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Führt die Dürre zu steigenden Lebensmittelpreisen? Prognosen bleiben uneinheitlich

Führt die Dürre zu steigenden Lebensmittelpreisen? Prognosen bleiben uneinheitlich
Ein vertrocknetes Kartoffelfeld im Siegerland, August 2018
In weiten Teilen Europas herrscht extreme Trockenheit. Die Bauern leiden unter der Dürre und verzeichnen zum Teil dramatische Ernteausfälle. Kommen damit auf die Verbraucher höhere Preise für Lebensmittel zu? Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig.

Die Bauern in Deutschland und anderen Teilen Europas leiden derzeit unter der schwersten Dürre seit Jahren. In Deutschland und den drei wichtigsten Importländern für Agrarprodukte, den Niederlanden, Frankreich und Polen, kommt es zu teilweise beträchtlichen Ernteausfällen. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Lebensmittelpreise.

Diese Folgen für die Verbraucher sind allerdings nicht einheitlich. Die sehr schlechte Getreideernte treibt zwar die Getreidepreise, allerdings dürften die Auswirkungen auf die Preise von Brot und Brötchen gering bleiben. Das zeigt die Erfahrung vergangener Jahre. Der Einfluss der Getreidepreise am Zustandekommen des Brotpreises ist vergleichsweise gering: Bei einem Brötchen beträgt der Kostenanteil des Mehls etwa 1,5 Cent.

Zu trocken: Sonnenblumen auf einem Feld in Brandenburg, Juli 2018

Anders sieht es bei Kartoffeln aus. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) warnt, dass die Kartoffelernte in Europa in Menge und Qualität schlecht ausfallen und es Versorgungsprobleme bei Kartoffelverarbeitungsprodukten wie etwa Pommes Frites geben werde. Das mache Preissteigerungen wahrscheinlich, allerdings würden die laut Verband erst im Herbst bei den Verbrauchern ankommen.

Weinbauern profitieren von heißem Wetter

Auch die Milchbauern werden durch die anhaltende Trockenheit vor Probleme gestellt. Vielerorts müssen sie Futter zukaufen oder ihre Wintervorräte anbrechen. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fordert bereits Preise von 41 Cent pro Liter, derzeit würden nur 31 bis 32 Cent gezahlt. Selbst wenn die Milchbauern eine Preiserhöhung durchsetzen, bedeutet das aber laut Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie noch nicht, dass der Handel diese an die Verbraucher weitergäbe.

Der Mangel an Futtermitteln hat wiederum dazu geführt, dass in diesem Sommer deutlich mehr Vieh geschlachtet worden ist als im Vorjahr. Das hat zu einem Rückgang der Rindfleischpreise geführt, mittelfristig dürften die Preise aber eher steigen.

Im Gegensatz zu anderen profitieren Winzer vom gegenwärtigen Wetter. Trauben können in diesem Jahr so früh geerntet werden wie in Italien. Preissteigerungen sind hier erst einmal nicht zu erwarten, bei Tafeltrauben sinken die Preise, weil die Ernte in Südeuropa in auf Hochtouren läuft, das von der Dürre weniger betroffen ist.

Bewässerungskosten treiben Salatpreise

Das Bild bei Obst und Gemüse ist uneinheitlich. Nach Aussage von Gabriele Held, Marktexpertin Obst und Gemüse bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), sind die Bauern gezwungen, Gemüse wie Gartensalat, Kohl und Möhren aufwändig zu bewässern. Dieser Aufwand schlage sich dann auch in höheren Preisen nieder, so sei der Preis für Eisbergsalat zuletzt um 50 Prozent gestiegen. Tomaten und Gurken gediehen bei den hohen Temperaturen sehr gut und seien vergleichsweise günstig. Wie die Äpfel- und Birnenernte ausfallen werde, stehe noch nicht fest, so Held, allerdings habe es hier und bei anderen Obstsorten im vergangenen Jahr erhebliche Schäden durch Frost gegeben, die in diesem Jahr ausgeblieben sind.

Die Folgen der Dürre für die Verbraucher sind damit, soweit sie sich schon abschätzen lassen, weniger dramatisch als für die Mehrzahl der Bauern. Langfristig allerdings ist Beobachtern zufolge aufgrund der zunehmenden Knappheit von Ackerland, der steigenden Produktionskosten und der Spekulation an den Warenterminbörsen sehr wahrscheinlich mit tendenziell steigenden Preisen für Lebensmittel zu rechnen.

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