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Türkei erhöht Zölle auf US-Importe als Reaktion auf "wirtschaftliche Angriffe"

Türkei erhöht Zölle auf US-Importe als Reaktion auf "wirtschaftliche Angriffe"
Der türkische Präsident Tayyip Erdoğan spricht bei einem Treffen in Ankara, Türkei, am 13. August 2018.
Die Türkei hat die Zölle auf die Einfuhr bestimmter Waren aus den USA, darunter Autos, Alkohol und Tabak, erhöht. Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay erklärte, dies sei eine Antwort auf Washingtons "bewusste Angriffe" auf die Wirtschaft des Landes.

Das Dekret, unterzeichnet von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, verdoppelte die türkischen Zölle auf US-amerikanische Import-Pkws auf 120 Prozent, auf alkoholische Getränke auf 140 Prozent und auf Tabakblätter auf 60 Prozent.

Die Liste der Waren, für die die neuen Tarife gelten, wurde am Mittwoch im türkischen Amtsblatt veröffentlicht. Vizepräsident Fuat Oktay kommentierte die neue Maßnahme so, dass diese "unter dem Prinzip der Gegenseitigkeit" gegen die "bewussten Angriffe der US-Regierung auf unsere Wirtschaft" ergriffen worden seien.

Ein Geldwechsler zählt türkische Lira-Banknoten in einer Wechselstube in Istanbul, Türkei, 2. August 2018.

Vestel-Aktie legt nach Rede überdurchschnittlich zu

Außenministeriumssprecher Hami Aksoy sagte auf Twitter, dass die Entscheidung von Präsident Donald Trump zudem gegen die Regeln der Welthandelsorganisation verstoße und nicht den Vorstellungen von "staatlicher Ernsthaftigkeit" entspreche.

Auf einem Symposium der Stiftung für politische, wirtschaftliche und soziale Forschung (SETA) in der Hauptstadt Ankara zum 17. Gründungsjubiläum der regierenden AKP erklärte Erdoğan:

Für jedes Produkt, das wir [bisher] aus dem Ausland mit Fremdwährungen kaufen, werden wir bessere herstellen und im Ausland verkaufen. Wir werden einen Boykott von US-Elektronikprodukten durchführen. Wenn sie iPhones haben, gibt es Samsung auf der anderen Seite. Wir haben die Venus-Smartphones von Vestel in unserem eigenen Land. Wir werden das umsetzen.

Nach der Rede von Erdoğan stieg die Aktie des türkischen Elektronikherstellers Vestel in Borsa Istanbul (BIST) um bis zu sieben Prozent bei einem Anstieg des Benchmark-Index BIST-100 um 1,1 Prozent.

Die Türkei ist ein Milliardenmarkt für das Unternehmen, das laut Strategy Analytics, einem Marktforschungsinstitut, im Jahr 2017 schätzungsweise 1,6 Millionen iPhones in das Land geliefert hat. Diese Gesamtmenge entsprach weniger als einem Prozent der 216,8 Millionen Telefone, die letztes Jahr versendet wurden, und gleichzeitig ungefähr 0,7 Prozent seiner Einnahmen, sagte Strategie Analytics.

"Sie werden verstehen, was wir tun werden. Wir werden uns selbst versorgen können. Wir werden produzieren, was nicht hier ist. Diese Nation ist in der Lage, diese Dinge zu tun", fügte Erdoğan hinzu.

Russland für Handel in Landeswährungen

Die türkische Landeswährung, die Lira, ist massiv eingebrochen, als Washington seine Zölle auf Aluminium- und Stahlimporte aus dem Land auf 20 beziehungsweise 50 Prozent verdoppelt hat. Im bisherigen Jahresverlauf hat sie bereits 40 Prozent ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar verloren und fiel jüngst auf ein historisches Tief.

Die türkische Regierung hatte bereits zuvor versprochen, Maßnahmen zu ergreifen, um den Sanktionen entgegenzuwirken. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan warf den USA vor, "die Türkei zu zwingen, sich in allen Bereichen von der Finanzierung bis zur Politik zu ergeben, die Türkei und die türkische Nation auf die Knie zu zwingen". Der Präsident rief die Bevölkerung dazu auf, den US-Dollar fallen zu lassen, um die Lira zu unterstützen.

Unterdessen ist Russland daran interessiert, mit der Türkei künftig in nationalen Währungen Handel zu betreiben. Kreml-Pressesprecher Dmitri Peskow:

Die Frage der Verwendung nationaler Währungen bei bilateralen Handelsoperationen ist ein Thema, das von der russischen Seite seit langem und konsequent auf verschiedenen Ebenen, auch auf der obersten Ebene, angesprochen wurde.

US-Präsident Donald Trump beobachtet, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Eingang zum Westflügel des Weißen Hauses in Washington am 16. Mai 2017 abreist.

Brunson im Auftrag Gülens unterwegs?

Die Türkei und die USA befinden sich im Streit über den fortdauernden Hausarrest für den evangelikalen US-Pastors Andrew Brunson auf der Grundlage mehrfacher Terroranschuldigungen in der Türkei. Brunson wurde im Zusammenhang mit dem gescheiterten Militärputsch gegen Erdoğan im Jahr 2016 festgenommen. Ankara beschuldigt den islamischen Prediger Fethullah Gülen, der seit 1998 im selbst auferlegten Exil in den USA lebt, hinter dem Putschversuch zu stecken. Brunson drohten 35 Jahre Gefängnis, sollte er für schuldig befunden werden. Washington will, dass er freigelassen wird. Im Juli schwor US-Präsident Donald Trump, Sanktionen gegen die Türkei zu verhängen, sollte diese Brunson weiter festhalten. Das Weiße Haus machte die Drohung wenig später wahr und kündigte Sanktionen gegen die türkischen Minister der Justiz und des Inneren an. Außerdem wurden türkische Stahl- und Aluminium-Exporte neuen US-Zolltarifen ausgesetzt.

Laut IWF-Statistik waren die USA im Jahr 2017 mit 12 Milliarden Dollar die viertgrößte Importquelle für die Türkei. Die Ausfuhren der Türkei in die USA beliefen sich im Jahr 2017 auf 8,7 Milliarden Dollar. Diese waren damit der fünftgrößte Exportmarkt der Türkei.

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