Folge der US-Sanktionen: Türkische Lira sinkt auf ein Allzeittief

Folge der US-Sanktionen: Türkische Lira sinkt auf ein Allzeittief
Investoren haben damit begonnen, die türkische Landeswährung abzustoßen. Zuvor hatte Washington Sanktionen im Zusammenhang mit dem Prozess gegen einen US-amerikanischen Pastor verhängt, der in der Türkei des Terrorismus beschuldigt wird.

Die türkische Lira erreichte am Freitag ein Allzeittief von 5,11 gegenüber dem US-Dollar, nachdem die USA zwei Minister des Kabinetts von Präsident Recep Tayyip Erdoğan mit Sanktionen belegt hatten. Diese sollen eine Schlüsselrolle bei der Festnahme des US-amerikanischen Pastors Andrew Brunson gespielt haben. Die türkischen Behörden werfen Brunson vor, den Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 unterstützt zu haben.

Allein innerhalb des letzten Monats stieg die Inflation in der Türkei auf fast 16 Prozent. Trotzdem ließ die Zentralbank den Leitzins unverändert bei 17,75 Prozent. Erdoğan hatte sie zuvor wegen der aus seiner Sicht unvertretbaren Höhe des Zinses kritisiert.

Eine Goldschmiedin produziert Armbänder in der Ahlatcı-Metallraffinerie in der zentralanatolischen Stadt Çorum, Türkei, 11. Mai 2017.

Jakob Christensen, Leiter des Emerging Markets Research der Danske Bank, sagte dazu gegenüber Reuters:

Eine weitere Eskalation der Pattsituation könnte zu weiteren Kapitalabflüssen führen und sich negativ auf das Vertrauen in die Wirtschaft auswirken. Das ist eines der Hauptrisiken für die Türkei, aber es gibt auch strukturelle Schwächen der Wirtschaft, die diese geopolitischen Bedenken verschärfen.

Trotz des Rückgangs der Lira weist die türkische Wirtschaft nach wie vor ein hohes Wachstumstempo auf. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für dieses Jahr ein Wachstum von 4,2 Prozent. Im nächsten Jahr wird die türkische Wirtschaft laut dem IWF um 3,9 Prozent wachsen.

Angesichts eines globalen Marktes, in dem die Wahrnehmung der Schwellen- und Entwicklungsländer negativ war, sind vier Prozent Wachstumsrate eine gute Leistung",

erklärte Gian Maria Milesi-Ferretti, stellvertretende Direktorin der Forschungsabteilung des IWF, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu.

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