen. Die Zusammenarbeit der europäischen Nationen bei der Bekämpfung von großen Waldbränden funktioniert bereits. Seaplane Global Air Services hat mit den bestellten Be-200 künftig eine Trumpfkarte in der Hand, um auch in diesem Markt mitzumischen, schreibt das Fachportal Aeurobuzz.de. Französische und amerikanische Piloten werden bald nach Taganrog zu Berijew geschickt, um sich auf der Be-200 zu qualifizieren.

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